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Nordbaden und die Ortenau

Erntehelfer fehlen: Den Bauern in der Region läuft wegen der Coronakrise die Zeit davon

Das BNN-Verbreitungsgebiet ist eine Hochburg der Spargel-, Erdbeer- und Weinbauern – und ihnen läuft die Zeit davon. Es fehlen schlichtweg nach wie vor Erntehelfer, ist Alfred Pfister, Landwirtschafts-Experte beim Baden-Württembergischen Genossenschaftsverband, alarmiert.

SO SOLLTE ES BALD WIEDER AUSSEHEN. Doch in der Region, einer Hochburg der Spargel-, Erdbeer- und Weinbauern, fehlen massenhaft Saisonkräfte, warnt der Genossenschaftsverband. Die Weinwirtschaft setzt aktuell auf Schüler und Studenten. Foto: dpa

Das BNN-Verbreitungsgebiet ist eine Hochburg der Spargel-, Erdbeer- und Weinbauern – und ihnen läuft die Zeit davon. Es fehlen schlichtweg nach wie vor Erntehelfer, ist Alfred Pfister, Landwirtschafts-Experte beim Baden-Württembergischen Genossenschaftsverband, alarmiert. „Unsere Verbände sind zusammen mit der Politik an einer großen Lösung dran. Kleine Lösungen helfen vor allem in den nächsten fünf bis zehn Tagen“, sagt er im Gespräch mit dieser Zeitung.

Bis Mitte Mai sollten die meisten der insgesamt 300.000 benötigten Saisonkräfte angereist sein, fordert Pfister. Ab Mitte April herrsche Hochsaison beim Spargel, dann beginne parallel die Erdbeerernte. Aktuell müssten Gurken und Wintertomaten vom Feld.

Genossenschaftsverband: Die Politik ist sehr bemüht, den Bauern zu helfen

Etliche Erntehelfer hätten ihre Anreise abgesagt. „Rückmeldungen von Genossenschaften zeigen, dass bereits angereiste Saisonkräfte teilweise wieder heimgereist sind aus Angst, nicht wieder zurück in ihre Heimatländer Polen und Rumänien zu kommen“, berichtet der Landwirtschafts-Experte.

Immer aktuell:

Die Politik ist nach Pfisters Worten sehr bemüht. Ein einfaches Wechseln von entlassenen oder freigestellten Angestellten und Arbeitern in die Erntetätigkeit werde aber nicht in größerem Stil funktionieren. Die Ernte sei körperlich sehr anstrengend. „Das wird bei aller zu begrüßender Euphorie von Politik und arbeitswilligen Helfern oft unterschätzt.“

Winzer setzen auf Schüler - Duftfallen müssen angebracht werden

Im Weinbau gibt es laut Experten hingegen eine Möglichkeit, bei der auch Schüler, Studenten und andere Freiwillige helfen können. Dort geht es um die biologische Schädlingsbekämpfung. Es müssten schon bald auseichend viele Ampullen mit einem Sexuallockstoff zwischen die Rebstöcke gehängt werden, damit sich der Traubenwickler nicht vermehrt. Es ist derzeit der bedeutendste Schädling im Weinbau.

„Für das Aushängen der Ampullen benötigt man keine weinbaulichen Vorkenntnisse. Es ist ohne große Anstrengung durchführbar“, sagt der stellvertretende Chef des Badischen Weinbauverbandes mit Sitz in Freiburg, Holger Klein.

Es müsse sich auch keiner der Helfer um die Gesundheit Gedanken machen, denn es werde mit ausreichendem Abstand zum nächsten Helfer gearbeitet, sagt Weinbauberater Steffen Renz. „Das gemeinsame Treffen zu Beginn des Aufhängens und der übliche Abschlusshock sollen allerdings in diesem Jahr entfallen, um auf Nummer sicher zu gehen“, so die Experten.

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