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Lockerungen oder Notbremse?

Aktuelle Inzidenzwerte: Diese Corona-Regeln gelten in Ihrem Stadt- oder Landkreis

Abhängig vom jeweiligen Infektionsgeschehen werden die Corona-Regeln in Baden-Württemberg gelockert – oder auch verschärft. Wie entwickeln sich die Inzidenzwerte in den Stadt- und Landkreisen in der Region und welche Regeln gelten? Ein Überblick.

Der Lockdown wird stufenweise gelockert – abhängig von den Inzidenzwerten ändern sich die Corona-Regeln. (Symbolbild) Foto: Tom Weller/dpa

Die Corona-Krise beschäftigt die Menschen in der Region bereits seit über einem Jahr und schränkt das öffentliche Leben ein. Nach einem „Lockdown light“ im November folgte eine Verschärfung, Verlängerung folgte auf Verlängerung – bis sich Bund und Länder bei ihrer Konferenz Anfang März auf Lockerungen in Stufen einigten.

Allerdings sind diese Lockerungen nicht so einfach zu verstehen, denn sie sind in den Stadt- und Landkreisen nicht einheitlich, sondern abhängig vom jeweiligen Infektionsgeschehen.

Konkret wird das an den Inzidenzwerten festgemacht, also an den Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb der letzten sieben Tage.

Sobald dieser Wert in einer Region über mehrere Tage hinweg eine bestimmte Grenze unter- oder überschreitet, sind Änderungen der Corona-Regeln möglich.

In unserer Grafik sehen Sie tagesaktuell, wie sich die Inzidenzwerte in Ihrem Stadt- oder Landkreis in der Region derzeit entwickeln und ob grundsätzlich Lockerungen möglich sind oder in Kürze Verschärfungen der Corona-Regeln drohen könnten. Die örtlichen Gesundheitsämter legen dann die weiteren Schritte fest. Im Anschluss an die Grafik können Sie die aktuellen Corona-Regeln für Ihre Region nachlesen.

Überblick: Diese Regeln gelten in Ihrem Stadt- oder Landkreis

Wichtig ist zu wissen: Ob die Corona-Regeln in einem Stadt- oder Landkreis gelockert oder verschärft werden, entscheidet das örtliche Gesundheitsamt nach Prüfung der Zahlen.

Welche Corona-Regeln gelten seit dem 8. März?

Bund und Länder haben sich bei der neuen Corona-Verordnung auf stufenweise Lockerungen geeinigt. Prinzipiell gelten bereits einige Lockerungen, die aber in Regionen mit einer dauerhaften Sieben-Tage-Inzidenz von über 100 nicht in Kraft treten. Hintergrund ist, dass die Regeln an die Inzidenzen gebunden sind. In Landkreisen mit einem niedrigeren Wert ist mehr möglich.

Diese Stufen bei den Inzidenzwerten sind jetzt wichtig:

  • „Notbremse“ bei einer 7-Tage-Inzidenz über 100 an drei aufeinanderfolgenden Tagen
  • Grundlegende Lockerungen bei Inzidenzen zwischen 50 und 100
  • Weitere Lockerungen bei stabiler Inzidenz (fünf Tage unter 50)
  • Zusätzliche Lockerungen bei stabiler Inzidenz unter 35 möglich

Grundlegende Lockerungen bei einer Inzidenz unter 100

Private Treffen: Die Kontaktbeschränkungen werden grundsätzlich gelockert. Anders als bislang ist es wieder möglich, dass sich maximal fünf Personen aus maximal zwei Haushalten treffen. Kinder sind von dieser Regelung ausgenommen. Außerdem gelten Paare, die nicht zusammenleben, jetzt als ein Haushalt und können sich mit einem weiteren Haushalt treffen.

Eheschließungen können mit zehn Personen stattfinden, die Kinder der Eheschließenden zählen nicht mit.

Einzelhandel und Märkte: Prinzipiell dürfen Gärtnereien, Blumenläden und Baumärkte, Raiffeisenmärkte und Gartenmärkte sowie Baumschulen unter Hygieneauflagen wieder öffnen. Hier ist die maximale Kundenanzahl begrenzt, zudem gilt die Maskenpflicht wie in Supermärkten.

Der Einzelhandel darf in den betroffenen Gebieten „Click&Meet“ anbieten. Das bedeutet, dass Kunden einen Termin ausmachen und in einem festgelegten Zeitfenster dann vor Ort im Laden einkaufen und sich beraten lassen können. Auch hier gelten bestimmte Beschränkungen: Es darf nur ein Kunde pro 40 Quadratmeter im Geschäft sein. Auch hier gilt Maskenpflicht.

Der Buchhandel gehört nicht mehr zum Einzelhandel des täglichen Bedarfs. Für ihn gelten nun auch die entsprechenden „Click&Collect“ bzw. „Click&Meet“ Regelungen.

Die Öffnungen in Pforzheim sorgten direkt am 8. März zu einer langen Schlange vor dem C&A. Foto: Daniel Streib

Körpernahe Dienstleistungen: Friseure und Barbershops dürfen öffnen. Kunden müssen dabei eine medizinische Maske oder FFP2-/KN95-/N95-Maske tragen. Ist dies nicht möglich, muss ein tagesaktueller negativer Schnelltest vorgelegt werden. Dasselbe gilt auch für Kosmetik-, Nagel-, Tattoo-, Sonnen-, Massage- und Piercingstudios sowie kosmetische Fußpflegeeinrichtungen.

Kultur- und Freizeiteinrichtungen sowie Bibliotheken: Museen, Galerien, botanische und zoologische Gärten sowie Gedenkstätten dürfen öffnen, allerdings müssen Kunden vorab einen Termin buchen und ihre Kontaktdaten hinterlegen. Dasselbe gilt für Bibliotheken, Archive und Büchereien.

Sport: Sportanlagen und Sportstätten im Freien und in geschlossenen Räumen (Schwimmbäder ausgenommen) können betrieben werden. Dabei gelten die Regeln, dass nur kontaktarmer Freizeit- und Amateurindividualsport erlaubt ist – allerdings gelten hier angesichts der Personenzahl die gleichen Regeln wie bei privaten Treffen.

Kontaktarmer Sport in Gruppen von bis zu 20 Kindern (einschließlich 14 Jahre) ist nur im Freien erlaubt. Umkleiden, sanitäre Anlagen, Gemeinschaftseinrichtungen und Aufenthaltsräume dürfen aber nicht genutzt werden. Boots- und Flugschulen dürfen öffnen, allerdings muss bei der praktischen Ausbildung eine Maske getragen werden, theoretischer Unterricht muss online stattfinden.

Auto-Fahrten: Bei Mitfahrten von haushaltsfremden Personen im Auto gilt für alle Insassen eine Maskenpflicht (medizinische Maske oder FFP2-/KN95-/N95-Maske).

Zusätzliche Lockerungen bei einer stabilen Inzidenz unter 50

Einzelhandel und Geschäfte: Der Einzelhandel, Ladengeschäfte und Märkte können komplett wieder öffnen. Es gelten die Hygieneauflagen und Maskenpflicht. Zudem ist die Kundenzahl auf einen Kunden pro zehn Quadratmeter für die ersten 800 Quadratmeter Verkaufsfläche und einen weiteren Kunden für jede weiteren 20 Quadratmeter begrenzt.

Kultur- und Freizeiteinrichtungen: Besucher dürfen wieder ohne vorherige Buchung in Galerien, Museen, Gedenkstätten und Zoos sowie botanische Gärten. In Stadt- und Landkreisen mit einer stabilen 7-Tage-Inzidenz unter 50 dürfen Bibliotheken und Archive analog zu Museen ohne Einschränkungen öffnen.

Sport: Kontaktarmer Sport ist in kleinen Gruppen von nicht mehr als zehn Personen möglich – allerdings nur im Freien und auf Außensportanlagen. Öffentliche und private Sportanlagen in geschlossenen Räumen (Schwimmbäder ausgenommen) dürfen von maximal fünf Personen aus maximal zwei Haushalten (nach den Regeln zu privaten Treffen) genutzt werden.

Kunst- und Musikschulen: Hier ist Einzelunterricht und Unterricht von Gruppen von bis zu fünf Kindern (bis einschließlich 14 Jahre) möglich. Ballett- und Tanzschulen sind hiervon aber ausgenommen.

Weitere Lockerung bei einer stabilen Inzidenz unter 35

Die Kontaktbeschränkungen werden weiter gelockert. Jetzt sind Treffen von bis zu zehn Personen aus maximal drei Haushalten möglich. Die Kinder der Haushalte bis einschließlich 14 Jahre sind ausgenommen.

Notbremse: Corona-Regeln bei einer 7-Tage-Inzidenz über 100

Kontaktbeschränkungen: Die Regeln für private Treffen werden bei der Notbremse nicht weiter verschärft. Hier bleibt die allgemeine Regelung bestehen: Maximal fünf Personen aus maximal zwei Haushalten. Dabei zählen Kinder bis einschließlich 14 Jahre nicht mit. Paare, die nicht zusammenleben, gelten als ein Haushalt.

Einzelhandel und Dienstleistungen: Die Geschäfte dürfen kein „Click&Meet“ mehr anbieten. Auch körpernahe Dienstleistungen (Kosmetik-, Nagel-, Massage-, Tattoo-, Piercing- und Sonnenstudios) müssen wieder schließen. Ausnahmen gelten für medizinisch notwendige Behandlungen.

Kultur- und Freizeiteinrichtungen: Museen, Galerien, Zoos und botanische Gärten müssen im betroffenen Kreis wieder für den Publikumsverkehr geschlossen werden.

Ausgangsbeschränkungen: Sollten die Regeln nicht dabei helfen, die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, sind auch erneute Ausgangsbeschränkungen zwischen 21 und 5 Uhr denkbar.

Sport: Außensportanlagen für den Amateur und individuellen Freizeitsport müssen schließen. Sport im Freien ist dann wieder nur mit Angehörigen des eigenen Haushalts plus einer weiteren Person erlaubt, die nicht zum Haushalt gehört. Anders sieht es bei weitläufigen Anlagen wie Golfplätzen, Reitanlagen oder Tennisplatzanlagen aus. Hier dürfen mehrere Personen Sport machen, allerdings nur unter Einhaltung der Abstandsregeln.

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