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Stopp gilt in ganz Europa

Daimler stellt wegen der Coronakrise die Produktion in Rastatt, Gaggenau und Wörth ein

Der baden-württembergische Autohersteller Daimler stoppt wegen der Corona-Pandemie die Produktion in zahlreichen europäischen Werken, darunter Rastatt, Gaggenau und Wörth. Aufgrund der sich zuspitzenden Lage habe sich der Konzern zu diesem Schritt entschieden, teilte Daimler am Dienstagnachmittag mit.

Das Logo der Daimler-AG ist an der Konzernzentrale zu sehen. Foto: Marijan Murat/dpa/Archivbild

Der Großteil der Produktion sowie die Arbeit in ausgewählten Verwaltungsbereichen in Europa werde für zunächst zwei Wochen unterbrochen, heißt es in einer Pressemitteilung der Daimler AG. Der Konzern orientiere sich dabei an den Empfehlungen der internationalen, nationalen und lokalen Behörden.

Werke in Rastatt, Gaggenau und Wörth betroffen

"Die Unterbrechung betrifft europäische Pkw-, Transporter- und Nutzfahrzeug-Werke des Unternehmens und beginnt in dieser Woche", so Daimler weiter. In Baden sind demnach die Mercedes Benz-Werke Rastatt und Gaggenau betroffen, aber auch Daimler größte Lastwagenfabrik im benachbarten Wörth.

Ein Grund für diese Entscheidung ist dem Konzern zufolge, dass die globalen Lieferketten derzeit nicht in vollem Umfang aufrechterhalten werden können. "Gleichzeitig trägt diese Entscheidung dazu bei, Daimler auf eine Phase vorübergehend niedrigerer Nachfrage vorzubereiten und die Finanzkraft des Unternehmens zu sichern."

Massiver Unmut in der Belegschaft

Nach Informationen unserer Zeitung gab es allerdings auch massiven Unmut innerhalb der Belegschaft, weil Poduktionsmitarbeiter trotz Ansteckungsgefahr weiterhin am Band stehen mussten, während Verwaltungsmitarbeiter ins Home-Office geschickt wurden.

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"Überall dort, wo der Betrieb aufrechterhalten werden muss, wird das Unternehmen entsprechende Vorkehrungen zum Infektionsschutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter treffen", verspricht Daimler nun. Sollte sich die Lage entspannen, werde der Betrieb wieder vollständig aufgenommen.

Die wirtschaftlichen Folgen der Maßnahmen ließen sich derzeit noch nicht beziffern. Eine Verlängerung hänge von der weiteren Entwicklung der Lage ab.

Auch VW und Audi fahren Produktionen runter

Zuvor hatten schon zahlreiche andere Autobauer angekündigt, die Produktion in ihren Werken herunterzufahren, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. So soll an den allermeisten VW-Standorten am Freitag (20. März) die letzte Schicht laufen. Die Konzerntochter Audi fährt ihre Werke in Ingolstadt, Neckarsulm, Belgien, Mexiko und Ungarn bis zum Wochenende ebenfalls schrittweise herunter , auch bei Skoda soll die Produktion eine Zeitlang stillstehen.

Opel fährt die Produktion in seinem Stammwerk Rüsselsheim herunter. Ford wird ab Donnerstag an den deutschen Standorten in Köln und Saarlouis sowie anderen Standorten in Europa die Bänder anhalten.

Hauptversammlung verschoben

Daimler selbst hatte Ende vergangener Woche bereits seine für den 1. April geplante Hauptversammlung auf unbestimmte Zeit verschoben. Für das Aktionärstreffen wird nun ein neuer Termin Anfang Juli angepeilt.

mit Material von dpa

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