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Verordnung in Kraft

Die Einkaufsstadt Karlsruhe ist wegen des Coronavirus vorerst nicht mehr

Die Corona-Krise legt das öffentliche Leben in Karlsruhe schrittweise lahm. Mit der Schließung zahlreicher Läden wurde der nächste Schritt zur Eindämmung des Virus vollzogen. Die Innenstadt wirkt seither wie ausgestorben.

Ins Einkaufszentrum Ettlinger Tor verlieren sich nur noch wenige Menschen Foto: jodo

Die gespenstische Atmosphäre im größten Konsumtempel der Stadt ist am Mittwoch regelrecht greifbar. In den weitläufigen Gängen des Einkaufszentrums „Ettlinger Tor“, in denen zur Mittagszeit normalerweise Hochbetrieb herrscht, verlieren sich nämlich nur wenige Besucher.

Die Türen der Filialen von internationalen Modeketten wie Pimkie, Zara oder H&M sind bereits einbruchssicher verschlossen, in anderen Läden sind die Mitarbeiter noch mit Aufräumen oder Putzen beschäftigt. Erst am Dienstagabend hat die Landesregierung die Schließung der meisten Einzelhandelsgeschäfte verordnet. Bereits am Vormittag danach wirkt das sonst so belebte und beliebte Einkaufszentrum wie ausgestorben.

Nur wenige Läden haben noch geöffnet

Nur wenige Läden wie der Rewe-Supermarkt oder die Drogeriemarktfilialen von Müller oder dm haben in den kommenden Tagen auch weiterhin geöffnet.

Die Gastronomiebetriebe dürfen laut den aktuellen Vorgaben mit Einschränkungen bis 18 Uhr ebenfalls noch Speisen und Getränke verkaufen. Wie lange sie das durchhalten, steht allerdings noch nicht fest. „Wenn hier nichts mehr los ist, machen wir vielleicht 200 Euro Umsatz am Tag“, sagt Ali Carla von der Pizzeria La Pizza.

Davon könne er noch nicht einmal einen Bruchteil seiner Fixkosten decken. Auch für Angelo Giudizioso von der Espresso-Bar Segafredo steht die Zukunft in den Sternen. Die Tische hat er wie vorgegeben auseinandergestellt und eine Liste zum Erfassen der Gäste liegt ebenfalls parat. „Aber es werden trotzdem keine Leute kommen“, sagt der Franchise-Nehmer. Von den Behörden und dem Centermanagement fühlt er sich in dieser Situation komplett im Stich gelassen. „Große Betriebe können ihren Betrieb vielleicht für ein paar Wochen einstellen und das Umsatzminus durch Rücklagen abfedern“, sagt Giudizioso. „Aber ein Kleinunternehmer bleibt da schnell auf der Strecke.“

Innenstadt ist wie ausgestorben

In der Innenstadt bietet sich den Passanten ein ähnliches Bild. Auf dem Ludwigsplatz sind die Tische sichtbar weiter auseinandergestellt als normalerweise. Trotzdem lassen sich nur wenige Gäste für einen Mittagskaffee oder ein kühlendes Getränk in der wärmenden Frühjahrssonne nieder.

Die Stimmung bei den meisten Leuten ist gedrückt, Unterhaltungen werden beinahe im Flüsterton geführt. In der Kaiserstraße hat der Shutdown ebenfalls seine Spuren hinterlassen. Die wenigen geöffneten Geschäfte wirken neben ihren verriegelten Nachbarn fast wie Fremdkörper. An zahlreichen zugesperrten Türen gibt es einen Hinweis auf einen möglichen Versand. In die Feinkostabteilung bei Karstadt kommen Besucher nur noch durch den Hintereingang in der Zähringerstraße.

Eine der wenigen aufmunternden Parolen in der Corona-bedingten Tristesse sendet Kosmetikhändler Lush mit dem Aufruf „Zusammen schaffen wir das“ im Schaufenster. Besonders viel los ist aber auch in keinem der geöffneten Geschäfte.

In den Apotheken gibt es noch Kundschaft

Lediglich vor den Apotheken versammeln sich noch einige Kunden. Wie der Andrang geregelt werden soll, wird aber unterschiedlich gehandhabt. In der Löwen-Apotheke werden die Kunden per Hinweisschild auf einen Mindestabstand von einem Meter hingewiesen.

In der Zentralapotheke gibt es die Regelung, dass sich maximal sechs Leute auf einmal im Verkaufsraum aufhalten dürfen.

Schauburg verschenkt Popcorn und Nachos

Eine lange Schlange bildet sich am Dienstag noch einmal vor der Schauburg. Weil das Programmkino in der Südstadt aller Voraussicht nach bis zum 15. Juni zumachen muss und bis dahin manche Lebensmittel ihr Haltbarkeitsdatum überschritten haben, werden ganze Plastiksäcke voller Popcorn und portionsweise Nachos umsonst an die Stammkundschaft verteilt.

„Das ist natürlich eine schöne Sache“, freuen sich Jasmin und Henrik. „Aber hoffentlich darf die Schauburg bald wieder aufmachen. Bei einem Kinofilm schmecken die Snacks nämlich gleich noch einmal so gut.“

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