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Rundgang mit Stadtplanern

Durlacher kritisieren Spielkasinos und nächtliche Geräuschkulisse

Beim Bahnhof Durlach haben ortskundige Bürger Stadtplanern bei einem gemeinsamen Rundgang mit anschließendem Workshop ihre Kritik und Ideen zur Aufwertung wichtiger Bereiche mitgegeben. Mit Geld vom Land will Karlsruhe das Stadtbild dort erheblich verbessern.

Unerschrocken trotz Nässe erklärten mehr als 30 ortskundige Bürger trotz Nässe beim Rundgang durch das Umfeld des Bahnhofs Durlach mit Stadtplanern ihre Ideen und Wünsche – etwa mehr Grün. Die Stadt erhofft Sanierungszuschüsse des Landes für das Areal. Foto: jodo

Am Ortseingang von Durlach haben sich mehr als 30 wetterfeste, ortskundige Bürger mit Stadtplanern zu einem Rundgang mit anschließendem Workshop zur Vorbereitung der städtebaulichen Sanierung aufgemacht. Rund um den Bahnhof Durlach will Karlsruhe eine große Fläche aufwerten. Ein Schwerpunkt ist der Platz vor dem Bahnhof einschließlich der Grünanlage nahe dem Straßenbahnhalt Auer Straße.

Auf Durlachs Fußwegen kennen sich Barbara Schmalenbach und Brigitte Boyce bestens aus. Die beiden Nachbarinnen aus der Amalienbadstraße stehen an der Grünfläche zwischen dem Bahnhof Durlach und dem Ende der Durlacher Allee mit rund 30 weiteren Bürgern und Stadtplanern. Die Planer wollen am Freitagnachmittag und Abend Wünsche, Kritik und Ideen der Ortskundigen hören.

Das ist doch katastrophal.
Brigitte Boyce, Durlacherin, über die Spielcasinos , die den ersten Eindruck vom Ortseingang des Stadtteils prägen

Die zwei Durlacher Frauen kritisieren die Spielcasinos am Ortseingang des Stadtteils. „Das ist doch katastrophal“, sagt Boyce und meint den ersten Eindruck, den das auf Menschen macht, die von Westen nach Durlach kommen. Nachts störe auch die Geräuschkulisse.

Schulweg mit Hindernissen

Die Bäume in dem Miniaturpark sind den unter Regenschirmen versammelten Durlachern ans Herz gewachsen. Doch Umsteiger hasten eilig hindurch. Da macht man nicht gern Pause, obwohl an hellen Tagen manche Sitzbank lockt. Ein geradliniger Weg von Zug zu Bahn und umgekehrt wäre kürzer und klarer erkennbar. Und der größte Teil der Grünanlage bliebe ruhig außen vor.

Mit kritischem Blick mustert die Gruppe den Aufgang vom Bahnhof Durlach zur Untermühlsiedlung. Die Treppe mit steilen, schmalen Schieberampen ist nicht überdacht, jetzt tropfnass und rutschig. Mehr Licht und häufigere Reinigung täten auch gut, heißt es. Brunhilde Horn aus der Dornwaldsiedlung aber hat einen größeren Herzenswunsch: „endlich auch hier einen Lift“.

Grundschulkinder pilgern täglich zur Pestalozzischule über den Gehweg vor dem Bahnhof. Der ist schmaler, als es der Vielzahl der Passanten entsprechen würde. „Man fällt quasi aus dem Bahnhof auf die Straße“, beschreibt es Monika Haug, Vorsitzende der Bürgergemeinschaft Untermühl- und Dornwaldsiedlung. „Die Kinder müssen weit um die Busbuchten herumlaufen, wenn sie den Zebrastreifen nehmen, oder sie überqueren später irgendwie die Straße“, moniert sie außerdem.

Müllcontainer und reservierte Parkplätze in bester Lage

Die Gruppe macht sich auf Richtung Schule, vorbei an Müllcontainern und Parkplätzen, die für Restaurantgäste reserviert sind – das alles „in bester Lage“, kritisiert Uschi Kullmann. So nah am Bahnhof Durlach wären stattdessen weitere Car-Sharing-Plätze sinnvoll, findet sie. Bessere Angebote für Menschen, die ohne Auto mobil sind, entwickelt Karlsruhe derzeit für das ganze Stadtgebiet. Dazu läuft noch bis einschließlich Sonntag, 15. März 2020, eine Bürgerbeteiligung via Internet .

Mit Bahn und Zug ist Cornelia Schierer häufig unterwegs, seit sie vor neun Monaten aus Wien nach Durlach-Aue gezogen ist. Beim stadtplanerischen Rundgang will die Neubürgerin erfahren, welche Perspektiven verfolgt werden.

Rund um den Bahnhof Durlach soll sich das Stadtbild in den kommenden Jahren erheblich verändern. Die Stadt hofft, dafür Geld aus dem Landessanierungsprogramm für städtebauliche Erneuerung zu bekommen. Die Voruntersuchung ist angelaufen.

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