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Pause bis mindestens 3. Mai

Corona bringt weiter Ungewissheit für Theater in der Region

Kultureinrichtungen wie Theater, Konzertsäle und Kinos bleiben in Baden-Württemberg mindestens noch zwei Wochen geschlossen. Wie es danach weitergeht, will das Kunstministerium dann prüfen. Öffnungen wird es wohl nur nach und nach geben. Dem Stau verschobener Premieren könnte manche Produktion ganz zum Opfer fallen.

Szenisch geprobt, aber bislang nicht aufgeführt ist die Neuinszenierung der Oper "Wozzeck" am Badischen Staatstheater. Die ursprünglich für den 28. März angesetzte Premiere muss weiterhin verschoben werden. Foto: Artis

Es war absehbar, dass nicht nach dem 19. April sofort wieder Theater gespielt werden kann. Wie lange die Bühnen aber noch pausieren müssen, ist weiterhin nicht absehbar. Zunächst einmal hat das Kunstministerium beschlossen, dass die Zwangspause zur Eindämmung der Corona-Verbreitung bis mindestens zum 3. Mai verlängert wird. Das bedeutet zahlreiche Ausfälle, verschobene Premieren und wohl auch den Gesamtausfall für manche Produktion.

Bislang hoffen die Bühnen darauf, ihre verschobenen Premieren nachholen zu können. Die seit 13. März geschlossenen Theater müssen sich nun noch mindestens bis zum 3. Mai gedulden. „Insgesamt entfallen dadurch bei uns dadurch knapp 200 Vorstellungen“, sagt Peter Spuhler, Generalintendant des Badischen Staatstheaters.

Keine Normalität bis Sommerpause?

Sechs davon wären Premieren gewesen, unter anderem die Oper "Wozzeck" und das Ballett "Maria Stuart"  Man wolle alle Premieren nachholen. In der laufenden Spielzeit sei das aber nicht komplett möglich. „Mit einem normalen Spielbetrieb rechne ich bis zur Sommerpause nicht“, so Spuhler gegenüber den BNN. Er sehe die kommenden Monate quasi als „Wiedereingliederungsphase – auch, damit wir uns als Menschen im Publikum und auf der Bühne wieder aneinander gewöhnen können.“

Man wolle Neuproduktionen, die sich in dieser Saison nicht mehr unterbringen ließen, daher in die nächste Spielzeit verlegen. „Dadurch beginnt jetzt eine Art Verschiebebahnhof“, so Spuhler. Denn auch die nächste Spielzeit sei bereits durchgeplant, und in der Oper müsse man teilweise noch weiter im Voraus disponieren.

Bibliotheken dürfen öffnen

Leichte Lockerungen gibt es im Kulturbereich: Unter strengen Auflagen zum Infektionsschutz und Hygienemaßnahmen sei die Öffnung von Bibliotheken und Archiven vom 20. April an möglich, so das Kunstministerium. Dies sei „ein allererster Schritt und ein Signal, dass es auch in diesem Bereich Bewegung gibt“. In zwei Wochen werde man prüfen, welche nächsten und übernächsten Schritte hin zu einer sukzessiven Öffnung möglich seien.

Pforzheim plant ab 19. Mai

Am Stadttheater Pforzheim ist bereits jetzt die nächste angesetzte Vorstellung auf den 19. Mai terminiert – also erst in mehr als vier Wochen. Denn die Stadt Pforzheim hatte zunächst in einer eigenen Verordnung alle städtischen Veranstaltungen bis zum 17. Mai gestrichen. Falls am 19. Mai tatsächlich mit „Faust II“ der Pforzheimer Spielbetrieb wieder aufgenommen werden könnte, bestünden zumindest noch Chancen, die bis dahin verpassten Premieren des Auftragswerks „Katharina Kepler“ und des Musicals „Titanic“ nachzuholen.

Eine kleinere Schauspielproduktion hingegen wird entfallen, eine weitere wird verschoben. „Wir haben einen Überhang an erfolgreichen Produktionen, die wir zunächst mal anbieten werden, wenn der Spielbetrieb wieder läuft“, erklärt Verwaltungsdirektor Uwe Dürigen.

Viele Fragezeichen

Wie schnell dieser wieder anlaufen kann, sei mit vielen Fragezeichen versehen: „Auch wenn das Publikum die Abstandsregeln einhalten würde, wäre auf der Bühne nicht alles möglich. Wie soll im Ballett ein Pas de Deux ohne Kontakt gehen?“ Hinzu komme, dass nach mehreren Wochen ohne Spielpraxis auch bereits laufende Produktionen nochmals „trainiert“ werden müssten.

Was eine mehrwöchige Schließung für Privattheater bedeutet, hatte Bernd Gnann, Geschäftsführer des Kammertheaters Karlsruhe, bereits Anfang April erklärt. Allein durch die zunächst beschlossene Schließung bis zum 19. April müsse sein Haus mit 380.000 Euro Einnahmenverlust rechnen. Gnann versucht nun, diesen Einbruch mit dem Betrieb eines Autokinos in Karlsruhe etwas abzufedern. Wie es langfristig weitergeht, ist aber auch im Kammertheater völlig offen.

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