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Olympische Spiele in Tokio

Das sind die 15 Olympia-Hoffnungen aus Nord- und Mittelbaden

Am 24. Juli beginnen die Olympischen Spiele in Tokio. 5.000 Teilnehmer aus 140 Nationen kämpfen um Gold, Silber und Bronze. Auch zahlreiche Athleten aus der Region rund um Karlsruhe, Pforzheim, Achern und Bruchsal machen sich Hoffnungen. Unsere Sportredaktion hat die Favoriten zusammengetragen.

Lichtspiele für das Ringe-Festival am und rund um das Tokioter Olympiastadion. Darin werden im Sommer das Fußballturnier und die Leichtathletikwettkämpfe sowie die Eröffnungs- und Schlussfeier der Olympischen Spiele stattfinden. Auch viele Vertreter aus Badens Spitzensportszene hoffen dann, vor Ort dabei zu sein. Foto: dpa

Am 24. Juli beginnen die Olympischen Spiele in Tokio. 5.000 Teilnehmer aus 140 Nationen kämpfen um Gold, Silber und Bronze. Auch zahlreiche Athleten aus der Region rund um Karlsruhe, Pforzheim, Achern und Bruchsal machen sich Hoffnungen. Unsere Sportredaktion hat die Favoriten zusammengetragen.

Das Sehnsuchtsziel internationaler Spitzenathleten aus 33 Sportarten ist im Sommer natürlich Tokio. Am 24. Juli werden in Japans Hauptstadt die XXXII. Olympischen Sommerspiele eröffnet. Bis zur Schlussfeier am 9. August werden an die 5.000 Teilnehmer aus 140 Nationen sowie voraussichtlich weitere 150 Olympische Athleten aus Russland in 339 Wettbewerben, die sich auf 51 Disziplinen verteilen, um Medaillen kämpfen. Auch für die Asse aus der Region ist die Teilnahme an den Spielen, die 1964 schon einmal in Tokio ausgetragen wurden, das höchste ihrer sportlichen Gefühle.

Dabeisein ist dann meist schon alles. Für einige Anwärter könnte es zudem der letzte Anlauf werden, um sich in den Olympia-Annalen zu verewigen, da sich die Chance zur Teilhabe am wichtigsten Sportereignis der Welt eben nur alle vier Jahre ergibt. Die meisten Hoffnungsträger, die sich mit ganz unterschiedlichen Aussichten dem Normen-Wettbewerb stellen, stecken mitten in den Qualifikationsmühlen ihrer Sportarten. Die Wege nach Tokio sind oft steinig – auf den ersten Blick oft nicht immer ganz berechenbar.

Aus der Bundesliga-Riege der KTV Straubenhardt dürfen sich einige Kunstturner Hoffnungen machen, in Tokio dabei zu sein. Die Kanuten der Rheinbrüder Karlsruhe haben mehrere Eisen im Feuer. Das eine oder andere Leichtathletik-Ass aus der Region ist in Japan zu erwarten, wobei der Baden-Badener Geher Carl Dohmann und der Kirrlacher Speerwerfer Andreas Hofmann die besten Chancen haben dürften.

Gewichtheberin, Ringerin und Boxerin kämpfen um Olympia-Ticket

Starke Frauen aus dem Badenerland mühen sich darum, die Weltmesse der Muskelspiele nicht nur vor dem Fernseher verfolgen zu müssen. Da sind die Gewichtheberin Sabine Kusterer vom Karlsruher Bundesligisten KSV Durlach, die Ringerin Luisa Niemesch vom SV Germania Weingarten und auch die Boxerin Azize Nimani vom Karlsruher SC. Während es für die frühere Zweitliga-Fußballerin Nimani eine Premiere wäre, würde sie in Tokio ihre Fäuste olympisch sprechen lassen, haben Kusterer und Niemesch bereits die Erfahrung der Spiele 2016 in Rio de Janeiro vorzuweisen.

Treffsichere Schützen wie Cedric Rieger und Beate Köstel oder André Link und Max Braun hoffen darauf, die internationalen Zielscheiben Olympia-reif zu treffen. Das nehmen sich auch die Handballer-Nationalspieler der Rhein-Neckar Löwen vor, die mit der Auswahl des Deutschen Handball-Bundes noch um den Start fighten müssen. Dang Qiu vom Tischtennis-Pokalsieger ASV Grünwettersbach hat sich zuletzt immer stärker in den Fokus gespielt. Mit ihm wird zu rechnen sein.

Im Baseball (Männer) und Softball (Frauen), die nach zwölfjähriger Pause ins Programm zurückkehren, sind badische Vertreter nicht zu erwarten. Unter anderem neu im Kanon der Wettbewerbe ist das Sportklettern, dies als Kombinations-Mehrkampf aus Bouldern, Lead und Speed. Anders als dort, gibt es im Skateboard einen badischen Hoffnungsträger für Tokio. Dem in Gaggenau lebenden und in Karlsruhe trainierenden Alex Mizurov sind trotz diverser Rückschläge zumindest Außenseiterchancen zuzuschreiben, seine internationale Karriere mit der Teilnahme an der Olympia-Premiere der Sportart zu krönen.

Diese Athleten können sich Hoffnung auf die Olympischen Spiele in Tokio machen:

Turner des KTV Straubenhardt

Turner Marcel Nguyen Foto: Rubner

Zwei erfahrene Turner und zwei Nachwuchskräfte vom Bundesligisten KTV Straubenhardt möchten sich ein Ticket für Tokio sichern. Der 32-jährige Marcel Nguyen zählt mit zwei Silbermedaillen in London zu den erfolgreichsten deutschen Olympiateilnehmern im Turnen. Den steilen Aufstieg verdankt er vor allem seiner Klasse am Barren. Nach einer Schulter-OP befindet sich Nguyen derzeit im Aufbautraining.

Weltweit bekannt ist Andreas Bretschneider – nicht zuletzt aufgrund seiner nach ihm benannten Spezialübung am Paradegerät Reck. Eine Enttäuschung musste der 30-Jährige im vergangenen Jahr hinnehmen, als er nicht für die WM nominiert wurde. Der 22 Jahre alte Nick Klessing gilt als Spezialist an den Ringen. Hier deutete er im WM-Finale 2019 bereits an, dass er eine Bereicherung für das Team sein kann.

Am Pauschenpferd wurde Nils Dunkel (23) zuletzt zweimal in Folge deutscher Meister. Im vergangenen Jahr warf ihn eine Fußverletzung zurück.

Der Weg nach Tokio: Unser Tipp:

Geher Carl Dohmann

Carl Dohmann Foto: dpa

Eher zufällig kam der gebürtige Hannoveraner im Alter von elf Jahren zur Leichtathletik. Als er seine Schwester vom Training abholen wollte, wurde er in verschiedenen Disziplinen selbst aktiv. Nur im Gehen zeigte sich dabei sein Talent. Heute zählt der 29-Jährige vom SCL Heel Baden-Baden weltweit zu den Besten seines Fachs. Über die 50 Kilometer sicherte sich Dohmann mehrfach den nationalen Titel. Bei Europa- und Weltmeisterschaften startet Dohmann seit 2014, zuletzt erreichte er bei der EM 2018 in Berlin und der WM 2019 in Doha die Ränge fünf und sieben.

Negativ lief seine Olympia-Premiere: Bei den Spielen in Rio 2016 musste er aufgeben. Abseits des Sports arbeitet Dohmann, der in Bochum aufwuchs und VfL-Anhänger blieb, an einer journalistischen Laufbahn. Nach dem Abitur in Baden-Baden schrieb er bereits während seines inzwischen beendeten Studiums der Volkswirtschaftslehre in Freiburg für verschiedene Zeitungen.

Der Weg nach Sapporo: Unser Tipp:

Gewichtheberin Sabine Kusterer

Sabine Kusterer Foto: GES

Bei ihrer Olympia-Premiere 2016 in Rio sorgte die starke Frau aus Karlsruhe nicht nur auf der Heberbühne für Aufsehen. Mit ihrer kurzen Zwischenmahlzeit, einer Banane mit Schokoaufstrich, die sie in der Pause zwischen Reißen und Stoßen verdrückte, landete sie bundesweit in den Gazetten.

Genau wie mit ihrem starken zehnten Platz im 58-Kilo-Limit, auf den sie sich damals mit einer Zweikampfleistung von 200 Kilo (Reißen 90/Stoßen 110) gehoben hatte. Inzwischen hat Kusterer ihre Bestmarken noch einmal gesteigert: Im Reißen stehen 97, im Stoßen 119 Kilogramm zu Buche.

Zuletzt musste die Leistungsträgerin des Bundesligisten KSV Durlach kürzertreten, weil ihr eine Oberschenkelverletzung zu schaffen machte. In der letzten Phase der Olympia-Qualifikation will die 29-Jährige, die in Leimen wohnt und am dortigen Olympia-Stützpunkt trainiert, wieder angreifen. Auch außerhalb der Wettkampfstätten ist Kusterer umtriebig: Seit September 2018 ist sie Vizepräsidentin des Badischen Sportbundes Nord.

Der Weg nach Tokio: Unser Tipp:

Tischtennisprofi Dang Qiu

Dang Qiu Foto: GES

In der vierten Saison geht der vor 23 Jahren in Nürtingen geborene Tischtennisprofi mit den chinesischen Genen für den Bundesligisten ASV Grünwettersbach an den Start. Dass der ASV Anfang Januar die Sensation schaffte und deutscher Pokalsieger wurde, haben die Karlsruher auch Dang Qiu zu verdanken, der nicht nur ein starker Einzelspieler ist, sondern auch und gerade im Doppel zur Weltspitze zählt.

Zusammen mit seinem wie er in Düsseldorf lebenden Trainings- und WG-Partner Benedikt Duda gewann Dang Qiu bei den deutschen Meisterschaften den Doppel-Titel, international machte sich das Duo durch die Finalteilnahmen bei den Japan Open und bei den German Open einen Namen. Zuletzt gewann Dang Qiu, der bei der Wahl zu Karlsruhes Sportler des Jahres 2019 ein heißer Kandidat ist, die Portugal Open – allerdings im Einzel.

Der Weg nach Tokio: Unser Tipp:

Ringerin Luisa Niemesch

Luisa Niemesch Foto: imago images

Die Weingartenerin ist zwar erst 24 Jahre jung, hat auf den Ringer-Matten dieser Welt aber schon so manche Erfahrung gesammelt. Ihre bislang wichtigste war ihre unerwartete Olympia-Premiere 2016 in Rio, als Niemesch in zwei Kämpfen gegen starke Kontrahentinnen jeweils klar verlor.

Danach entwickelte sich die Athletin des SV Germania Weingarten, die in der Nähe der SVG-Ringerhalle aufwuchs, kontinuierlich weiter, kam bei der WM 2017 auf Platz fünf und holte bei der U23-WM 2018 Bronze. Zuletzt schied die Wahl-Freiburgerin, die am dortigen Olympiastützpunkt trainiert, bei der EM in Rom im Viertelfinale aus.

Der Weg nach Tokio: Unser Tipp:

Ringer Ahmed Dudarov

Tokio im Blick: Ringer Ahmed Dudarov will zu den Spielen, weshalb er in Heidelberg hart trainiert. Foto: Kadir Caliskan/dpa

Der in Russland geborene Freistil-Ringer hat 2019 mehrfach aufhorchen lassen. Bei den Europaspielen wurde Dudarov Dritter, bei den Militär-Weltspielen gar Zweiter, bei der WM sprang ein achtbarer siebter Platz heraus.

Der 27-Jährige kämpfte mehrere Jahre für den SV Germania Weingarten in der Bundesliga, wurde 2017 mit den Germanen deutscher Mannschaftsmeister. Bei nationalen Titelkämpfen startet der Sportsoldat aus der Sportfördergruppe Bruchsal nach wie vor für die Weingartener – 2019 holte Dudarov den Titel in der 86-Kilo-Klasse.

Der Weg nach Tokio: Unser Tipp:

Weitspringer Julian Howard

Julian Howard Foto: dpa

Der gebürtige Mannheimer startet seit 2012 für die LG Region Karlsruhe, seither gewann er in fast jedem Jahr mindestens eine Medaille bei nationalen Titelkämpfen, wurde dreimal in der Halle und einmal im Freien Deutscher Meister.

2017 gewann er mit der Nationalmannschaft Gold bei der Team-EM. Der Referendar für Sport und Mathematik am Karlsruher Max-Planck-Gymnasium nahm mehrfach an Europameisterschaften teil und qualifizierte sich auch für die Weltmeisterschaften. Die Bestleistung des 30-Jährigen liegt bei 8,20 Meter.

Der Weg nach Tokio: Unser Tipp:

Läufer Constantin Preis

Constantin Preis Foto: Görlitz

Der 21-jährige Läufer, der früher für den TV Pforzheim und heute für den VfL Sindelfingen startet, ist enorm ehrgeizig. Dass er unbedingt nach Tokio will, kommuniziert er ausdrucksstark. Er achtet viel auf seine Ernährung, trainiert mitunter bis zu sechsmal in der Woche.

Bei den Weltmeisterschaften in Doha verpasste er im vergangenen Jahr allerdings das Halbfinale, war danach sichtlich enttäuscht. Seine persönliche Bestleistung über 400 Meter Hürden liegt bei 49,23 Sekunden.

Der Weg nach Tokio: Unser Tipp:

Speerwerfer Andreas Hofmann

Andreas Hofmann Foto: AFP

Der für die MTG Mannheim startende Kirrlacher zählt schon seit Jahren zur Weltspitze der Speerwerfer, 2018 gewann er die Gesamtwertung in der Diamond League. In seinem bislang erfolgreichsten Jahr sicherte sich Hofmann bei der EM in Berlin hinter Thomas Röhler Silber, zudem steigerte er seine persönliche Bestleistung beim Meeting in Offenburg auf 92,06 Meter.

Zweimal platzierte sich Hofmann bei Weltmeisterschaften in den Top acht. Bei der WM 2019 in Doha scheiterte er allerdings in der Qualifikation.

Der Weg nach Tokio: Unser Tipp:

Bogenschütze Cedric Rieger

Cedric Rieger Foto: imago images

Dass der Bogenschütze aus Karlsbad ein Kandidat für Olympia ist, stellte er erst vor wenigen Tagen unter Beweis, als er sich im Finale der World Series in Las Vegas Rang drei sicherte.

Bereits im vergangenen Sommer war der 32-Jährige vom SSV Karlsbad, der vor Jahren auch für die SSG Vogel Östringen in der Bundesliga geschossen hatte, mit Bronze im Recurve-Mixed-Team von den European Games aus Minsk zurückgekehrt.

Der Weg nach Tokio: Unser Tipp:

Sportschützin Beate Köstel

Beate Köstel Foto: dpa

Olympische Erfahrungen sammelte die Odenheimerin bereits 2012 in London – damals noch unter dem Namen Beate Gauß. Mit dem Luftgewehr verpasste sie allerdings das Finale. In diesem Jahr hofft die 35-Jährige auf die nächste Chance.

Olympia 2016 hatte die Schützin aus einem erfreulichen Grund verpasst: Kurz vor den Spielen waren sie und ihr Mann Frank, Vorsitzender beim Schützenverein Odenheim, zum ersten Mal Eltern geworden. Das zweite Kind kam vor einem Jahr.

Der Weg nach Tokio: Unser Tipp:

Handballer der Rhein-Neckar-Löwen

Jannik Kohlbacher (Mitte) und Uwe Gensheimer (rechts) Foto: dpa

Nachdem die deutschen Handballer bei der Europameisterschaft im Januar den Titel verpasst haben und damit auch das direkte Ticket nach Tokio, muss sich die Mannschaft des neuen Bundestrainer Alfred Gislason beim Olympiaqualifikationsturnier einen Platz für die Spiele in Japan erkämpfen.

2016 hatte sich die DHB-Auswahl als Europameister für die Spiele in Rio qualifiziert und dann in Brasilien Platz drei belegt. Zu den Bronzemedaillengewinnern gehörte auch Uwe Gensheimer, der vor den Spielen von den Rhein-Neckar Löwen zu Paris St. Germain gewechselt war und der als Kapitän im Falle einer Qualifikation auch für Tokio gesetzt wäre.

Ebenso darf Löwen-Kreisläufer Jannik Kohlbacher mit Olympia planen, sollte sich das DHB-Team durchsetzen. Patrick Groetzki hat Aussichten, in die Nationalmannschaft zurückzukehren, nachdem er für die EM nicht berücksichtigt worden war. Groetzki stand im Rio-Kader, kam in den beiden ersten Spielen aber nicht zum Einsatz und musste vor der dritten Partie wegen einer Knieverletzung die Heimreise antreten.

Der Weg nach Tokio: Unser Tipp:

Kanute Saeid Fazloula

Saeid Fazloula Foto: GES

Saeid Fazloula stammt aus der iranischen Hafenstadt Bandar Anzali und wuchs in einer Sportler-Familie auf. Fazloulas Vater verdiente sich einst als Volleyballer sein Geld. Der heute 27 Jahre alte Fazloula spielte Volleyball, besitzt den Schwarzen Gürtel im Judo und wurde schließlich erfolgreicher Rennkanute. Auch sein Erfolg als iranischer Nationalfahrer schützte den Kajakfahrer nicht vor dem iranischen Regime.

Weil er unter Verdacht stand, zum Christentum konvertieren zu wollen, wurde Fazloula von den Behörden festgesetzt und tagelang massiv verhört. Aus Angst floh er 2015 zunächst zu Fuß über die iranisch-türkische Grenze, dann über Griechenland nach Deutschland. Bei den Rheinbrüdern Karlsruhe fand er eine neue Heimat – nicht nur sportlich. 2018 schaffte er als Mitglied der deutschen Mannschaft zur WM.

Der Weg nach Tokio: Unser Tipp:

Kanutin Sarah Brüßler

Sarah Brüßler Foto: GES

Die Kajakfahrerin, die seit 2014 für die Rheinbrüder Karlsruhe fährt, hat sich in den vergangenen Jahren konsequent in Richtung nationale Spitze gepaddelt. Im Zweier über 1.000 Meter wurde die 25 Jahre alte Kanutin aus Kassel zuletzt bei der WM 2019 Zweite, im Vorjahr war ein dritter Platz herausgesprungen.

Dass die Studentin, die derzeit ihren Master in Psychologie macht, 2019 auf der nichtolympischen Strecke eingesetzt worden war, empfindet sie nicht unbedingt als Nachteil. „Ich habe nichts zu verlieren, das mag ich eigentlich“, sagt Brüßler, die im Vorjahr in der nationalen Rangliste die fünftbeste deutsche Fahrerin war.

Der Weg nach Tokio: Unser Tipp:

Canadierin Sophie Koch

Sophie Koch Foto: GES

Die Canadier-Frontfrau der Rheinbrüder Karlsruhe hat nach ihrem nationalen Durchbruch 2018 im vergangenen Jahr auch krankheitsbedingt eine schwierige Saison hinter sich, fand nicht zu ihrer Form. Die 22-Jährige kniet sich seit 2016 für die Karlsruher ins Boot und hatte 2018 mit Platz sechs im 500-Meter-Zweier bei der WM und zwei vierten Plätzen bei der EM ihr erfolgreichstes Jahr. In der vergangenen Saison hat die aus Parchim in Mecklenburg-Vorpommern stammende Koch die Qualifikation für das deutsche A-Team verpasst und startete nochmals für das U23-Team. Koch trainiert derzeit vornehmlich in Berlin mit Lisa Jahn.

Der Weg nach Tokio: Unser Tipp:

Diese Athleten aus der Region haben Außenseiter-Chancen:

Nathaniel Seiler (23) gab 2019 bei seiner WM-Premiere im heißen Doha wie viele seiner Geher-Kollegen auf. Der Fünfte der Militär-WM 2019 muss für die Norm (3:50 Stunden) seine Bestzeit von 3:54:08 Stunden deutlich steigern. Selbst dann wäre ein Olympia-Start für den Sportsoldaten aus Haueneberstein noch nicht garantiert.

Giulia Goerigk (17) ist aktuell Badens größte Schwimmhoffnung. Sie zählt über die 400 Meter Lagen schon zu den Top drei in Deutschland. Zur internationalen Spitze fehlen der jungen Frau aus Bühlertal, die für die SGR Karlsruhe schwimmt aber noch ein paar Sekunden. Ihr Ziel lautet deshalb: Paris 2024.

Daniel Pinneker (21) schwamm früher für die SSG Pforzheim und die TSG Niefern, seit Anfang 2016 startet er für die Neckarsulmer Sport-Union. Für den Sprung nach Tokio muss er seine Bestzeit um eine Sekunde verbessern, zudem muss er in Berlin unter den besten Zwei landen.

André Link (25) zählt seit Jahren zu den erfolgreichsten Schützen des Landes. In Rio verpasste der Mann aus Bietigheim-Bissingen im Luftgewehr-Kleinkaliber-Finale als Fünfter nur knapp eine Medaille. Er lebt in Pforzheim, trainiert dort im Landesleistungszentrum (LLZ). Im Olympia-Rennen hat er eher Außenseiterchancen.

Max Braun (19), der Neidlinger Schütze vom KKS Ispringen, räumte bei der Junioren-WM in München zweimal Gold, einmal Silber und einmal Bronze ab. Im Landesleistungszentrum Pforzheim bereitet sich der angehende Polizeibeamte, der in der Luftgewehr-Bundesliga für den SSV Kronau schießt, auf einen möglichen Tokio-Start vor, die Chancen sind allerdings eher gering.

Alex Mizurov (31), Skateboarder, wohnt in Gaggenau, trainiert jedoch meist in Karlsruhe, wo sich auch sein Verein „Rollbrett“ befindet. Sieben deutsche Meisterschaften sowie ein weiterer EM-Titel 2019 sammelte er. Da US-Amerikaner die Sportart dominieren und Mizurov zuletzt mit einer Sprunggelenksverletzung zu kämpfen hatte, sind seine Chancen eher gering.

Carolina Krafzik (24), deutsche Meisterin 2019 über 400 Meter Hürden, kam bei der WM in Doha bis ins Halbfinale, ehe die Athletin der TSG Niefern, die inzwischen für den VfL Sindelfingen startet, eine Verletzung stoppte. Nun hat sie die Norm von 55,40 Sekunden im Blick, ihre Bestzeit liegt bei 55,64 Sekunden.

Markus Görger (22) trainiert seit Herbst unter Coach Günther Scheefer bei der LG Region Karlsruhe. Anfang Dezember holte der Langstreckenläufer bei der Cross-EM mit dem Team Bronze bei der U23. Die Olympia-Norm über 5.000 Meter von 13:13,50 Minuten kann Görger wohl noch nicht laufen, aber über die bereinigte Weltrangliste hat er eine Chance.

Christoph Kessler (24) startet seit 2014 für die LG Region Karlsruhe und feierte über die 800 Meter seine größten Erfolge. In diesem Winter musste er verletzungsbedingt pausieren. Mit seiner aktuellen Bestzeit von 1:46,11 Minuten ist er von der Norm (1:45,20) ein gutes Stück entfernt, über die bereinigte Weltrangliste gibt es eine weitere Chance.

Leah Grießer (21) will es nach 2016, als sie knapp gescheitert war und statt ihr die KRK-Teamkollegin Pauline Tratz als Eratzturnerin der deutschen Riege nach Rio fuhr, zum zweiten Mal versuchen. Der Athletin der Kunstturn Region Karlsruhe (KRK) machen derzeit aber noch hartnäckige Knieprobleme zu schaffen, zudem warf die Karlsruherin ein Pfeiffersches Drüsenfieber im Winter zurück. Momentan fehlt der zweifachen Deutschen Meisterin am Boden die medizinische Freigabe. Zeit bleibt Grießer, die 2018 ihr erfolgreichstes Jahr erlebte, aber noch. Erst im Juni wird es in Sachen Qualifikation ernst, die Aussichten sind angesichts der starken Konkurrenz relativ gering.

Azize Nimani (28), im kosovarischen Vaganica geboren, boxt für den Karlsruher SC und hat es als deutsche Meisterin (2019), Vize-Europameisterin (2017) und WM-Fünfte (2014, 2016) zu einigen Meriten gebracht. Zuletzt machten ihr häufiger körperliche Problemen zu schaffen. Da das Bantamgewicht nicht olympisch ist, wird sie eine Klasse tiefer, im Fliegengewicht (bis 52 Kilo), ihre Chancen suchen – konkret bei der Welt-Qualifikation Mitte Mai in London.

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