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Virtuelle Hauptversammlung

Karlsruher EnBW will „mit Hochdruck“ weg von russischem Gas

Wirtschaftlich hat sich der Karlsruher Energiekonzern EnBW gut entwickelt. Auf seiner letzten Hauptversammlung muss sich Konzernchef Frank Mastiaux aber kritischen Fragen von Kleinaktionären stellen. Dabei geht es um den Gas- und Steinkohleeinkauf aus Russland.

Es ist seine letzte Hauptversammlung: EnBW-Vorstandschef Frank Mastiaux stellt sich am Donnerstag den Fragen der Aktionärinnen und Aktionäre. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Der Karlsruher Energiekonzern EnBW ist auf das von der EU-Kommission verhängte Embargo für russische Steinkohle ab August vorbereitet.

„Und beim Thema Gas arbeiten wir mit Hochdruck daran, eine deutliche Diversifikation der Bezugsquellen zu erreichen“, sagt EnBW-Vorstandschef Frank Mastiaux laut Redemanuskript auf seiner letzten Hauptversammlung, die am Donnerstag virtuell aus Stuttgart übertragen wird.

Karlsruher EnBW setzt mehr denn je auf Flüssiggas

Der Konzern baue seine Flüssiggas-Aktivitäten aus und wolle mit dem Betreiber des geplanten LNG-Terminals in Stade kooperieren.

Anlässlich der Hauptversammlung kritisierte die Umweltschutzorganisation Urgewald zusammen mit dem Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre das „krisenblinde Lieferketten-Management“ des Konzerns.

Dadurch sei eine „große Abhängigkeit von Russland“ geschaffen worden, heißt es weiter in einer Pressemitteilung. Russische Kohlelieferungen sollten nun durch Importe aus „anderen Problemregionen“ wie Kolumbien und Südafrika ersetzt werden. Mögliche Alternativen nannten die beiden Organisationen hingegen nicht.

Kleinaktionäre sprechen von „Abhängigkeit von Russland“

Mit einem umfassenden Fragenkatalog hat sich unter anderem auch die Umweltorganisation BUND für die Hauptversammlung präpariert. So weist für diese Kleinaktionär Harry Block auf eine „Abhängigkeit von Russland“ hin. „Zukunftsinvestitionen in regenerative Energien wie das Pumpspeicherwerk Forbach werden verschleppt“, so Block.

Hauptaktionäre der EnBW sind mit zusammen 93,5 Prozent das Land Baden-Württemberg und der kommunale Zweckverband OEW. Auf der Hauptversammlung wird voraussichtlich eine Dividende von 1,10 (Vorjahr: 1,00) Euro je Aktie vorgeschlagen.

Die EnBW hat im zurückliegenden Geschäftsjahr zum fünften Mal in Folge ihr um Sondereffekte bereinigten operatives Konzernergebnis gesteigert.

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