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Abholdienst im Einzelhandel

Click&Collect wieder erlaubt: Andrang im Baumarkt, wenig los im Modegeschäft und im Blumenladen

Unterschiedlich bewerten Händler aus Ettlingen und Waldbronn die wieder eingeführte Möglichkeit, bestellte Ware in Geschäften abzuholen. Bis Montag war das im neuerlichen Lockdown nur in der Gastronomie möglich.

Guten Mutes: Für Sylvia Donath von der Thalia Buchhandlung in Ettlingen ist das Geschäft mit der Abholung von Büchern ganz gut angelaufen. Foto: Julia Trauden

Für Gabriele Kunz aus Bruchhausen kam die Erlaubnis von Abholdiensten in Geschäften gerade rechtzeitig. Den Gasvorrat für ihre Gewächshausheizung hat sie just an diesem Morgen aufgebraucht. Hätte sie keinen Nachschub besorgen können, wäre es das wohl gewesen für die Zitruspflanzen, die sie dort unter anderem kultiviert.

Doch Kunz hatte Glück: Gleich morgens um acht hat sie im Hagebaumarkt in der Ettlinger Hertzstraße angerufen und sich einen Termin für die Auffüllung ihrer Gasflaschen geben lassen.

Eine gute Stunde später steht sie vor der Schiebetür am Eingang zum Markt, um die leeren gegen volle Flaschen zu tauschen.

Viele Anfragen im Hagebaumarkt

Kunz ist nicht die einzige, die den Abholservice nutzt, der seit Montag wieder möglich ist. Drei weitere Kunden warten mit ihr kurz nach neun vor dem Baumarkt – alle in ausreichendem Sicherheitsabstand.

Warten am Eingang: Gabriele Kunz aus Bruchhausen will ihre Gasflaschen im Hagebaumarkt Ettlingen wieder auffüllen lassen. Foto: Julia Trauden

Das Telefon in der Filiale steht kaum noch still. Zumindest hat diesen Eindruck Frank Leith aus Rastatt, der eine Lampe abholen kommt. „Es war die ganze Zeit besetzt“, berichtet er von seinem Versuch, einen Termin zu vereinbaren. Letztlich hat es aber doch geklappt und Leith, der als Hausmeister arbeitet und die Lampe für einen Kunden braucht, kann seine Ware holen.

Die Nachfrage ist extrem heute.
Nadja Ernst, Ernst Hausgeräte Ettlingen

Viel Betrieb ist am Montag auch im Fachgeschäft für Miele-Hausgeräte in der Badener-Tor-Straße. „Die Nachfrage ist extrem heute“, berichtet Nadja Ernst, die in dem Unternehmen für den Vertrieb zuständig ist. „Wir fühlen uns gerade wie in der Zeit zwischen den Lockdowns“ – also wie in der Phase, in der sie regulär öffnen durften.

Rund 20 Bestellungen arbeiten Ernst und ihre zwei Kolleginnen am Montag ab. Die große Nachfrage droht sogar zum Problem zu werden. Denn, so Ernst: „Wir kriegen selbst keine Ware hinterher.“ Die Großhändler kämen mit der Produktion nicht nach. In der Corona-Zeit sei der Umsatz bei Hausgeräten um rund 30 Prozent gestiegen.

Das ist alles nur ein Tropfen auf den heißen Stein.
Florian Taller, IMI Mode Waldbronn

Ganz anders ist die Lage in der Textilbranche. Florian Taller von „IMI Mode“ in Waldbronn schlägt sich seit Wochen mit einem Lieferdienst durch, den er zusammen mit seinem Vater betreibt. Die beiden kennen den Geschmack ihrer Stammkunden und stellen ihnen auf Wunsch „Auswahlboxen“ mit Kleidung zu. Ein- bis zweimal täglich fahren sie Lieferungen aus, berichtet Taller, manchmal gibt es aber auch gar keine Bestellungen.

Dass das Abholen bestellter Ware im Geschäft nun wieder möglich ist, bewertet er positiv, allerdings weiß er auch: „Das ist alles nur ein Tropfen auf den heißen Stein.“ 90 Prozent des Umsatzes machten sein Vater und er über den stationären Handel. Kunden schätzten die Beratung vor Ort.

„Kleine Erleichterung“ für Blumenhändlerin

Als eine „kleine Erleichterung“ bezeichnet die Ettlinger Blumenhändlerin Barbara Beetz die Erlaubnis des Abholdienstes. „Aber ein Ersatz für das normale Geschäft ist es natürlich nicht.“ Rund eine Handvoll Aufträge stehen am Montag auf ihrer Liste. Die erste Bestellung wird am Dienstag abgeholt: ein bunter Strauß mit Frühlingsblumen. Die ganze Zeit über hätten Kunden schon angefragt, ob sie Sträuße, Kränze oder Gestecke abholen könnten, erzählt Beetz, „und immer mussten wir sie vertrösten“.

Wir sind gut ausgelastet.
Sylvia Donath, Thalia Buchhandlung Ettlingen

Zwölf Bestellungen zählt Sylvia Donath von der Ettlinger Thalia Buchhandlung am Montagmorgen. Da ist noch etwas Luft nach oben, aber „wir sind gut ausgelastet“, sagt die Filialleiterin. Von 9 bis 15 Uhr, samstags von 9 bis 13 Uhr, kann man Bücher abholen, eine Terminvereinbarung ist nötig.

Damit sich keine Schlangen vor der Buchhandlung bilden, werden Termine so vergeben, dass jede halbe Stunde maximal vier Kunden kommen. Donath freut sich, dass es den Abholservice jetzt zusätzlich zum Lieferdienst gibt. Generell sei die Nachfrage nach Büchern im Lockdown weiter recht hoch gewesen.

Zusatzangebot zu Lieferservice

Auch in den drei Filialen von LiteraDur in Waldbronn, Pfinztal und Remchingen wurde der Lieferdienst, der schon seit längerem besteht, „sehr rege genutzt“, berichtet Inhaberin Barbara Casper. „Wir sind froh, dass unsere Kundschaft so zu uns gehalten hat.“ Die nun hinzugekommene Möglichkeit der Abholung sei ebenfalls gefragt. Sie bedeute für die Mitarbeiter weniger Aufwand und Kosten als die Lieferung.

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