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Katastrophe vor zehn Jahren

Zoo-Direktor: Auch im Karlsruher Zoo könnte es jederzeit wieder brennen

Nach dem verheerenden Brand im Zoo von Krefeld sind Trauer und Mitgefühl in Karlsruhe groß. Vor fast zehn Jahren hatte es im Streichelgehege des hiesigen Tierparks ebenfalls gebrannt. Alle Tiere dort sind damals ums Leben gekommen. Und das Risiko besteht weiterhin.

Das Foto von 2010 zeigt den zerstörten Streichelzoo im Karlsruher Zoo. Foto: Deck/dpa

Nach dem verheerenden Brand im Zoo von Krefeld sind Trauer und Mitgefühl in Karlsruhe groß. Vor fast zehn Jahren hatte es im Streichelgehege des hiesigen Tierparks ebenfalls gebrannt. Alle Tiere dort seien damals ums Leben gekommen, sagte der Sprecher des Zoologischen Stadtgartens Karlsruhe, Timo Deible.

Vor ziemlich genau zehn Jahren steckte ein Kurzschluss das Gehege des Karlsruher Streichelzoos an. Die Elefanten im angrenzenden Gehege seien gerade noch rechtzeitig gerettet worden. «Deswegen kann man das nun sehr gut nachvollziehen», sagte Deible mit Blick auf die Tragödie in Nordrhein-Westfalen.

Karlsruher Zoo-Vize kannte die Krefelder Orang-Utans

Der stellvertretende Direktor des Karlsruher Zoos, Clemens Becker, habe zudem alle Orang-Utans aus Krefeld gekannt. Becker ist Koordinator des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms für Orang-Utans und leitet den Austausch der Affen unter den Zoos.

„Besonders die Pfleger fühlen sehr mit den Kollegen in Krefeld“, sagt Zoodirektor Matthias Reinschmidt. „Die sind damals in die Flammenhölle rein und haben unter Einsatz ihres Lebens die Elefanten rausgeholt.“ Doch auch wenn man aus solchen Katastrophen lernt, wiederholen könnten sie sich auch in Karlsruhe jederzeit.

Es könnte schon morgen Nacht wieder passieren.
Karlsruher Zoo-Direktor Matthias Reinschmidt

„Wir hatten im neuen Streichelzoo eine Rauchmeldeanlage installiert. Aber wenn mit Heu und Stroh hantiert wird, ist immer so viel Staub in der Luft, dass die Anlage ständig anschlug. Wir mussten sie wieder abschalten. Es könnte also schon morgen Nacht wieder passieren.“

Einzig das Exotenhaus ist per Brandmelder direkt mit der Feuerwehr verbunden. „Und die musste auch schon ein paar Mal kommen, wegen defekter Wasserkocher oder Spülmaschinen“, so Reinschmidt.

Bei dem Krefelder Feuer waren in der Silvesternacht mehrere Menschenaffen gestorben , darunter Orang-Utans, Gorillas und ein Schimpanse. Die Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Brandstiftung.

Möglicher Auslöser war eine verbotene Himmelslaterne

Niemand wünsche sich so ein Feuer, so der Karlsruher Zoodirektor Reinschmidt. Aber in Karlsruhe habe man die Katastrophe als Gelegenheit begriffen, den Streichelzoo um ein vielfaches besser wieder aufzubauen. Ähnlich sollten es jetzt die Krefelder machen.

Die Ermittler meinen, dass eine zum Jahreswechsel gezündete Himmelslaterne den Brand in Krefeld ausgelöst haben könnte . Diese sind in Deutschland verboten.

dpa/lsw/RW
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