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Fälle häufen sich in Heimen

Corona-Hotspots treiben die Fallzahlen im Landkreis Karlsruhe in die Höhe

Zahlen sind für Vergleiche naturgemäß gut geeignet, und von diesen werden in Bezug auf die Corona-Krise täglich neue veröffentlicht. Die Fallzahlen steigen mancherorts rapide an, während in anderen Gebieten überschaubare Statistiken herrschen. Grund dafür sind Ausbrüche in Pflegeheimen und Gruppen.

Rechts und Links vom Rhein: Vor der Krise prägten Pendlerströme zwischen dem Landkreis Germersheim und dem Landkreis sowie der Stadt Karlsruhe die Brücken des Flusses. Die derzeitige Belastung der jeweiligen Gebiete durch bestätigte Corona-Fälle unterscheidet sich aber eklatant. Foto: Hora

Zahlen sind für Vergleiche naturgemäß gut geeignet, und von diesen werden in Bezug auf die Corona-Krise täglich neue veröffentlicht. Die Fallzahlen steigen mancherorts rapide an, während in anderen Gebieten überschaubare Statistiken herrschen. Der Landkreis Karlsruhe verzeichnet inzwischen insgesamt 839 bestätigte Fälle – auf der anderen Seite des Rheins im Landkreis Germersheim sind es beispielsweise nur 123.

Pendlerströme über die Brücken zwischen den Gebieten prägen normalerweise die Beziehung der beiden. Die Häufung von Infektionen mit dem Coronavirus auf der Karlsruher Seite basiert nicht selten auf Ausbrüchen, die innerhalb einer Gruppe stattfinden.

Pflegeheime bündeln zahlreiche Corona-Fälle

Solche Hotspots erlebte der Landkreis Karlsruhe nicht zuletzt auch durch die schnelle Verbreitung des Virus in einigen Senioreneinrichtungen. In zwei Pflegeheimen in Stutensee sind alleine fast 40 Mitarbeiter und Bewohner positiv getestet worden , im Haus Schönblick in Bretten-Neibsheim waren es zuletzt fast 200, im Seniorenzentrum in Walzbachtal sind es rund 50. Doch auch andere Landkreise haben mit Anhäufungen wie diesen zu kämpfen.

Häufungen von Infektionen an einer Stelle spielen eine wesentliche Rolle beim Infektionsgeschehen.
Martin Zawichowski, Sprecher des Landkreises Karlsruhe

Im Enzkreis kam es ebenfalls zu vermehrten Ansteckungen in Heimen. Die Gemeinde Baiersbronn im Landkreis Freudenstadt erhöhte die Fallzahlen, nachdem bei einer Busgruppe im Anschluss an ihre Reise im Tiroler Skiort Ischgl das Virus nachgewiesen wurde.

Die kleine Gemeinde kam damit insgesamt auf 144 Infizierte. „Häufungen von Infektionen an einer Stelle spielen eine wesentliche Rolle beim Infektionsgeschehen, auch im Landkreis Karlsruhe“, teilt Pressesprecher Martin Zawichowski mit.

Urlaubsheimkehrer verursachten die ersten Peaks

Dies habe in der Frühphase im März, noch vor den Reise- und Kontaktbeschränkungen, besonders Skifahrergruppen betroffen. „Wir können nachverfolgen, dass die anfänglichen Corona-Fälle im Stadt- und Landkreis Karlsruhe fast ausschließlich von Urlaubsheimkehrern aus Skigebieten stammten.“

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Besonders auffällig sei das in Bretten gewesen, wo sich herausstellte, dass eine ganze Gruppe infiziert war. Die Alters- sowie Gesundheitsstruktur der Betroffenen sei jedoch so gewesen, dass teilweise Erkrankungen zu verzeichnen waren, aber keine Todesfälle, so Zawichowski.

Bei den Todesfällen ist der ganz überwiegende Teil in Pflegeheimen zu beklagen.
Martin Zawichowski, Sprecher des Landkreises Karlsruhe

Bei Ausbrüchen in den Pflegeheimen, die die Zahlen inzwischen nach oben steigen lassen, sei das aber anders. „Bei den Todesfällen ist der ganz überwiegende Teil in Pflegeheimen zu beklagen und steht somit in Zusammenhang mit Hotspots.“ Von derzeit 45 gehen 36 im Stadt- und Landkreis Karlsruhe darauf zurück.

Landkreis Germersheim verzeichnet bislang keine Hotspots

Der Blick über den Rhein zeigt, welchen Unterschied solche Ereignisse in der Statistik bringen. Zwar unterscheidet sich der Landkreis Germersheim in Größe und Einwohnerzahl um mehr als die Hälfte, dennoch: „Es gab bis dato keine regionalen Schwerpunkte oder Hotspots bei der Ausbreitung des Virus“, sagt der dortige Landrat Fritz Brechtel. „Die Region war relativ gleichmäßig davon betroffen.“ Zwei Menschen starben an den Folgen.

Landrat erwartet dennoch steigende Fallzahlen

Lediglich zu Beginn gab es auch dort kleine Gruppen von Skifahrern, die aus Südtirol oder Ischgl zurückkehrten und positiv auf das Virus getestet wurden. Pflegeheime seien bislang nicht in besonderem Maß betroffen, so Brechtel.

Die Südpfalz habe insbesondere aufgrund der Grenze zum französischen Risikogebiet „Grand Est“ frühzeitig restriktive Rechtsverordnungen erlassen. „Das hat sich aus unserer Sicht ausgezahlt“, sagt er. „Ich erwarte – möglicherweise auch durch die Lockerungen – weiterhin Infektionen auch im Landkreis Germersheim.“

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