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Neues Videoprojekt

Künstler des Staatstheaters Karlsruhe solidarisieren sich mit frei schaffenden Kollegen in der Corona-Krise

Die Coronakrise hat frei schaffende Künstlerinnen und Künstler besonders gebeutelt. Darauf wollen fest angestellte Staatstheater-Mitarbeiter mit einem solidarischen Videoprojekt hinweisen.

Herzensgruß statt Abstandsmessung demonstriert der Clown Georg „Schorsch“ Schweizer bei der Begegnung mit dem Staatstheater-Bühnenmeister Stefan Blum. Foto: Alex Hauk

Nun sind es fast 15 Monate, seitdem die Kunst ihre Öffentlichkeit weitgehend verloren hat. Theaterhäuser dichtgemacht, Konzertbühnen geschlossen. Kunst- und Kulturschaffende können ihrer Arbeit nur unter großem Aufwand und Mühe nachgehen, wenn es denn überhaupt möglich ist.

Trotzdem: Glück dem Schauspieler, der an einem Haus eine Festanstellung hat. Glück der Musikerin, die eine sichere Stelle im Orchester hat. Unglück allen Freien, die kein festes Gehalt beziehen.

Ergänzung zur Karlsruher Aktion „Kulturgesichter 0721“

Seit Oktober vergangenen Jahres versucht die Initiative „Kulturgesichter 0721“ diesen Menschen ein Gesicht zu verleihen. Nun gibt es hier weitere Unterstützung: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Badischen Staatstheaters solidarisieren sich mit den freien Kulturschaffenden.

Um sich mit den Solo-Selbständigen der Karlsruher Kulturbranche verbunden zu zeigen und auf diesem Weg zumindest einige der Freien sichtbar zu machen, hat eine Initiative aus Mitgliedern der freien Szene und des Staatstheaters das Projekt „Solo-Darität 0721“ ins Leben gerufen.

Gunnar Schmidt, Sprecher des Schauspielensembles, erklärt den Impuls: „Als der Zustand und die Schaffensumstände der Freien immer mehr ins Bewusstsein gedrungen waren, dass viele durch sämtliche Raster der Hilfsangebote hindurch fallen, da haben wir, als ein gut geschütztes und gestütztes Theater, uns überlegt, was wir tun können.“

Gemeinsam mit Alex Hauk und Niklas Braun von „Kulturgesichter 0721“ und einer spartenübergreifenden Gruppe aus dem Haus entwickelte man die Idee zu einer Videoserie. Mit dieser Idee ist die Initiative an die Theaterleitung herangetreten. Diese gab grünes Licht, das bedeutet, dass die Videos über die Website und den Youtube-Kanal des Staatstheaters gestreamt werden.

Karlsruher Initiative schafft Plattform für freischaffende Künstler

In den vergangenen Wochen wurden Kapazitäten und Netzwerke genutzt, um eine audiovisuelle Plattform für Selbständige zu schaffen, auf der sie von ihrer Arbeit und ihrem Schicksal berichten können. Entstanden sind emotionale, persönliche, teils komische, teils ernste, stets künstlerische und berührende Episoden, die zumindest einigen „Unsichtbaren“ Gesicht und Stimme geben.

Acht Videoporträts wurden bisher abgedreht. „Es gibt da eine Schnittmenge mit den ‘Kulturgesichtern 0721’“, meint Schmidt, denn über diese war es leicht möglich, an die freien Kolleginnen und Kollegen heranzutreten. Dass nicht nur Menschen, die auf der Bühne stehen porträtiert wurden, sondern auch Menschen die hinter der Bühne für einen reibungslosen Ablauf sorgen, war den Verantwortlichen wichtig.

Jeweils montags um 16 Uhr geht ein neues Video online. Zwei sind bereits veröffentlicht: Im ersten lädt der Karlsruher Künstler und Komiker Georg Schweitzer den Bühnenmeister Stefan Blum in sein Atelier und seine Kunstwelt, ehe das Gespräch im Staatstheater fortgeführt wird. Im zweiten unterhält sich die Jazzsängerin Jana Schrietter mit der Sopranistin Christina Niessen und singt von der Baustelle des Jazzclubs.

Paten für alle beteiligten Künstler

Blum und Niessen sind die „Paten“ von Schweitzer und Schrietter. Auch das ist ein Merkmal der Videoporträts: Alle Künstlerinnen und Künstler bekommen ihre eigenen Paten für das Gespräch. Es ist der Wunsch und die Hoffnung der Initiative, dass das Projekt weitergeführt wird.

Dazu Gunnar Schmidt: „Mit der Unterstützung des Kulturamts konnten wir das Projekt starten. Jetzt werden wir mit dem gedrehten Material an verschiedene Leute herantreten. Vielleicht an den Freundeskreis des Staatstheaters, vielleicht nochmal ans Kulturamt. Da müssen wir noch ein paar Klinken putzen.“

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