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„Es geht um das Spielgefühl!“

Warum der Pianist Frank Dupree aus Rastatt für das Badische Konservatorium in die Tasten greift

Er wiegt 500 Kilo, kostet sehr viel Geld und ist nicht wegzudenken von den Klassik-Bühnen der Welt: ein Steinway-Konzertflügel. Das weiß auch der bekannte Pianist Frank Dupree aus Rastatt und greift nun in die Tasten, um Musikschülern diesen Luxus zu ermöglichen.

Badisches Staatstheater mit Frank Dupree
Schwung für die neue Spielzeit: Frank Dupree im Badischen Staatstheater (zweiter von links) mit dem Intendanten Ulrich Peters (links), Betriebsdirektorin Uta-Christine Deppermann und Kons-Direktor Lahnor Adjei. Foto: Arno Kohlem

Über Geschmäcker lässt sich bekanntlich streiten. Das gilt auch für die Klangfarben unterschiedlicher Konzertflügel. Nichts geht über einen Fazioli, sagen die einen. Auf die warmen Töne eines Bechsteins schwören die anderen. Wer nicht so tief in die Tasche greifen möchte, ist auch mit einem Yamaha glücklich.

Aber: „Wenn es um Klang, Anschlag, Schönheit und Werterhalt eines Flügels geht, kommt man an den Flügeln von Steinway & Sons nicht vorbei.“ Mit diesen Worten wirbt der wichtigste Bestücker von Opern- und Konzerthäusern im Internet für seine Instrumente.

So klingt Werbung – darin steckt in diesem Fall aber auch eine Wahrheit, die jede Pianistin und jeder Pianist im Laufe seiner Karriere unterstreichen kann: An einem Steinway kommen sie alle tatsächlich nicht vorbei.

Viele Reisen von Steinway zu Steinway

Auch Frank Dupree, das bekannte musikalische Multitalent aus Baden, ist ganz auf diese Klavier-Marke eingeschworen. Wo auch immer der weltweit konzertierende Pianist und Dirigent mit dem Zug oder Flugzeug landet: Es ist meistens eine Reise von Steinway zu Steinway. Zuhause bei ihm in Rastatt steht auch einer.

Die Manufaktur in Hamburg, die früher berühmte Pianisten wie den Russen Anton Rubinstein (1829 bis 1894) dafür bezahlt haben soll, nur auf ihren Instrumenten zu konzertieren, beliefert bis heute nahezu jede große Klassik-Bühne der Welt.

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Wer also das Publikum an den Tasten betören will, sollte Erfahrung haben mit dem Anschlag, dem Klang und all den Befindlichkeiten dieser Flügel, die nicht mehr wegzudenken sind aus der Konzertwelt.

Ein D-Flügel kostet rund 180.000 Euro

Besonders erschwinglich ist er nicht, dieser Mercedes unter den Pianos. Aufwändige Qualitätskontrollen treiben die Preise in die Höhe.

Gleichwohl sei es überhaupt keine Frage, sagt Frank Dupree, dass auch die Musikschule der Stadt Karlsruhe – das Badische Konservatorium (Kons) – alles dafür tut, seinen in Zukunft größeren Konzertsaal am neuen Standort in der ehemaligen Dragonerkaserne mit einem Steinway ausstatten zu können. Ein D-Flügel soll es werden. Länge: 274 Zentimeter. Breite: 157 Zentimeter. Gewicht: 500 Kilogramm. Kostenpunkt: gut 180.000 Euro.

Es ist wichtig, dass man im Konzert ein solches 1A-Instrument zu Verfügung hat.
Frank Dupree, Pianist und Dirigent aus Rastatt

„Es ist wichtig, dass man im Konzert ein solches 1A-Instrument zu Verfügung hat“, erklärt der erfahrene Pianist. Er selbst war nie Schüler des Kons, kennt aber den alten Keller gut, weil sein Schlagzeuglehrer dort unterrichtet hat.

Und er weiß: Unter den Schülerinnen und Schülern gibt es immer wieder mal auch große Talente. Gerade sie brauchen Spielerfahrung an einem Steinway, sagt er. „Denn er ist ihre Zukunft. Nur wenn ich ein solches Instrument gewohnt bin, kann ich seine Möglichkeiten im Konzert auch ausspielen. Es geht um das Spielgefühl.“

Benefiz-Konzert mit Werken des ukrainischen Komponisten Kapustin

Mit eben diesem Gefühl setzt sich Dupree am Samstag ans Piano im Badischen Staatstheater neben den Schlagzeuger Meinhard „Obi“ Jenne und den Kontrabassisten Jakob Krupp. Das Frank Dupree Trio leistet damit einen Beitrag für das Kons.

Zur Hälfte muss die Musikschule ihren neuen Konzertflügel über Spenden finanzieren. Seit Ende 2021 läuft daher die Kampagne „Kons-Spendensymphonie“ mit Benefizkonzerten und Möglichkeiten, Patenschaften für den Flügel zu übernehmen.

So kommt es am Badischen Staatstheater, wo Dupree schon 2015 das Konzertstück „Con Piano? Certo!“ von Wolfgang Rihm uraufgeführt hatte, zu einem schwungvollen Auftakt in die neue Spielzeit mit Jazz.

Der 29-jährige musikalische Weltenbummler hat sich bereits zu Schulzeiten, also lange vor dem Krieg in der Ukraine, in die Musik des dort beheimateten Komponisten Nikolai Kapustin verliebt. „Sie ist nicht improvisiert, klingt aber so.“ Arrangements seiner Musik, die das Trio 2022 auf dem Album „Blueprint“ veröffentlichte, erklingen im Konzert neben Werken von Leonard Bernstein und Chick Corea.

Benefizkonzert

Benefizkonzert für das Badische Konservatorium mit dem Frank Dupree Trio am Samstag, 10. September, ab 19.30 Uhr im Badischen Staatstheater.

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