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Kurzfristig anberaumte Sondersitzung

Karlsruher Staatstheater-Krise: Durchbruch bei Trennung von Intendant Spuhler?

Überraschend kommt Bewegung in die „Causa Spuhler“: Der Verwaltungsrat des Staatstheaters Karlsruhe traf sich zu einer kurzfristig angesetzten Sondersitzung.

Ein Durchbruch nach monatelanger Verhandlungsphase wurde nun offenbar bei der Auflösung des Vertrags von Generalintendant Peter Spuhler am Badischen Staatstheater erreicht. Foto: Jörg Donecker

Bei den langwierigen Verhandlungen zur Vertragsauflösung von Peter Spuhler zeichnet sich offenbar eine Lösung ab. Der in die Kritik geratene Generalintendant des Staatstheaters Karlsruhe soll zum Saisonende aus dem Amt scheiden. Zu dieser Personalfrage fand am Mittwochabend eine kurzfristig einberufene Sondersitzung des Verwaltungsrats statt.

Wie das Kunstministerium Baden-Württemberg auf BNN-Anfrage mitteilte, sei hierbei „große Einigkeit im weiteren Vorgehen“ erzielt worden. Details will das Ministerium demnach an diesem Donnerstag kommunizieren. Das Staatstheater wird zu gleichen Teilen vom Land Baden-Württemberg und der Stadt Karlsruhe getragen.

Der Termin der Sitzung kam überraschend: Noch vor knapp zwei Wochen war man bei der letzten regulären Zusammenkunft des Gremiums vor der Sommerpause ohne Ergebnis auseinandergegangen.

Für die Trennung muss Spuhlers bis 2026 laufender Vertrag vorzeitig aufgelöst werden. Dem Vernehmen nach ist er mit insgesamt rund 1,4 Millionen Euro dotiert. Die möglichen Kosten für eine vorzeitige Trennung wurden mehrfach debattiert, unter anderem im Landtag.

Staatstheater Karlsruhe: Trennung von Spuhler war seit November beschlossen

Die Trennung von Spuhler war bereits im November 2020 beschlossen worden. Der seit 2011 amtierende Theaterleiter war wegen seiner Amtsführung in die Kritik geraten. Zahlreiche Mitarbeiter hatten ihm permanente Überforderung des Hauses, permanenten Kontrollzwang und cholerische Anfälle vorgeworfen.

Der Verwaltungsrat als Vertreter des Landes Baden-Württemberg und der Stadt Karlsruhe, die das Theater zu gleichen Teilen finanzieren, hatte daraufhin einen Reformprozess eingeleitet. In dessen Verlauf war der Entschluss gefallen, sich zum Ende der laufenden Saison von Spuhler zu trennen.

Nachfolger Ulrich Peters wird Interimsintendant

Seine Nachfolge tritt zum 1. September Ulrich Peters an, derzeit Generalintendant des Theaters Münster. Er soll das auch vor einer baulichen Sanierung stehende Haus für eine dreijährige Interimsintendanz leiten. In dieser Zeit will der Verwaltungsrat auch über die künftige Struktur des Staatstheaters entscheiden.

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