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Viele Unternehmen präsent

In zehn Minuten zum Ausbildungsvertrag - Riesenandrang bei Rheinstettener Jobmesse

ie Ausbildungsmesse Einstieg Beruf gewinnt immer mehr an Schwung. Am Samstag strömten jungen Menschen in Masse in die Halle der Messe Karlsruhe in Rheinstetten. Ziel war, sich aus erster Hand über Ausbildungsberufe zu informieren.

© Jodo-Foto / Joerg Donecker// 18.01.2020 Ausbildungsmesse " Einstieg Beruf" in der Messe Karlsruhe, -Copyright - Jodo-Foto / Joerg Donecker Sonnenbergstr.4 D-76228 KARLSRUHE TEL: 0049 (0) 721-9473285 FAX: 0049 (0) 721 4903368 Mobil: 0049 (0) 172 7238737 E-Mail: joerg.donecker@t-online.de Sparkasse Karlsruhe IBAN: DE12 6605 0101 0010 0395 50, BIC: KARSDE66XX Steuernummer 34140/28360 Veroeffentlichung nur gegen Honorar nach MFM zzgl. ges. Mwst. , Belegexemplar und Namensnennung. Es gelten meine AGB. Foto: jodo
Die Ausbildungsmesse Einstieg Beruf gewinnt immer mehr an Schwung. Junge Menschen strömten am Samstag in Massen in die Hallen der Messe Karlsruhe in Rheinstetten.  Sie informierten sich aus erster Hand über Ausbildungsberufe. Das Handwerk zeigte seine enorme Vielfalt an unterschiedlichen Ausbildungsberufen.

Junge Menschen, oft begleitet von ihren Eltern, strömten in Massen an diesem Samstag zur Messe Karlsruhe in Rheinstetten. Rund 370 Unternehmen und schulische Ausbildungsstätten präsentierten sich von 10 Uhr bis 15.30 Uhr auf der Ausbildungsmesse Einstieg Beruf.

Seit dem Industrie- und Handelskammer , Bundesagentur für Arbeit und Handwerkskammer gemeinsam die Regie bei der Organisation dieser Messe übernommen haben, so Waldemar Jonait von der Berufsberatung der Bundesagentur bei einem Presserundgang habe sich die Ausbildungsmesse "phänomenal gut" entwickelt.

Handwerk baut große Schau-Stände auf

Das Handwerk, das in großem Stil in der Halle 2 der Karlsruher Messe seine Informations- und Schaustände aufgebaut hatte, hat die Zeichen der Zeit erkannt. Um die Ausbildungsstellen besser zu besetzen, muss mehr geworben werden.

So hat die Heinrich-Hübsch-Schule im Umfeld des Handwerkerareals mehrere Tische aufgebaut, an denen Auszubildende jungen Besuchern ermöglichen, den Umgang mit Feile, Bohrern, Schraubenziehern auszuprobieren.  Motto: "Berufe zum Anfassen". Viele lassen sich die Chance nicht entgehen. In wenigen Minuten entsteht aus Metall, Kunststoff und Holz ein kleiner Lampenschirm.

Einer der Auszubildenden sagt: „Wir wollen die Lust am Zusammenspiel von Hand- und Kopfarbeit wecken“. Ein paar Meter weiter sind junge Leute, die den Beruf des Elektronikers anstreben. Dort können Jugendliche Stecker und Verlängerungskabel mit Hilfe eines Schraubenziehers verbinden.

An manchen Ständen konnten die Jugendlichen ihre Fähigkeiten gleich mal selbst ausprobieren. Foto: Weis

Einer der Auszubildenden meint zum Andrang auf der Ausbildungsmesse Einstieg Beruf: "Dieses Jahr sind deutlich mehr Mädchen als vergangenes Jahr da. Für uns ist es ein Nachteil, weil immer noch mehr Jungen einen 'E-Beruf' anstreben."

Vielleicht kommt dies  den Sozial- und Pflegeberufen entgegen. Sie waren, so Jonait, so stark wie noch nie vertreten. Gut bildet sich dies durch die starke Präsenz von Kliniken aus der Region, vom städtischen Klinikum über das Diakonissenkrankenhaus bis zum SRH-Klinikum in Langensteinbach, ab. Dabei stellt Berufsberater Jonait lakonisch fest: „Wir werden nie einen Ausgleich zwischen angebotenen Stellen und Berufswünschen herstellen können.“

Die Bezahlung kann
sich durchaus sehen lassenEin Auszubildender aus dem Fleischer-Beruf

Eine Firma, die es angesichts der aktuellen Diskussionen über Tierwohl und  Trends zu mehr veganer Ernährung, nicht so leicht haben dürfte, ist das Edeka-Fleischwerk in Rheinstetten. Zwei junge Leute, ein Fleischer und ein kaufmännischer Auszubildender erzählen dennoch voller Begeisterung von ihrem Handwerk, weisen auf die guten Zukunftsperspektiven hin und die Bezahlung in den ersten Ausbildungsjahren „kann sich sehen lassen“.

Anmerkungen von Wolfgang Grenke

Derweil ist IHK-Präsident Wolfgang Grenke bei seinem Rundgang von dem „Speeddating“-Stand auf der Messe angetan: „Das hilft jungen Menschen, die richtige Wahl zu treffen." Für einige Unternehmen ist das Speeddating zum Finden des richtigen Arbeitsplatzes eine günstige Gelegenheit, da zum Zeitpunkt der Messe noch nicht alle Ausbildungsplätze für 2020 besetzt sind.

Manch ein Personalverantwortlicher kann einem Jugendlichen, der gleich noch seine Bewerbungsunterlagen mitgebracht hat, an Ort und Stelle nach einem zehnminütigen Gespräch gleich die Zusage geben. Er kann im September mit einer Ausbildung beginnen.

Gastronomie klagt nicht

Gar nicht das Klagelied vom Fachkräftemangel in der Hotellerie und Gastronomie anstimmen will Ute Schlagenhauf am Stand der Sterne-Gastronomie wie Erbprinz in Ettlingen, Schwitzers’ in Waldbronn oder Bareiss in Baiersbronn: Die bekannten gastronomischen Betriebe werben für einen Karriere als Restaurantfachfrau, Koch oder Hotelfachmann unter anderem mit dem Motto „Willst Du Deinen Senf dazu geben?“

Stark auf der Messe eines schwieriger gewordenen Ausbildungsmarktes sind die Metall- und Elektroindustrie vertreten. Hier können Jugendliche den Berufsalltag live erleben. Es gibt sogar die Möglichkeit, gleich im Motorraum eines Autos herumzuschrauben, um ein Gefühl für den Beruf des Mechatronikers zu erhalten.

Dabei kann nicht früh genug geübt werden. Eine Familie ostasiatischer Herkunft lässt ihre zwei vielleicht acht bis zehn Jahren alten Kinder gleich mit dem passenden Schlüssel am Motor eines kleinen Fiats  einer beruflichen Schule arbeiten.

Ein gutes Beispiel für gelungene berufliche Integration von Migranten gibt der junge Milad am Stand der Ettlin AG, die textile Gewebe, insbesondere für die Industrie, herstellen: Der junge Mann, der vor vier Jahren nach Deutschland kam und hier die Schule abschloss, wirbt in fließenden Deutsch für den Beruf des Maschinen- und Anlagenführers Textil. Gleichzeitig bedauert er, dass viele seiner jungen Landsleute keinen Ausbildungsplatz finden: „Ohne Deutsch geht es nicht.“

Junge Leute präsentieren Medienhaus BNN

Ebenfalls präsent auf der Ausbildungsmesse waren die BNN in Halle 1 mit ihren Ausbildungsangeboten. Die Redakteurin Eva-Christin Scheu und Alicia Nagel, Assistentin der Geschäftsführung, und viele andere junge BNN-Leute informieren über das vielfältige Ausbildungsangebot des Medienhauses.

Am Stand der BNN konnten sich Interessenten über die zahlreichen Ausbilungsberufe in einem modernen Medienhaus informieren. Foto: Weis

Es reicht vom Volontariat für den Beruf des Redakteurs über den Mediengestalter bis zum Medienkaufmann. Auch hier die Rückmeldung: „Das Interesse ist groß.“

Lieber gärtnern als in die Verwaltung

Dominik Schäfer, Ausbilder bei der Iffezheimer Firma Kronimus, die Baustoffe und Betonteile aller Art herstellt, ist zufrieden über die Resonanz an seinem Firmenstand. Ein  von den Auszubildenden gebauter „Kicker“ (Großes Tischfußballspiel)  aus Beton ist Anziehungspunkt junge Menschen an. „Wir haben unglaublich viele Anfragen für Praktika im Beruf des Betonteilfertigbauers gehabt“, so Schäfer.

Wiegt wohl eine Kleinigkeit: Diesen Kicker aus Beton haben Auszubildende gefertigt. Foto: Weis

Von Jugendlichen, die Lust darauf haben, bei der Stadt Rheinstetten zu arbeiten, berichtet Auszubildende Eisenmenger. Sie  erstaunt, wie eine junge Frau auf ihre Frage, für welchen der vielfältigen Angebote sie sich interessiere, von den Verwaltungsberufen nichts wissen will. „Ich möchte Gärtnerin werden, da bin ich an der frischen Luft“. Dem Berufswunsch dürfte nicht viel im Weg stehen.

Treibwagenführer und Busfahrer

Und beim Stand von VBK und  AVG sind nicht etwa die Berufe  in Werkstatt oder kaufmännischen Abteilungen die Renner: Stark nachgefragt sind Ausbildungen zum Triebwagenführer und Busfahrer.

Bei der Firma Basi in Rastatt nennt der Ausbildungsleiter gleich den Grund, weshalb der Industriegase-Hersteller in Rheinstetten präsent ist: "Obwohl es uns schon 100 Jahre gibt, kennen uns nur wenige." Dabei sei das Unternehmen einer der wichtigsten Hersteller von Industriegasen, die in der Automobilindustrie bis in den Kliniken Anwendung finden.

Dieses Mal hat die Firma den "Dreh raus": Es gibt Eistee aus Trockeneis.  Der Stand mit dem Getränk ist umlagert. Das Eis in den Trinkgläsern  verdampft direkt, was das Auge des Betrachter fasziniert.

Auch das gibt´s: Eistee aus Trockeneis. Foto: Weis

Herbert Friedrich von Weisenburger Bau GmbH  weiß, weshalb sein Unternehmen erstmals auf der Messe dabei ist: "Wir verlagern in den nächsten Monaten unserer Firmensitz von Rastatt nach Karlsruhe. Da ist es gut, wenn wir bei den jungen Leuten in der Stadt Karlsruhe als Ausbildungsbetrieb etwas für unseren Bekanntheitsgrad tun."

Ausbildungsplatzdschungel

Wie man in dem Ausbildungsplatzdschungel - allein das Handwerk ist mit 180 Berufen vertreten - den Überblick hat, erfahren die Besucher nach der Eröffnung der Messe in wechselnden Vorträgen.

Ob die  Veranstalter die angestrebte Zahl von 20 000 Besuchern bis zu Ende um 15.30 Uhr erreichten, konnten die Organisatoren nicht sicher sagen. Ausgehend davon, dass schon vor 10 Uhr der große Parkplatz eins bei der Messe belegt war, viele mit dem Shuttlebus vom Hauptbahnhof kamen und um 11 Uhr der zweite große Parkplatz ebenfalls belegt war, deutet einiges darauf hin.

Bleibt noch die "Vier-Punkte-Anmerkung" von Wolfgang Grenke, worauf es aktuell auf dem Ausbildungsmarkt ankommt: Junge Leute aus bildungsfernen Familien an den Arbeitsmarkt heranführen, die Weiterbildung generell forcieren, Verbesserungen bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie und schließlich die Umsetzung des Fachkräfte-Einwanderungsgesetzes.

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