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Heiligabend im Pandemie-Jahr

Am Bildschirm, im Auto oder am Lagerfeuer: Die Gottesdienste in der Region waren ganz unterschiedlich

Zu Hause am Bildschirm, live in der Kirche, vom Auto aus oder im Freien am Lagerfeuer im Klostergarten - für die besondere Feier der Heiligen Nacht in einem besonderen Jahr sind die christlichen Kirchengemeinden in der Region kreativ geworden. Leider machte der Dauerregen vielen einen Strich durch die Rechnung.

Online-Gottesdienst statt voller Kirchenbänke - die Bischöfe waren bei ihren Videoaufzeichnungen durchaus kreativ. Foto: ARD Das Erste/ARD/SWR/Thomas Keck/obs

Besondere Umstände erfordern besondere Maßnahmen. Das wussten schon Maria und Josef, die sich für die Geburt Jesu schließlich in einem Stall niederlassen mussten. Kreativität war an diesem Heiligabend im Pandemie-Jahr 2020 von der gesamten Christenheit gefragt. Für den alternativen Kirchgang zur Heiligen Nacht, hatten sie die Wahl: Traditioneller Gottesdienst in der Kirche, im Auto auf dem Supermarkt eines Parkplatzes oder doch lieber zu Hause vor dem Fernseher oder Computer und schön im Trockenen?

In der Region wurden die traditionellen Krippenspiele, Gottesdienste und Christmetten auf ganz vielfältige Art und Weise begangen. Angesichts stetig steigender Infektionszahlen hatten viele katholische und evangelische Kirchengemeinden auf den klassischen Präsenz-Gottesdienst am 24. Dezember ganz - oder wenigstens zum Teil - verzichtet. Stattdessen machten sie den Gläubigen ein alternatives und zum Teil sehr buntes Angebot.

Einen Krippenweg beispielsweise hatte sich die Kirchengemeinde Unsere Liebe Frau in der Karlsruher Südstadt für die Kinder überlegt. Vom Parkplatz am Gemeindehaus führte der Weg in mehreren Stationen zur Krippe im Kircheninnern. Nacheinander und mit gebührendem Abstand konnten sich die Kinder dort eine Kerze am Bethlehemer Friedenslicht entzünden und das Licht mit nach Hause nehmen.

Trocken trotz Regen im Drive-in-Gottesdienst

Zusätzlich zu einem Live-Angebot mit Krippenspielen oder Kirchenbegehungen nutzen viele Gemeinden die digitalen Übertragungswege um ihre Wort-Gottesdienste per Live-Stream in die Wohnzimmer ihrer Mitglieder zu übertragen. Andere luden zu Open-Air-Feiern, die angesichts des regnerischen Wetters allerdings nur spärlich besucht waren, oder ganz ausfallen mussten.

Trocken blieben die Gläubigen im Stadtteil Daxlanden. Dort hatte die katholische Kirchengemeinde zum Auto-Gottesdienst auf dem Parkplatz eines Supermarktes geladen. Zu einem „Weihnachtsfest unter Schafen“ hatte die katholische Kirchengemeinde von Rüppurr ihre Gläubigen auf eine Schafsweide im Ort eingeladen. Dort machte allerdings der Dauerregen am Heilig Abend den Organisatoren zu schaffen.

Trocken und warm blieben die Zuschauer des Gottesdienstes aus St. Stephan in der Innenstadt. Sie konnten vom heimischen Wohnzimmer aus den ökumenischen Fernseh-Gottesdienst verfolgen. Ab 17 Uhr übertrug Baden TV die Feier, die gemeinsam vom katholischen Stadtdekan Hubert Streckert und dem evangelischen Dekan Thomas Schalla geleitet wurde.

Obwohl der klassische Kirchenbesuch in diesem Jahr strengen Regeln unterworfen und nur nach vorheriger Anmeldung möglich war, entschieden sich auch einige Gläubige für den Gang zur Kirche.

Und die Bischöfe?

Auch die evangelischen und katholischen Bischöfe zeigten sich zu Heiligabend kreativ. Der evangelische Landesbischof für Baden, Jochen Cornelius-Bundschuh, veröffentlichte eine Video-Weihnachtsandacht. In der Predigt versetzte er sich in die Rolle der Hirten. Das Ganze kam passend aus einem Stall mit Krippenfiguren und tierischer Unterstützung von Schafen und Ziegen.

Der Bischof der katholischen Diözese Rottenburg-Stuttgart, Gebhard Fürst, verbrachte Heiligabend wahrscheinlich zum ersten Mal seit langer Zeit ganz privat in seinem Wohnzimmer. Vor Christbaum und Krippe las er dort die Weihnachtsgeschichte vor. Eine Aufzeichnung war auf der Homepage der Diözese zu sehen. Um 22 Uhr lud der Bischof zur Christmette.

Sein badischer Amtsbruder, Erzbischof Stefan Burger, ging den klassischen Weg. Er predigte an Heiligabend im Freiburger Münster bei einem Gottesdienst mit Gläubigen. Der evangelische Landesbischof in Württemberg, Frank Otfried July, war am Heiligabend dagegen in einer Premiere zu sehen: als Gastgeber einer halbstündigen TV-Weihnachtssendung aus dem Bischofshaus.

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