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Regiomove-App kommt

Digitales Netz könnte bis ins Elsass ausgebaut werden

Die App für das Projekt „Regiomove” soll ab September in den Stores von Apple und Google verfügbar sein. Der Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) würde langfristig auch gerne das Elsass in das Angebot miteinbeziehen.

Haltestelle Hagsfeld: Visualisierung der künftigen „Regiomove“-Haltestelle. Foto: Netzwerkarchitekten/Unit-Design

„Wir sind soweit, dass wir die Umsetzung angehen können”, sagte Alexander Pischon am Mittwoch im Südwerk Bürgerzentrum in der Karlsruher Südstadt. Der Geschäftsführer des Karlsruher Verkehrsverbundes berichtete im Planungsausschuss des Regionalverbands Mittlerer Oberrhein über den aktuellen Stand des Pilotprojekts „Regiomove”, das unter der Leitung des KVV und des Regionalverbands unterschiedliche Mobilitätsangebote in der Region miteinander vernetzen möchte.

Bahn, Bus, Leihauto und Leihfahrrad können miteinander vernetzt werden

Das Ziel von „Regiomove” ist es, das bestehende Verkehrsangebot des öffentlichen Nahverkehrs mit neuen Angeboten und den Gemeinden in der Region zu vernetzen. Dazu zählen Angebote wie Bahn, Bus, Leihfahrrad und Carsharing. Sie sollen alle in ein Netz integriert werden, das den Karlsruher Verkehrsverbund zum Mobilitätsverbund transformiert, wie Pischon im Ausschuss erklärte.

Die Region werde durch zwei elementare Komponenten vernetzt: die Ports und die App. An den Ports können die Menschen bequem Fahrten mit der Stadtbahn, dem Bus, dem Leihauto oder Leihfahrrad miteinander verknüpfen. Sie sind sozusagen Knotenpunkte der neuen Vernetzung und zentraler Baustein des Projekts.

Die kombinierten Verbindungen werden in der App digital vernetzt. „Mit nur einem Nutzerkonto können intermodale Fahrten geroutet, gebucht und bezahlt werden”, erklärte der Geschäftsführer. Darüber hinaus sind an den Ports Servicekomponenten möglich, wie zum Beispiel ein Info-Terminal, Ladestationen, Schließfächer oder Fahrradservicestationen.

Zwei Kommunen sind abgesprungen

„Die App ist startklar”, kündigte Pischon an, dass die App im September in den Stores erhältlich sein wird. Die Testphase laufe seit Juni. Von anfänglich sieben Kommunen, die sich an dem Pilotprojekt beteiligen wollten und die bis Mitte 2021 die ersten Ports bekommen sollten, seien zwei wieder abgesprungen. Sicher dabei seien Karlsruhe-Hagsfeld, Rastatt, Baden-Baden und Bühl. Eine Entscheidung der Stadt Ettlingen für oder gegen das Projekt stehe noch aus.

„Wir hoffen auf eine positive zweite Welle für Regiomove”, kündigte der KVV-Geschäftsführer an, dass mit weiteren Fördermitteln noch mehr Kommunen eingebunden werden könnten. Der Blick geht auch über die Grenzen hinaus: Ziel sei es, auch das Elsass in „Regiomove” zu integrieren. „Das wäre eine tolle Sache auch hier für den Raum”, sagt Pischon. Die Städte Mannheim, Pforzheim sowie der Ortenaukreis hätten bereits Interesse an „Regiomove” bekundet, aber auch bundesweit stoße das „intermodale Verkehrskonzept” auf Interesse.

„Ziel muss es sein, die Verbundgrenzen zu überwinden”, sagte Verbandsvorsitzender Christoph Schnaudigel. Als Landrat wüsste er um die Problematik im äußersten Norden des Landkreises Karlsruhe. Da müsste gerade in Richtung Heidelberg mehr vernetzt werden.

Projekt wird mit fünf Millionen Euro gefördert

Ettlingens Oberbürgermeister Johannes Arnold (Freie Wähler) lobte „Regiomove“ als „Schnittstelle zwischen Digitalisierung, Mobilität und Ökologie“, merkte aber auch kritisch an, dass sie vor allen Dingen standortübergreifend sein müsse. „Wie soll das aber weitergehen, wenn das Fördervolumen für nur sieben Modellkommunen schon so hoch ist“, warf er als Frage in den Raum. Das gesamte Projekt wird mit fünf Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und vom Land Baden-Württemberg gefördert.



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