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Schutzmaßnahmen

Coronavirus: Hier steht das öffentliche Leben in Karlsruhe still

Die Schutzmaßnahmen zur Eindämmung der Corona-Epidemie legen in Karlsruhe Teile des öffentlichen Lebens lahm. Veranstaltungen werden abgesagt, in Kliniken gibt es eingeschränkte Besuchszeiten und in vielen Gastwirtschaften herrscht gähnende Leere.

In Restaurants herrscht in Corona-Zeiten teilweise gähnende Leere Foto: Sandbiller

Nach dem Städtischen Klinikum bitten nun auch die Vincentius-Diakonissen Kliniken (ViDia) die Angehörigen ihrer Patienten, die Besuchszeit auf ein Minimum zu reduzieren. Auch hier wurden sämtliche öffentlichen Veranstaltungen zum Schutz für Patienten und Mitarbeiter vorsorglich abgesagt.

Unterdessen hat das Städtische Klinikum den am 28. Februar aufgenommenen Corona-Patienten aus Nürnberg entlassen. Er hatte an einem christlichen Kongress teilgenommen. Der am 5. März aufgenommene Corona-Patient aus dem Elsass wird im Klinikum weiter intensivmedizinisch behandelt.

Dehoga schätzt Umsatzrückgang in der Gastronomie auf bis zu 50 Prozent

Unterdessen hinterlässt die Corona-Krise deutliche Spuren in der Gastronomie und Hotellerie von Karlsruhe und der Region. Dehoga-Statthalter Waldemar Fretz spricht von Umsatzrückgängen zwischen 30 und 50 Prozent.

Angesichts der Corona-Ungewissheit blieben viele Gäste aus, hinzu komme die einbrechende Nachfrage durch die Absage von Messen wie der Inventa. Wenn durch Baustellen ohnehin schon gebeutelte Gaststätten dicht machen müssten, kämen sie auch nicht zurück, warnt Fretz.

Fridays for Future denken über Absage des Klimastreiks nach

Unterdessen denkt die Karlsruher Organisation der Fridays-for-Future-Bewegung (FFF) über eine Absage ihrer für den 20. März in der Innenstadt geplanten Demonstration nach. An den bisherigen Demonstrationen nahmen mehrere tausend Menschen teil.

„Wir machen uns viele Gedanken darüber. Klar ist, wir wollen niemanden gefährden“ so Paula Kanzleiter von der Karlsruher FFF-Gruppe gegenüber den BNN. „Wir wollen weiter aktiv in Sachen Klima bleiben, sehen aber unsere Verantwortung.“ Anfang der nächsten Woche wolle man eine Entscheidung treffen, mit dem Ordnungsamt sei man in Kontakt.

Frühlingsfest steht auf der Kippe

Viele Fragezeichen gibt es aktuell für die Schausteller. Zwar erhielten sie an diesem Mittwoch von der Stadt die Standgenehmigungen für das vom 4. bis 13. April auf dem Messplatz geplante Frühlingsfest. „Morgen kann das ja aber schon keinen Bestand mehr haben“, sagt Susanne Filder, Vorsitzende des Karlsruher Schaustellerverbands.

Einerseits ersann sie mit ihren Kollegen bereits neue Hygienemaßnahmen, etwa acht über den Rummel verteilte Waschbecken. Andererseits buchen die Beschicker derzeit noch nicht die übliche Werbung für das Frühlingsfest. „Die kostet uns 25.000 Euro“, so Filder. Aktuell seien lediglich die vergleichsweise günstigen Plakate gedruckt.

Filder berichtet von Karlsruher Schaustellern, die gerade zum Saisonauftakt auf dem Schriesheimer Mathaisemarkt standen – der nun vorzeitig beendet wurde. „Das ist wirtschaftlich schwierig für die Kollegen.“ Viele Mitarbeiter seien eigens aus Rumänien oder Polen angereist. „Die rechnen auch mit ihrem Lohn.“ Viele traditionsreiche Volksfeste seien bereits abgesagt oder in der Schwebe. Versicherungen für solche Ausfälle hätten die Schausteller nicht. Der Bundesverband habe sich deshalb nun an die Bundespolitik gewandt.

Flic-Flac läuft weiter

Beim Zirkus FlicFlac läuft das bis 22. März dauernde Gastspiel auf dem Karlsruher Messplatz aktuell regulär. Allerdings wird nicht das Maximum von 1.450 Karten verkauft, berichtet Pressesprecherin Barbara Rott. Bei den Nachmittagsvorstellungen am kommenden Wochenende seien über 1.000 Tickets online gebucht worden.

Reservix kontaktiere die Kunden und biete eine Rückgabe oder den Tausch für eine andere Vorstellung an. Grundsätzlich laufe das Gastspiel in Karlsruhe im Vergleich zu anderen Städten nicht sonderlich gut. „Aber die Stimmung ist im Zelt hervorragend. Die Menschen freuen sich auf die Show und genießen sie“, sagt Rott.

Badische Sportverbände warten auf Vorgaben der Bundesverbände

Im Haus des Sports an der Haid-und Neu-Straße, dem Sitz von mehreren Sportverbänden, ist die Unsicherheit ebenfalls spürbar. „Wir geben keine einheitliche Regelung für die Organisation des Spielbetriebs oder von Veranstaltungen heraus“, sagt Geschäftsführer Wolfgang Eitel vom Badischen Sportbund Nord. Deshalb sollten sich Vereine und Fachverbände an den Vorgaben des Robert-Koch-Instituts und der örtlichen Gesundheitsämter orientieren und eigene Entscheidungen treffen.

„Das Thema ist sehr komplex, und es gibt bislang kein richtig oder falsch“, nennt Eitel den Grund für die zurückhaltende Position des BSB Nord. Doch auch die Fachverbände suchen noch nach Orientierung. „Wir werden hier keinen Alleingang machen“, sagt Peter Knapp, Präsident des Badischen Handball-Verbands.

So lange der Deutsche Handball Bund keine klare Vorgabe für die Organisation des Spielbetriebs mache, werden Handballspiele in Karlsruhe wie terminiert über die Bühne gehen. Im Zuständigkeitsbereich des Badischen Turnerbunds (BTB) wurden dagegen bereits diverse Jugendwettkämpfe auf Gau- und Bezirksebene abgesagt.

„Die Unsicherheit ist auch bei Eltern und Vereinen zu spüren. Wenn nur noch wenige Kinder starten können, muss man besser einen rigorosen Schnitt machen“, sagt BTB-Geschäftsführer Henning Paul.

Beim Badischen Leichtathletik-Verband trudeln ebenfalls täglich Veranstaltungsabsagen ein, so die stellvertretende Geschäftsführerin Saskia Diel. Noch werde das Thema von den Vereinen unterschiedlich gehandhabt. „Darum warten wir auf eine klare Ansage des Deutschen Leichtathletik-Verbands“.

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