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Normale Beleidigungen?

Polizei zieht nach Angriff auf SPD-Chef von Rheinstetten nun auch Ausländerfeindlichkeit in Betracht

Eine Woche nach dem Angriff auf Rheinstettens SPD-Chef ist noch vieles unklar. Die Polizei ermittelt offenbar gegen alle Beteiligten. Inzwischen geht man auch dem Vorwurf des SPD-Vorsitzenden nach, er und seine Familie seien ausländerfeindlich beleidigt worden.

Heftige Kritik an der Polizei äußerte Nikolas Karanikolas, der am Rosenmontag im Haus seiner Familie in Rheinstetten angegriffen wurde. Foto: Weisenburger
Eine Woche nach dem Angriff auf Rheinstettens SPD-Chef ist noch vieles unklar. Die Polizei ermittelt offenbar gegen alle Beteiligten. Inzwischen geht man aber auch dem Vorwurf des SPD-Vorsitzenden nach, er und seine Familie seien ausländerfeindlich beleidigt worden.

Harsche Kritik musste das Polizeipräsidium rund um den Fall des Rheinstettener SPD-Chefs Nikolas Karanikolas einstecken. Karanikolas wurde am Rosenmontag in seinem Haus angegriffen und verletzt.

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In Sozialen Medien wurde kritisiert, dass die Ermittler den Fall nicht als ausländerfeindlichen Akt, sondern als Streit am Rande einer Faschingsveranstaltung bezeichneten. Inzwischen sagt die Polizei, Ausgangspunkt des Konflikts sei ein „Streit unter Schülern“, ausländerfeindlichen Aspekten gehe man aber auch nach.

Die Polizei sucht jetzt nach Zeugen. Die Behörden führen nach eigenen Angaben bislang noch alle acht Personen, die an den Auseinandersetzungen am Rosenmontag beteiligt waren, als Beschuldigte.

Damit ermittelt die Polizei nicht nur gegen die drei Personen, denen vorgeworfen wird, die Familie des 21-Jährigen SPD-Chefs in ihrem Haus angegriffen zu haben.

Polizei führt alle Beteiligten als Beschuldigte

Auch Karanikolas selbst, sowie seine Mutter, sein Bruder, seine Schwester und ein Freund der Familie stehen im Visier der Behörden.

Die Polizei geht davon aus, dass der Konflikt im Hausflur der Familie die Fortsetzung eines Streits war, der kurz zuvor auf einer Faschingsveranstaltung in Neuburgweier begann.

Konflikt unter Schülerinnen
Pressestelle der Polizeidirektion Karlsruhe

Ursache der Streitigkeiten soll laut Polizei „ein seit längerem schwelender Konflikt zweier Schülerinnen“ gewesen sein.

Bei diesen Schülerinnen handelt es sich um die Schwester des SPD-Vorsitzenden einerseits, und um ein Mitglied der Dreiergruppe, die ins Haus der Familie Karanikolas eindrang.

Streit begann bei Faschingsveranstaltung

Die Geschwister des SPD-Vorsitzenden hatten gemeinsam mit einem Bekannten auf der Faschingsveranstaltung in Neuburgweier Eintrittskarten für ein Benefizkonzert verkauft.

Dabei sei es zum Streit mit zwei jungen Menschen gekommen, die später am Abend gemeinsam mit einer 52-jährigen Frau in das Haus der Familie Karanikolas eingedrungen sind.

Aufgeheizte Stimmung erschwert Polizei die Arbeit

In ihrem Pressebericht schreibt die Polizei, einzelne Tatbeteiligungen seien aufgrund der Alkoholisierung von Beteiligten wie auch wegen der aufgeheizten Stimmung vor Ort nicht feststellbar gewesen.

Ein Alkoholtest wurde nach Angaben eines Polizeisprechers allerdings nur an einer Tatbeteiligten vorgenommen und der war negativ.

Nikolas Karanikolas hat in seiner polizeilichen Vernehmung erneut betont, dass er und seine Familienangehörigen mit ausländerfeindlichen Beleidigungen beschimpft worden seien.

Scheiß-Ausländer: Eine ganz normale Beleidigung?

Bei seiner Vernehmung auf dem Revier, so Karanikolas, sei ihm jedoch gesagt worden, in einem gewissen Kontext könnten Aussagen wie „ihr Scheiß-Ausländer, wir bringen euch um“ auch als ganz normale Beleidigung gewertet werden.

Nach Angaben der Polizei dauern die Ermittlungen hierzu noch an. Der baden-württembergische SPD-Generalsekretär Sascha Binder traf sich am Montag in Karlsruhe mit Karanikolas, um ihm die Solidarität der Landes-SPD zuzusichern.

Polizei sucht Security-Mitarbeiter

Um vollständiges Licht in die Vorgänge zu bekommen, sucht das Polizeirevier in Ettlingen noch Zeugen, die Angaben sowohl zu dem Streit auf der Faschingsveranstaltung wie auch zu der Auseinandersetzung im Haus machen können.

Gesucht wird insbesondere ein Security-Mitarbeiter der Kleintierzüchter Neuburgweier.

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