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Schreiben von BNN-Redakteuren

Briefe an unsere Eltern: Was wir euch in der Corona-Pandemie unbedingt sagen müssen

Besuche in Pflegeheimen sind verboten, Familienfeiern ebenso. Das Coronavirus trennt Familien. Sieben BNN-Redakteure schreiben deshalb sehr persönliche Briefe an ihre Eltern, die wegen ihres Alters oder ihrer Gesundheit gefährdet sind.

In persönlichen Briefen wenden sich BNN-Redakteure an ihre Eltern, die sie wegen des Coronavirus momentan nicht besuchen können. Foto: Tobias Hase/dpa

Sie stoßen am Telefon oder durchs Fenster miteinander an, Enkel und Großeltern sehen sich nur im Videochat. Die Corona-Pandemie trennt Familienmitglieder voneinander, auch im Kollegenkreis. Sieben BNN-Redakteure haben sich deswegen mit ganz persönlichen Worten an ihre Eltern gewandt, die alleine in Pflegeheimen leben, sich aufs Land zurückgezogen haben oder wegen Autoimmunerkrankungen zur Risikogruppe gehören.

Alexei Makartsev: „Vertraue lieber deinem Bauchgefühl”

Lieber Vater,

es hat gut getan, am Telefon deine muntere Stimme zu hören. Uns trennen mehr als 2.000 Kilometer und mehrere Staatsgrenzen, doch du warst eben hier, ganz nah bei mir. In Feierlaune, weil gerade dein neues Märchenbuch erschienen ist, in dem du ein Kapitel deinen Enkelkindern in Deutschland gewidmet hast. Und als wir virtuell miteinander angestoßen haben, ich mit deutschem Bier und du mit russischem Wodka, war die Welt kurzzeitig wieder in Ordnung.

Ich bin froh, dass du vor dem Virus aus Moskau in dein Wochenendhäuschen geflohen bist. Auf der Datscha bist du im Moment sicher. So sicher wie man es eben sein kann in Russland, wo die Epidemie lange belächelt und geleugnet wurde und wo jetzt alle Alarmglocken läuten. Endlich. Natürlich findest du das Vorgehen der Regierung gut, wir wollen uns jetzt keinen politischen Streit liefern, aber ich finde, dass Russland viel zu spät reagiert hat.

In diese Datscha hat sich Alexei Makartsevs Vater zurückgezogen. Foto: Alexei Makartsev

Das ganze Land hat eine Woche Urlaub, und dann? Wieso wisst ihr nicht, wie es weitergeht? Hilft jemand den Menschen, die nicht mehr arbeiten können? Du sagst, dass die Medizin „auf Hochtouren arbeitet“, aber ich kenne das System und weiß, dass das Überleben für die Schwachen und Armen oft nur eine Sache von Glück ist.

Papa, traue nicht den offiziellen Verlautbarungen im Fernsehen, und höre lieber auf dein Bauchgefühl. Ziehe dich maximal zurück. Ein Sturm zieht auf, er wird heftiger sein als alles, was ihr bislang erlebt habt. Ihr müsst ihn irgendwie überstehen.

Es ist deprimierend zu hören, dass sich viele Russen – anarchistisch wie sie oft veranlagt sind – nicht an die Empfehlungen der Mediziner halten. Das Festhalten am alten Prinzip „Es wird schon irgendwie gut gehen“ wird viele umbringen. Ich bin froh, dass ihr vernünftig seid und jede Gesellschaft meidet. Auf der Datscha gibt es nach dem Winter viel zu tun, das wird dich eine ganze Weile beschäftigen. Wir sitzen das aus und wenn es vorbei ist, werden wir bei uns gemeinsam feiern!

Alexei Makartsev ist Stellvertretender Ressortleiter Politik bei den BNN und hat russische Wurzeln. Sein Vater (78), auch Journalist, lebt in Moskau.

Martha Steinfeld: „Von der Kunst, Dinge hinzunehmen”

Lieber Papa,

als das alles losging, machte ich mir um dich und Mama keine Sorgen. Mein Leben lang erzähle ich jedem stolz, wie jung meine Eltern sind. 24 warst du, als du mein Papa wurdest. Bald bin ich 38.

Als es hieß, man solle Kinder von Großeltern fernhalten, dachte ich noch, was für ein Glück ich habe. Anfang 60 ist ja kein Alter. Es dauerte ein paar Tage, bis mir etwas einfiel, was ich jahrzehntelang verdrängt hatte. Du hast eine Autoimmunkrankheit. Dein Körper versucht, deine Leber abzustoßen.

Langsam kamen die Erinnerungen: An den Winter, in dem die Krankheit diagnostiziert wurde. An deine gelbe Haut, die wir wegen des wenigen Sonnenlichts zu spät bemerkt hatten. An die Biopsie, nach der du fröhlich aber erschrocken ins Telefon geschimpft hattest, wie „scheißeweh“ sie getan hat. Und an die Medikamente, die du bis heute nimmst. „Dieselben, die Menschen bekommen, denen ein Organ transplantiert wurde“, hattest du damals erklärt. Medizin, die dein Immunsystem unterdrückt, damit dein Körper seine Leber akzeptiert.

„Menschen mit geschwächtem Immunsystem – zu dieser Corona-Risikogruppe gehörst du“, sagte ich am Telefon, nachdem du mir erzählt hattest, dass du noch ins Büro gehst. „Ach ja, so ist das eben“, hast du geantwortet, in deiner Art, Dinge hinnehmen zu können, von der ich so überhaupt nichts abbekommen habe. „Außerdem bist du ein Mann und die scheint es öfter schwer zu erwischen“, mahnte ich. Dich bremste das nicht: „Martha, was passiert, das passiert.“

Zu deinem 62. Geburtstag stießen wir durchs Fenster eurer Erdgeschosswohnung mit Wein an. Das Foto davon postete ich auf Facebook. „Wie süß“, kommentierten viele Freunde. Ich aber überlege inzwischen, ob du nicht zu lange am offenen Fenster standest. Es hatte nur vier Grad. Und ich frage mich, ob du mein Weinglas wirklich nicht angefasst hast, nachdem ich es abgestellt hatte. Und ich hoffe, du passt bei der Arbeit auf. Ich brauche dich nämlich. Ich kann Dinge nur sehr schlecht hinnehmen.

Martha Steinfeld leitet das Projektteam Veranstaltung. Ihre Eltern sind Anfang 60 und leben in Karlsruhe.

Tanja Rastätter: „Gesundheit ist das Wichtigste”

Liebe Mama und lieber Papa,

bald, am 18. April, wird Papa 70 Jahre alt. Eigentlich war ein Fuerteventura-Urlaub geplant. Ihr hättet Eure fast 40-jährige Tochter auf die Kanaren eingeladen – „zur Rentnerbetreuung.“ Jetzt ist nicht einmal eine Feier oder Fahrt an den Bodensee drin. Auch Euer „zweites Wohnzimmer“, das Karlsruher Sonnenbad, ist zu. Statt Urlaub in Karlsruhe gibt es nur Zeit in den eigenen vier Wänden.

Ursprünglich wollte ich Euch in dieser Zeit nicht besuchen. Wir haben uns dennoch kurz gesehen – der Abstand war viel größer als sonst. Was ihr gerne herunterspielt: Ihr habt zu hohen Blutdruck. Papa hatte einen Herzinfarkt und die Autoimmunerkrankung Myasthenie unterschlägt er gerne.

Oft denke ich an die vielen gemeinsamen Momente, aber auch an den Tod von Mamas Schwester im Januar. Damals war Corona nur ein Thema in China. Nun schenkte ich Euch Atemschutzmasken. Noch scheint es komisch, damit auf die Straße zu gehen. Aber was sagt Ihr immer? „Gesundheit geht vor.“

Tanja Rastätters Eltern vor Corona-Zeiten. Foto: Tanja Rastätter

Mama kann nicht ins Fitnessstudio. Ihren künstlichen Knien fehlt Bewegung. Papa ist ein „Forthocker“. Er pflegt seine Kaffeeverabredungen und den FC West-Stammtisch. Als er vor zwei Wochen erzählt hat, dass alle bei einer Männerrunde jeden zweiten Stuhl freiließen und zugleich scherzten, dass sie sich demnächst in einer Garage um die Ecke treffen, hat mir das gar nicht gepasst. Zum Glück blieb das nur ein Spruch.

Dann darf Eure einzige Tochter sich anhören, dass sie Mama verbrennen und Papa im Sarg beerdigen soll. Doch als Euer Schätzle und KSC-Begleiter möchte ich mir diese Gedanken nicht machen – noch nicht und nicht jetzt. Mein Appell lautet: Haltet Euch an die Vorgaben. Dann können wir den Geburtstagsurlaub und die Feier bald nachholen – von mir aus in Deutschland und an Papas Lieblingsort Inzell.

Tanja Rastätter ist Redakteurin in der Online-Redaktion bei den BNN, ihre Eltern sind 65 und 69 Jahre alt und leben in Karlsruhe-Knielingen.

Rainer Obert: „Zusammenhalt ohne große Worte”

Liebe Mama, lieber Papa,

verrückt – ich schreibe einen Brief ... an euch Eltern von uns drei Söhnen. Vielleicht eine gute Zeit, wieder echte Briefe zu schreiben, die man in der Hand hält, die nicht gelöscht werden können. Schon immer lebt ihr nach dem Motto: Im Mittelpunkt stehen, das ist nichts für uns. Einfach zwei Rädchen sein, die sich Jahr um Jahr zuverlässig drehen, fertig. Daher werdet ihr wohl genau jetzt beim Lesen die Augenbrauen hochziehen.

Papa wurde 1939 kurz nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs geboren, Mama 1945 kurz nach Kriegsende. Papa hat schon als Jugendlicher fußballfeldgroße Wiesen allein mit der Sense gemäht – ein Bursche, der sich durchbeißt. Mama, du wolltest offenbar von Geburt an niemandem Umstände bereiten, bis heute.

Diese Krise drängt mich dazu, danke zu sagen. Für das große Ganze und viele kleine Momente. Etwa an Weihnachten. Ich habe das nie erzählt, aber wenn wir drei Brüder einst mit dem Vater am Weihnachtsabend Schulter an Schulter die Straße entlang zur Kirche gegangen sind, fühlte ich mich immer wie einer der Cartwrights aus der Westernserie Bonanza, wenn Ben mit seinen drei Söhnen an der Seite in die Stadt reitet.

Rainer Obert feierte kürzlich noch mit der ganzen Verwandtschaft den 80. Geburtstag seines Vaters Theo. Die Torte zierte dessen Konterfei aus jungen Jahren. Foto: pr

Eine Mischung aus Stolz und Stärke. Dasselbe Gefühl, wenn ich dich, Mama, dann von der Empore im Kirchenchor singen hörte. Wir waren nie eine Bussi-Bussi-Familie, aber wenn es zählt, halten wir zusammen – ohne große Worte.

Die zwei Rädchen haben über Jahrzehnte ihren Dienst im Uhrwerk des Lebens getan, aus drei Kindern Männer gemacht, aus allen ist nach deutschen Maßstäben was geworden. Gute Arbeit. „Der Krieg war schlimmer“, das sagst du bei Problemen oft, Papa. Auch zur Coronavirus-Krise – und hast gescholten, als die Feuerwehr durchs Dorf fuhr und ermahnte, zuhause zu bleiben.

Ihr zwei alten Rädchen gehört nun mal zur Risikogruppe. Wir Kinder und Enkelkinder brauchen euch noch. Nehmt euch jetzt bitte wichtig, denn ihr seid wichtig. Riskiert nichts und passt auf euch auf!

Rainer Obert ist stellvertretender Leiter der Lokalredaktion Ettlingen, seine Eltern wohnen in Malsch-Völkersbach.

Rainer Haendle: „Ich habe sehr viel Angst um Euch”

Liebe Mama, lieber Papa,

am vergangenen Wochenende wollten wir uns ja beim großen Familienfest mit Onkels, Tanten, Neffen, Cousinen und Brüdern treffen. Doch dann kam alles ganz anders und wir haben uns gegenseitig in der Familien-Whats-App-Gruppe mit Bildern und Videos unterhalten. Dass uns der kleine Hannes dabei seine Mathe-Hausaufgaben unterjubeln wollte, hat ja eher für Heiterkeit gesorgt. Ansonsten war die Stimmung ziemlich gedrückt.

Auf uns allen liegt im Moment ein großer Schatten. Ich fühle mich dabei immer wieder an unseren Sommerurlaub in meiner Kindheit in Wisch an der Ostsee erinnert: Erst die unbeschwerten Tage auf dem Bauernhof und am Strand und plötzlich wurdet ihr Erwachsene alle ganz ernst und die Urlaubsfreude war Knall auf Fall dahin. Das Attentat auf die Olympischen Spiele in München im Spätsommer 1972 ließ damals die Stimmung kippen, was wir Dreikäsehochs so recht nicht begreifen konnten.

Rainer Haendle im Alter von acht Jahren. Foto: pr

Ihr habt Euch viel Sorgen gemacht – übrigens auch um mich, weil ich in jenen Tagen mit dem Paddelboot der Familie einfach mal so in See gestochen bin, ohne auf Wind, Strömung und Wellengang zu achten. Während Ihr am Strand aus Angst um mich auf- und abgetigert seid, paddelte ich längst außer Rufweite und sorglos auf der Ostsee in Richtung der großen Schiffe.

Mehr als viereinhalb Jahrzehnte später hat sich das mit der Angst komplett ins Gegenteil verkehrt. Nun werfe ich Euch vor, dass Ihr zu leichtsinnig mit der Situation umgeht, weil ich Angst um Euch habe. Während Ihr im hohen Alter mit Gelassenheit der Krise trotzt, habe ich fürchterliche Angst davor, Euch zu verlieren.

Bitte nehmt die Situation nicht auf die leichte Schulter, bleibt bitte in der ertragbaren Isolation Eures Häuschens, bis ein Impfstoff verfügbar ist. Wir wollen doch noch möglichst viele gemeinsame und unbeschwerte Sommer in unserem geliebten Feriendomizil am Attersee erleben.

Rainer Haendle ist stellvertretender Chefredakteur bei den BNN, seine Eltern sind 85 und 83 Jahre alt und leben in der Universitätsstadt Erlangen.

Sibylle Kranich: „Krisen sind keine Katastrophe”

Liebe Mama,

telefonieren war noch nie unser Ding, stimmt’s? Wenn – dann nur, um uns kurz das Wichtigste zu sagen. „Ich hole Dich um 12 Uhr ab.“ Oder: „Es wird ein paar Minuten später.“ Das mit dem Abholen hat sich erst mal erledigt. Leider. Gerade darfst Du das Pflegeheim nicht verlassen. Vorerst können wir uns also keine unanständig großen Stücke Sahnetorte im Café nebenan reinhauen, wir können nicht gemeinsam ins Kino gehen und ich kann Dir nicht bei einem „winzigen“ Glas Whisky Wikipedia-Einträge vorlesen von Dingen, die Du auch mit 80 noch unbedingt wissen möchtest.

Das Telefon ist gerade unsere einzige Verbindung. Aber: Ich rufe Dich selten an und Du mich nie. Andere finden das seltsam. „Ist Deine Mutter im Heim nicht einsam“, fragen sie. „Nein“, antworte ich. „Bestimmt nicht. Sie liest viel und schreibt Briefe, außerdem steht ihr Telefon nie still.“

Was Dich angeht, liebe Mama, kann ich immer ganz beruhigt sein und das ist ein unglaublich tolles Gefühl. Du rufst mich nicht hundert Mal am Tag an, weil Dir die Decke auf den Kopf fällt, Dir was weh tut oder Du einsam bist. Ich lebe hervorragend in der Gewissheit, dass Du Dich meldest, wenn Du mich brauchst, aber dass Du ansonsten gut zurecht kommst. Krisen konnten Dich noch nie umwerfen.

Das Wissen um Deine Stärke ist ein riesiges Geschenk. Es macht mich innerlich ganz ruhig und leicht. „Sorge Dich nicht – lebe!“ hast Du oft zu mir gesagt. Wenn mal was Schlimmes passierte, warst Du die Erste, die der miesen Situation noch etwas Positives abgewinnen konnte. Ausgehverbot? „Nicht schlimm“, hast Du gesagt. „Ich habe doch Bücher.“

Sibylle Kranich und ihre Mutter vor der Corona-Pandemie. Foto: pr

Diese Grundhaltung ist das Beste, was Du mir mit auf den Lebensweg geben konntest. Weil ich weiß, dass Du keine Angst hast, muss ich auch keine haben. Vor nichts und niemandem. Das war als kleines Mädchen so und das wird immer so bleiben.

Sibylle Kranich ist Redakteurin bei den BNN. Ihre Mutter lebt im Pflegeheim und feiert am Samstag ihren 80. Geburtstag. Eigentlich hätte es ein großes Fest mit vielen Freundinnen geben sollen. Daraus wird vorerst nichts. Vorerst!

Roswitha Bruder-Pasewald: „Es bleibt nur der Blick aus dem Fenster”

Liebe Mama,

ich kann mich gut erinnern, wie wir vor kurzem im Restaurant zusammensaßen und Pläne für Ostern schmiedeten. Endlich mal wieder alle zusammen – Deine zwei Töchter, die drei Enkel, die beiden Urenkelinnen. Ich weiß: Das sind die kleinen Freuden in deinem Alltag, der von der Fürsorge für deine Liebsten bestimmt wird. Uns könne schließlich was geschehen, nicht Dir!

Jetzt ist alles anders. Seit vielen Tagen ist Dein Heim abgeriegelt, aus Sorge, dass das Coronavirus nicht vor der Tür Halt macht. An Besuche ist nicht zu denken, es bleiben lediglich Telefon und Brief. Wir könnten Dir winken, wenn wir unten auf der Straße stehen und Du auf Deinem kleinen Balkon Sonne tankst. Aber eine liebevolle Umarmung, ein inniges Streicheln der Hände kann dies nicht ersetzen.

Du gehörst jener Generation an, die Kriegsnächte erlebt hat, die entbehrungsreichen Zeiten des Wiederaufbaus, die Wirtschaftswunderjahre. Vielleicht erklärt dies, warum Du nicht wie viele ins Jammern verfällst, die Situation klaglos hinnimmst. Dabei hättest Du allen Grund – eingeschlossen in ein kleines Zimmer, beraubt all der Dinge, die Dir wichtig sind: der Gottesdienst, das Gespräch mit anderen Altenheimbewohnern, die gemeinsamen Essenszeiten. Wie lange Tage werden können, das erfahren wir am eigenen Leib. Doch wir können in unseren Wohnungen rumwerkeln, den Garten auf Vordermann bringen, kleine Spaziergänge unternehmen. Dir bleibt nur der Blick aus dem Fenster

Es ist wie immer: Du bis diejenige, die sich um ihre Familie sorgt. Um die Arbeitsstelle des Enkels, um das Knie der Tochter, um die beiden Urenkelinnen, die nicht mal mehr ihre Freundinnen treffen dürfen. Fälle wie in Würzburg schnüren mir und meiner Schwester die Kehle zu, und uns bleibt nur die Hoffnung, dass wir das alle irgendwie unbeschadet überstehen. Und dann gehen wir ganz groß feiern, die ganze Familie, in deinem Lieblingslokal. Versprochen!

Roswitha Bruder-Pasewald ist Leiterin der Fächer-Redaktion. Ihre 93-jährige Mutter lebt in einem Pflegeheim in Achern.

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