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Genehmigung nur noch Formsache

Wo in Karlsruhe ab Dezember Drogen konsumiert werden können

Noch vor Ende des Jahres erhält Karlsruhe einen Drogenkonsum - darauf deutet derzeit alles hin. Die AWO, in deren Trägerschaft sich die Einrichtung befinden wird, hat die Einrichtung bereits vor Wochen beantragt. Die Genehmigung aus Stuttgart ist nun offenbar nur noch Formsache.

Drogenkonsumraum Foto: Christophe Gateau/dpa

Noch vor Ende des Jahres erhält Karlsruhe einen Drogenkonsumraum - darauf deutet derzeit alles hin. Die AWO, in deren Trägerschaft sich die Einrichtung befinden wird, hat die Einrichtung bereits vor Wochen beantragt. Die Genehmigung aus Stuttgart ist nun offenbar nur noch Formsache.

Anfang Dezember wird der geplante Drogenkonsumraum in der Kriegsstraße offiziell eröffnet, bestätigte eine Sprecherin der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Karlsruhe auf Anfrage unserer Redaktion.

Die AWO ist Trägerin der landesweit einmaligen Einrichtung. Grundlage für die Einrichtung eines Drogenkonsumraums ist eine Rechtsverordnung des Landes Baden-Württemberg. Für diese hatte das grün-schwarze Kabinett in Stuttgart Ende März grünes Licht gegeben.

Eingerichtet wird der Drogenkonsumraum neben dem „get IN“, einer Kontaktstelle der AWO für Drogensüchtige in der Kriegsstraße. Im Sommer hatte die Stadt den Antrag für den Drogenkonsumraum an die Landesregierung eingereicht. „Dafür galt es viel Arbeit im Vorfeld zu leisten und zahlreiche Unterlagen zusammenzubringen,“ sagte die städtische Drogenbeauftragte Cordula Sailer.

Keine Zweifel am positiven Bescheid

Bestandteil der vom Land eingeforderten Unterlagen war auch eine Kooperationsvereinbarung zwischen Stadt, dem Träger AWO, dem Polizeipräsidium und der Staatsanwaltschaft. Die Kooperationsvereinbarung gibt es unterdessen, der gesamte Antrag wird in Stuttgart bearbeitet. „Wir haben aber keine Zweifel, dass er positiv beschieden wird“, so Sailer.

Der Drogenkonsumraum ist ein Teil des städtischen Maßnahmenbündels, um die angespannte Situation auf dem Werderplatz weiter zu lösen.

Dort hatten sich früher bis zu 80 Alkohol- und Drogensüchtige am Tag getroffen. Das Problem wurde von Jahr zu Jahr schlimmer. Es kam zu erheblichen Belästigungen durch eine offene Drogen- und Trinkerszene und massiven Klagen von Anwohnern und Geschäftsleuten.

Die Trinkerszene verlagert sich

Der bereits im September 2018 eröffnete Alkoholkonsumraum der Diakonie in der Schützenstraße h at bereits zu einer Entspannung auf dem Platz geführt .

Allerdings lassen sich bereits auch erste Verlagerungstendenzen der Trinkerszene auf andere Plätze beobachten - etwa an den Festplatz . Das Ordnungs- und Bürgeramt kündigte an, diese Entwicklungen sorgsam zu beobachten. Seit April gilt montags bis samstags von 11 bis 20 Uhr ein Alkoholverbot auf dem zentralen Platz in der Südstadt. Das Alkoholverbot endet in diesem Jahr am 31. Oktober.

Im einen Drogenkonsumraum wird im Prinzip alles bereitgestellt, um einen möglichst risikoarmen Konsum von Drogen zu ermöglichen. Dazu gehört beispielsweise die Bereitstellung von Spritzbesteck, Pflastern, Tupfer, Desinfektionsmittel, auch Einweghandschuhe.

Die Drogen sind selbst mitzubringen

Der Raum soll auch die Möglichkeit bieten, sich zu waschen und beispielsweise die Arme zu desinfizieren – alles was draußen auf Straßen und verborgenen Plätzen nicht möglich ist und zu Infektionen führen kann.

Logischerweise werden keine Drogen bereitgestellt, diese werden von den Süchtigen zum Eigenbrauch mitgebracht, damit also geduldet. Bundesweit gibt es zahlreiche derartige Einrichtungen, bisher allerdings nicht in Bayern oder Baden-Württemberg.

Der Drogenkonsumraum der AWO in der Kriegsstraße umfasst künftig vier Plätze, darunter versteht man eine Arbeitsfläche aus Edelstahl, die durch Plexiglas in vier Plätze aufgeteilt ist.

In Karlsruhe fängt man allerdings erst einmal klein an. Während in Großstädten wie Frankfurt derartige Räume schon einmal 24 Stunden am Tag die gesamte Woche geöffnet sind, geht es in Karlsruhe erst einmal um einige wenige Stunden am Tag und dies von Montag bis Samstag.

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