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Elf Vereine beteiligen sich

Alternative zum Marktfest: Ettlingen setzt auf Biergarten-Konzept

Ein Marktfest mit Schwupps und Tralalla bis spät in die Nacht ist auch 2021 in Ettlingen nicht möglich. Stadt und Vereine haben sich aber eine Alternative überlegt.

Das geht auch 2021 nicht: Menschenmassen, die beim Marktfest von Stand zu Stand und Bühne zu Bühne drängen. Die Stadt plant eine abgespeckte Lösung mit den Vereinen. Foto: Archiv: Stadt Ettlingen

Es gibt auch 2021 kein Marktfest am letzten Wochenende im August. Das heißt aber nicht, dass die Ettlinger Altstadt in Ferienruhe verharrt. Geplant ist – Stand heute – verschiedene Plätze im Zentrum in Biergärten zu verwandeln, in denen sich jeweils bis zu maximal 300 Gäste niederlassen können.

Ettlinger Vereine bewirten

Als Wirte fungieren verschiedene Ettlinger Vereine, die sonst neuerlich hätten pausieren müssen. Denn Großveranstaltungen wie das Marktfest eine ist, sind (noch) nicht wieder möglich.

Bis vor Corona war das Spektakel, an dem sich Vereine aus allen Stadtteilen und die Gastronomen aus dem Zentrum beteiligten, ein Publikumsmagnet, und fünfstellige Besucherzahlen waren die Regel.

Kein Ersatz für Marktfest

„Die Biergärten in der Innenstadt können unser klassisches Marktfest zwar nicht ersetzen, sie sind aber eine Alternative. Wir hoffen, dass sie funktioniert“, sagt Ettlingens Kulturamtsleiter Christoph Bader. Er hat das von der Stadt erarbeitete Konzept jüngst bei der Arge der Marktfestbeschicker vorgestellt.

Ergebnis: Elf Vereine beteiligen sich, stellen Bänke und Tische in abgegrenzten Bereichen auf und kümmern sich ums Kulinarische. Das Kulturamt freue sich über die Resonanz, zeige sie doch, dass etliche Vereine „geradezu darauf gewartet haben, dass wir ihnen eine Möglichkeit verschaffen, wieder Geld zu verdienen“.

Für unseren großen Verein war klar, dass wir mitmachen werden.
Lucian Henkelmann, SSV-Geschäftsführer

Hinzu kommt: Gemäß Beschluss des Ettlinger Gemeinderats werden für die Biergarten-Lösung anders als fürs Marktfest keine Standgebühren verlangt.

Musikprogramm entfällt

Entfallen muss dagegen das komplette Musikprogramm, das sich sonst auf den diversen Bühnen bis spät in die Freitag- und Samstagnacht abspielt.

„Wir fürchten sonst Menschenansammlungen auf engem Raum“, erklärt Bader dazu, der aber auch darauf hinweist, dass sich die Corona-Verordnung noch ändern und es weniger Beschränkungen geben könne. Da müsse man noch abwarten.

Partnerstadt Épernay will Schampus ausschenken

Verzichtet wird 2021 außerdem auf die Meile des Ehrenamtes am Sonntag entlang der Leopoldstraße, gleiches gelte für den Kunsthandwerkermarkt am Schloss und in der Schlossgartenhalle.

Auch hier sei Besucherandrang zu befürchten, der dann schlimmstenfalls sogar zu einem Abbruch der Veranstaltung führen könne. Laut Sabine Süß, Chefin des Stadtmarketings, hat von den sechs Partnerstädten bislang nur das französische Épernay Interesse bekundet, Ende August nach Ettlingen zu kommen.

Winzer aus der Stadt in der Champagne werden ihr Prickelwasser ausschenken, „alle anderen Partnerstädte pausieren, weil der Aufwand für ein vergleichsweise kleines Fest doch groß ist“. Normalerweise beteiligen sich die Partnerstädte von Clevedon bis Gatschina gerne an der „Europäischen Meile“ im Schlosshof – und ihre Stände mit lokalen Spezialitäten sind immer dicht umlagert.

Ampelsystem informiert über freie Plätze

Da der Platz in den Biergärten auf dem Neuen Markt, dem Marktplatz, im Stadtgarten und hinter der Martinskirche begrenzt ist, hat sich das Kulturamt ein Ampelsystem ausgedacht.

Über die Homepage der Stadt kann man sich informieren, ob und wo Bierbänke frei sind und sich dann auf den Weg machen. Vorabreservierung seien nicht möglich, erklärt Bader. Ein zeitliches Limit fürs Verweilen im einzelnen Biergarten gebe es nicht.

Für Lucian Henkelmann, Geschäftsführer der Spiel- und Sportvereinigung Ettlingen (SSV) war schnell klar, dass „unser großer Verein mit verschiedenen Abteilungen bei den Biergärten mitmachen wird“. Man habe das entsprechende Equipment und die Ehrenamtlichen.

Wir hoffen auf Einnahmen, die wir im Corona-Jahr nicht hatten.
Klaus Kübel, Keglerverein Ettlingen

Natürlich sei schade, dass die Musik fehle, und viel Laufkundschaft werde es im Zweifelsfall nicht geben. „Trotzdem wollen wir das schöne Angebot der Stadt gerne unterstützen.“ Ganz ähnlich sieht das Klaus Kübel vom Ettlinger Keglerverein, der auf dem traditionellen Marktfest immer Flagge zeigt und sogar eine Kegelbahn aufbaut.

Dieses Jahr werde es auf Kaffee und Kuchen im Biergarten rauslaufen, vielleicht ergänzt um ein paar Cocktails. „Wir hoffen auf Einnahmen, denn die hatten wir im Corona-Jahr überhaupt nicht. Das war brutal“, erzählt er. Weder in der Gastronomie im Keglerheim noch bei der dortigen Bahnenvermietung sei etwas gelaufen. Von daher sei eine abgespeckte Lösung am letzten Augustwochenende allemal besser als nichts.

Service

Die Biergärten sind am Freitag, 27. August, von 18 bis 23 Uhr, am Samstag von 10 bis 23 Uhr und am Sonntag von 10 bis 21 Uhr geöffnet.

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