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Kritik wegen Lärmschutz

Bahnstrecke zwischen Mannheim und Karlsruhe: Linke Rheinseite eine Ausbau-Option?

Die Planungen für die Schienenstrecke zwischen Mannheim und Karlsruhe nehmen Fahrt auf. Als Alternative könnte auch die linke Rheinseite geprüft werden. Die Öffentlichkeit soll ab November an dem Suchprozess beteiligt werden.

Graben-Neudorf: Ein Güterzug fährt durch den Bahnhof Graben-Neudorf. Foto: Manfred Spitz

Das Schienennetz zwischen Mannheim und Karlsruhe zählt zu den wichtigsten Bahnverbindungen Europas. Der Abschnitt liegt im sogenannten Mittelrhein-Korridor und ist Teil der Magistrale Rotterdam–Genua. Doch die Verbindung stößt an ihre Kapazitätsgrenzen. Der aktuelle Stand der Planungen für die Schienenstrecke zwischen Mannheim und Karlsruhe war Thema im Planungsausschuss des Regionalverbands Mittlerer Oberrhein, der am Donnerstag im Südwerk Bürgerzentrum in der Karlsruher Südstadt tagte.

„Spätestens im November sollte die frühe Öffentlichkeitsbeteiligung starten“, sagte Landrat Christoph Schnaudigel, „im besten Fall werden dann die Ergebnisse zum Bahnknoten Mannheim vorliegen. Aber das darf keine Bedingung dafür sein.“ Der Verbandsvorsitzende spielte damit auf die immer noch laufenden Untersuchungen zur Optimierung des Knotens Mannheim an.

Anfang Juni hätten Vertreter von Bahn, Bund, Land und den beiden Regionalverbänden mit Sitz in Mannheim und Karlsruhe dazu zentrale Fragestellungen erörtert. Dabei sei unter anderem eine räumliche Gesamtbetrachtung als notwendige Ergänzung zur Prüfung der vielen Einzelmaßnahmen gefordert worden.

Regierungspräsidium bereitet Raumordnungsverfahren vor

Für die Untersuchungen zur Ausbau- oder Neubaustrecke zwischen Mannheim und Karlsruhe habe die Bahn bereits den Planungsauftrag erhalten, erklärte Schnaudigel. Die ersten Planungsleistungen seien ausgeschrieben und die beauftragten Gutachter hätten die Arbeit aufgenommen. Der Beginn der sogenannten frühen Öffentlichkeitsbeteiligung ist demnach für November dieses Jahres geplant. Laut Regionalverband werde parallel dazu für dieses Vorhaben vom Regierungspräsidium Karlsruhe gerade ein Raumordnungsverfahren vorbereitet.

„Der Suchprozess führt dabei zunächst über Grobkorridore und Trassenkorridore zu Trassenvarianten. Aus diesen wird dann die Antragsvariante ausgewählt“, skizzierte Verbandsdirektor Gerd Hager die Verfahrenshierarchie. Im Suchraum werde als Alternative auch die linke Rheinseite geprüft.

Wird für Lärmschutz zu wenig getan?

Aus dem Gremium kam die Forderung, auch das räumlich sich anschließende Elsass mit in die Betrachtung einzubeziehen. „Es müssen mehr Güter auf die Schiene, und Deutschland hat die Pflicht, die Lücke auf der Transitstrecke Rotterdam-Genua zu schließen”, sagte Christian Eheim (SPD).

Der Bürgermeister von Graben-Neudorf sprach aber auch die erhebliche Belastung für die Menschen an, die an den Schienen wohnen. In Sachen Lärmschutz werde kaum etwas getan. Er nannte als Beispiel die Schienentrasse in Südbaden, wo mit zusätzlichen Investitionen mehr für Menschen und Natur geleistet worden sei. „Wir müssen geschlossen gegenüber dem Bund auftreten”, forderte Eheim.

„Das Projekt hat große wirtschaftliche und ökologische Bedeutung, auch für die Menschen, die an einer möglichen Trasse leben”, sagte Sven Weigt (CDU/Junge Liste). Er befürwortete die Forderung der Region an Bund und Bahn, ein viertes statt nur drei Gleise zwischen Karlsruhe und Durmersheim mit einzuplanen. „Wir stehen einer Finanzierungsbeteiligung offen gegenüber”, sagte er.

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