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Mobilität in Kommunen

Beamte im Landkreis Karlsruhe können sich ab Oktober E-Bikes leasen

Auf einen Dienstwagen drängen viele Arbeitnehmer nicht mehr. Das Fahrrad ist hingegen das trendige Beförderungsmittel. Landkreis und Kommunen unterstützen dabei mit Leasing von E-Bikes für Beamte - und erhoffen sich dabei gleich mehrere positive Effekte.

Arbeitgeber setzen auf zwei statt vier Räder: Immer mehr Mitarbeiter kommen mit dem Fahrrad zur Arbeit. Der Landkreis und viele weitere Kommunen unterstützen beim Leasing der E-Bikes. Foto: Roland Weihrauch / dpa

Der Weg ins Büro oder zu Terminen ist zu Fuß oft zu weit. Außerdem muss es mitunter auch mal schnell gehen im Berufsalltag. Viele steigen daher inzwischen auf ihr Fahrrad – auch aus Überzeugung.

Parkplatzsuche und Stau sind damit umgangen. Der Dienstwagen der Zukunft hat nur noch zwei Räder, davon sind nicht nur zahlreiche Unternehmen, sondern auch das Land Baden-Württemberg überzeugt.

Ab Oktober 2020 können sich Beamte dort ein Rad über ihren Arbeitgeber leasen. Diese Idee findet längst auch auf kommunaler Ebene wie im Landkreis Karlsruhe Gefallen. Das Problem dabei: Für Angestellte gilt eine andere Regelung.

Alleine beim Leasing-Partner Jobrad sind bundesweit rund 30.000 Arbeitgeber gemeldet, die ihre Mitarbeiter bei der Finanzierung eines Fahrrads unterstützen. Darunter sind bekannte Unternehmen zu finden.

Doch auch in den Kommunen ist dieses Angebot Thema - man will mit gutem Beispiel vorangehen. Die Arbeitsgemeinschaft Fahrrad- und Fußgängerfreundlicher Kommunen in Baden-Württemberg (AGFK), zu welcher der Landkreis sowie die Städte Waghäusel und Bruchsal gehören, setzt sich für die Stärkung der Mobilitätsform als Alternative zum Auto ein.

Landkreis Karlsruhe erhofft sich gleich mehrere positive Effekte

„Die Entscheidung ist bereits getroffen”, teilt Matthias Krüger, Sprecher im Landratsamt Karlsruhe, mit. Radleasing werde im Haus künftig möglich sein, allerdings nur in Verbindung mit einem E-Bike. Das beschloss der Verwaltungsausschuss bereits Anfang Juli, um unter anderem die E-Mobilität weiter zu fördern.

„Nicht nur die Umsetzungen zur Verbesserung des Klimaschutzes stehen im Fokus, auch die Mitarbeitergesundheit ist hier ein wichtiger Punkt”, hieß es damals. Der Landkreis verspricht sich gleich mehrere positive Effekte von seiner Entscheidung: für die Umwelt, die Attraktivität als Arbeitgeber sowie die Mitarbeiter selbst. Zudem entlaste das auch die ohnehin knappen Parkplätze an den Verwaltungsgebäuden.

Einen Zuschuss für die Fahrt mit Bus und Bahn zum Arbeitsplatz gibt es beim Landkreis bereits seit mehreren Jahren. „Der ÖPNV wird nach wie vor am stärksten nachgefragt”, so Krüger. „Der stetige Ausbau von Radwegen und der Trend zum E-Bike machen Fahrräder nun aber auch für Mitarbeiter interessant, die einen längeren Anfahrtsweg haben.”

Die Signale im Haus seien immer stärker geworden. Dienstfahrräder, die während der Arbeitszeit für einen gewissen Zeitraum gebucht werden können, stehen den Mitarbeitern schon zur Verfügung. Mit dem Radleasing beginnt das Umdenken bereits an deren Haustür.

Das Rad ist auch privat nutzbar

Doch wie läuft das Radleasing grundsätzlich ab? „Ein Mitarbeiter, der das Angebot nutzen möchte, sucht sich bei einem Fahrradhändler das gewünschte Fahrrad aus”, erklärt Krüger. Dieser Händler übermittle sein Angebot daraufhin in ein Portal des Leasinggebers.

„Damit kommt ein Leasingvertrag zustande.” Leasingnehmer wird dabei das Landratsamt, das Fahrrad wird dem Mitarbeiter per Überlassungsvertrag für üblicherweise drei Jahre zur Verfügung gestellt. Nach Ablauf der Leasingdauer erhalte derjenige die Möglichkeit, das Fahrrad zu erwerben.

Das Landratsamt finanziert bei Beamten die obligatorische Versicherung und rechnet mit jährlich rund 120 Euro, die dafür über drei Jahre an den Mitarbeiter gehen. Der Kreis geht von Gesamtkosten in Höhe von 6.000 Euro pro Jahr aus, wenn 50 Beamte das Angebot nutzen. Die Leasingrate bleibt beim Arbeitnehmer, steuerliche Vorteile inbegriffen.

Es gibt Unterschiede beim Radleasing für Beamte und Angestellte

Angestellte ohne Beamten-Status können das Radleasing aber nicht so einfach in Anspruch nehmen, wenn sie etwa beim Landkreis oder einer Kommune arbeiten. Das kritisiert die AGFK. Die Gewerkschaft verdi stellt sich hier quer und hält an Tarifen fest: Die Leasingraten fürs Dienstrad werden vom Bruttogehalt abgezogen.

Damit gehen den Sozialkassen Beiträge verloren. Der Landkreis hat hierfür eine Lösung für seine Angestellten gefunden. Beim Kauf eines E-Bikes zahlt er einen monatlichen Zuschuss von zehn Euro über drei Jahre. Dieser sei vergleichbar mit der Übernahme der Versicherung bei Beamten. Das Ziel sei beide Gruppen möglichst gleich zu behandeln.

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