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Alpenfilmfestival

Im Open-Air-Kino Ettlingen: „Wir zeigen kein Ballermann-Bergsteigen“

Alpenatmosphäre am Schwarzwaldrand war am Donnerstagabend im Open-Air-Kino bei der Kulisse zu spüren. Gipfel und Täler sind darin die Hauptdarsteller.

Kinozuschauer Open Air
Neben den bildgewaltigen Naturfilmen beim Alpenfilmfestival auf der Leinwand gefiel die entspannte Atmosphäre am Dickhäuterplatz die Bergfans. Foto: Nils Lösel

Als Gipfelkreuze und Berghütten über die Leinwand flackerten, fühlte man sich vom Dickhäuterplatz gleich einige hundert Kilometer gen Süden und einige hundert Höhenmeter nach oben versetzt.

Verantwortlich dafür: Sandra Freudenberg, die beim Alpen Film Festival zu Gast war. Insgesamt fünf Kurzfilme hatte sie im Gepäck, die verschiedene Seiten der Alpen beleuchteten.

Wichtig ist der erfolgreichen Bergbuchautorin vor allem, was in diesen nicht zu sehen ist: „Wir zeigen kein Ballermann-Bergsteigen und selbstinszenierendes Posen mit Red Bull-Dosen“. Vielmehr werden die Gipfel und Täler zu den Hauptdarstellern, die Menschen hingegen zu staunenden Besuchern.

Bergfans kommen auf ihre Kosten

Begeistert zeigten sich daher auch Vanessa Dörfler und ihr Mann. „Wir wollen nächstes Jahr in den Urlaub in die Alpen“, sagt sie. Jede freie Minute verbringen die beiden in der Natur. Bis Februar lebten sie in Karlsruhe, dann zogen sie ins Zittauer Gebirge und waren jetzt zu Besuch in der alten Heimat.

Während die einen erst noch in die Alpen wollen, kommen die anderen gerade von dort. „Wir sind gestern aus den Dolomiten zurückgekommen“, sagt Anne Zimmermann, die im Powder Party Bergsportverein Karlsruhe im Vorstand aktiv ist. Nach anstrengenden Tagen mit Klettern und Hochtouren genießt die erfahrene Bergsportlerin den Abend in der Kulisse mit Freunden und bei Bier und Nachos zur Entspannung.

Das ist eines der schönsten Kinos, in dem ich zu Gast sein durfte.
Sandra Freudenberg, Buchautorin

Begeistert von der Atmosphäre im Ettlinger Open Air Kino zeigte sich auch Freudenberg. „Das ist eines der schönsten Kinos, in dem ich auf der bisherigen Tour auftreten durfte“, freute sich die Bayerin. In rund 60 Kinos war sie in dieser Saison schon zu Gast, 20 weitere folgen in den kommenden Wochen noch. Vor zwei Jahren und damit mitten in der Corona-Pandemie hat sie die Filmtour im Arthouse-Stil gegründet. Anspruchsvolle Filme und die Filmkunst stehen dabei im Vordergrund und gerade nicht der kommerzielle Zweck.

Zum damaligen Zeitpunkt durchaus ein Wagnis, doch geholfen hat ihr auch ihre Bergerfahrung. „Vom Berg komme ich immer verändert zurück, die Stille nehme ich dann auch in den Alltag mit, sie schafft Ruhe und Ordnung“, erzählt die langjährige Alpinistin. So könne sie auch gewissen Risiken mit Gelassenheit entgegenblicken.

Kurzfilme bewegen sich zwischen Gelassenheit und Risiko

Zwischen Gelassenheit und Risiko bewegen sich auch die Kurzfilme. Da ist zum einen die Schobergruppe in den Hohen Tauern mit ihren Schutzhütten, um die sich die Gastwirte liebevoll kümmern. Im nächsten Film besteigen Caja Schöpf und Ludwig Karrasch gemeinsam die sieben höchsten Gipfel Bayerns und sorgen im Rückblick auf ihre Touren für den ein oder anderen Lacher im Publikum.

Service

Das Open-Air-Kino bei der Kulisse dauert noch bis zum 10. September. Infos und Karten unter www.kulisse-ettlingen.de

In einem weiteren Film durchsteigen die derzeit besten Alpinisten Simon Gietl und Roger Schäli die sechs großen Nordwände nonstop nacheinander. Beeindruckend sind dabei nicht nur die Leistungen der Athleten, sondern auch die filmischen Darstellungen. „Das Programm greift ineinander“, erklärt Freudenberg, so entstehe eine bildgewaltige Reise durch die Alpen.

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