ZiSch | Markgrafen-Gymnasium Karlsruhe | Klasse 9b
Markgrafen-Gymnasium Karlsruhe, Klasse 9b | Foto: dpa

Markgrafen-Gymnasium

Mit Geduld ins Schwarze

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Liam Geiger | Klasse 9b
Markgrafen-Gymnasium Karlsruhe  

Ein 15-Jähriger erzählt vom Bogenschießen

Gerade den letzten Schuss abgegeben und genau in die Mitte. Anders als Robin Hood spaltet er keinen Pfeil sondern vielmehr seine Pfeilspitzen, falls er ins Holz schießt. Laut seinen Angaben sollte ein Pfeil nie im Holz stecken bleiben, sonst kann sich die Spitze vom Pfeil ablösen. „Ein Pfeil ohne Spitze ist wie Pommes ohne Ketchup: Es fehlt irgendetwas, damit der Pfeil optimal und benutzbar ist. Zu einem guten Bogenschützen jedoch gehört natürlich auch der entsprechende Bogen mit dem entsprechenden Zug und der entsprechenden Spannkraft. Auch das Holz ist wichtig. Man kann den besten Bogen der Welt nicht aus einer Tanne bauen. Es ist eben nicht nur ein Stück verarbeitetes Holz mit einer Schnur dran. Ein Bogen ist das Fundament, wenn nicht sogar der Lebensteil eines jeden Schützen. Man muss merken, dass der Bogen den Schützen ausgesucht hat. Man muss eins werden mit seinen Bogen – ähnlich wie ein Zauberstab bei Harry Potter“, sagt er, nachdem er uns seine Schusskünste gezeigt hat.

Er demonstriert uns nun, wie man einen Bogen hält: „Viele machen den Fehler, dass sie ihre Arme vor der Brust halten und stehen wie sie gerade wollen. Doch man muss sich eine Linie vorstellen, die horizontal zur Zielscheibe ist. An dieser muss man seine Füße links und rechts parallel anordnen. Die Arme müssen auf das Ziel gerichtet sein und zwar im 90-Grad-Winkel zum Körper. Rechtshänder halten den Bogen mit der linken Hand und mit der Rechten halten sie die Sehne und Linkshänder halten den Bogen mit der rechten Hand und die Sehne mit der linken. Aber aufgepasst: Man darf die Sehne nicht mit der ganzen Faust halten, sonst wackelt der Pfeil. Am besten ist es, wenn man die Sehne oberhalb des Pfeiles mit dem Zeigefinger festhält und mit dem Mittelfinger, Ringfinger und kleinen Finger unterhalb. Wenn man nun den Bogen spannt, sollte der Mittelfinger den Mundwinkel berühren. Mit der Spitze des Pfeiles visiert man bei modernen Bögen das Ziel an. Bei traditionellen Bögen muss man sich ganz auf das Ziel verlassen.“

Bei seinen nächsten Schussübungen nimmt er uns mit auf eine andere Schussbahn weiter außerhalb des Platzes. Verwundert schauen schon einige Leute zu. „Hier draußen habe ich mehr Platz und unterhalte die Leute ein bisschen.“ Bei der Abenddämmerung geht er wieder nach Hause und meint noch: „Bogenschießen ist meine größte Leidenschaft. Man muss sich konzentrieren und gleichzeitig zielen. Diese Kombination ist fast schon Meditation.“