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Beamte erhöhen Präsenz

Attacken in der Karlsruher Innenstadt: Diese Problempunkte bereiten der Polizei Sorgen

In der Karlsruher Innenstadt gibt es rund um die Betriebe der Erlebnisgastronomie vor allem am Wochenende Probleme. Die nächtlichen Attacken bereiten der Polizei Sorge. Die Beamten sind verstärkt präsent und kontrollieren gezielt problematische Gruppen.

Eine Polizeistreife fährt zu einem Einsatz. Foto: Patrick Seeger/dpa/Archiv

In der Karlsruher Innenstadt gibt es rund um die Betriebe der Erlebnisgastronomie vor allem am Wochenende Probleme. Die nächtlichen Attacken bereiten der Polizei Sorge. Die Beamten sind verstärkt präsent und kontrollieren gezielt problematische Gruppen.

Kurz vor Weihnachten endet ein eigentlich fröhlicher Ausflug in die Kneipenszene der Innenstadt mit Freunden für einen 54-Jährigen im Krankenhaus. Früher als seine Begleiter geht er alleine nach Hause, in der Kriegsstraße wird er von bis zu vier Personen attackiert und brutal zusammengeschlagen.

Als eine Autofahrerin dies beobachtet, anhält und das unheilvolle Geschehen stoppt, bekommt er noch einen weiteren schweren Schlag gegen den Kopf, dann flüchten die Täter. Der 54-Jährige erleidet einen Schädelbasisbruch, verbringt Wochen im Krankenhaus. Bis heute leidet er an den Folgen des Überfalls. Die Täterbeschreibung ist vage, es soll sich um drei bis vier junge Männer im Alter von etwa 20 Jahren handeln.

Nächtliche Attacken bereiten der Polizei Sorge

Dann am 8. Januar der nächste, ähnlich gelagerte Vorfall. Gegen 2.30 Uhr werden zwei 25-Jährige von vier jungen Männern in der Südweststadt erst beleidigt, dann zusammengeschlagen. Auch hier gibt es massive Schläge gegen den Kopf mit schweren Verletzungen bei beiden.

Die Täterbeschreibung ist zwar nicht präzise, aber ausführlicher: Junge Männer, um die 18 Jahre alt, 1,70 bis 1,80 Meter groß, mit dunklen Jacken und Jeans, gaben die Opfer an.

Laut Lutz Schönthal, Leiter des Polizeireviers Marktplatz, gibt es bisher leider in beiden Fällen keine Erkenntnisse oder weitere Hinweise auf die Täter. Man könne nicht bestätigen, aber auch nicht dementieren, dass es sich vielleicht um die gleiche Tätergruppe handelt.

Fakt ist aber, so Schönthal, dass die nächtliche Szenerie rund um die bis spätnachts geöffneten Gastro- oder Amüsierbetriebe im weiteren Umfeld des Europaplatzes und des Ludwigsplatzes ein Einsatzschwerpunkt seiner Beamten sind.

Wenn wir problematische Gruppen erkennen, kontrollieren wir sie gezielt.
Lutz Schönthal, Leiter des Polizeireviers Marktplatz

„Wir haben zwar nicht die Erkenntnis, dass es häufiger geworden ist,“ so Schönthal, aber „dort ist einer unserer Problempunkte“, speziell rund um Betriebe, die sehr lange geöffnet sind. Die Beamten sind verstärkt präsent. „Wenn wir problematische Gruppen erkennen, kontrollieren wir sie gezielt,“ sagt Schönthal.

Verstärkt kommt es dabei bei Auffälligkeiten zum Platzverweis. Immer wieder werden Unruhestifter auch für eine Nacht in Obhut genommen. Doch es sei schwer, wenn es zu Straftaten gekommen sei, die Täter zu erwischen, bekennt der Revierleiter.

Die Angriffe auf die Geschädigten finden oft hinterrücks statt, das Opfer kann die Täter in aller Regel nicht oder nur ungenau beschreiben. Zeugen, wenn es sie denn gibt, seien oft mit Erster Hilfe beschäftigt anstatt mit genauer Täterbeobachtung, so Schönthal.

Unruhestifter werden in Obhut genommen

Er stellt auch fest, dass viele Gruppen, die nachts unterwegs sind und Probleme machen, „in ihrem Freizeitverhalten im Familien- und Freundeskreis verhaftet sind“. Hier gebe es auch einen „höheren Migrantenanteil“, sagt Schönthal.

Speziell in der Adventszeit haben die Beamten des Reviers einen erheblichen Andrang auf die „Erlebnisgastronomie“ in der Karlsruher Innenstadt registriert, der Zustrom feierfreudiger junger Leute kommt aus der ganzen näheren und weiteren Region. „Das hat auch mit dem gut ausgebauten öffentlichen Nahverkehr zu tun", so der Polizeidirektor.

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