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Spontandemo

Antifa blockiert AfD-Infostand in der Ettlinger Altstadt

Gespräche von AfD-Mitgliedern mit Passanten auf dem Ettlinger Neuen Markt wollten linksorientierte Aktivisten mit einer spontanen Demonstration verhindern.

Polizei tritt dazwischen: Eine Gruppe von Antifa-Leuten verhinderte zeitweise Gespräche von Bürger mit AfD-Mitgliedern auf dem Ettlinger Marktplatz. Foto: Michael Blos

Etwas mehr als ein Dutzend aus Karlsruhe mit der Straßenbahn angefahrene Aktivisten umstellten am Samstag laut Polizei auf dem stark belebten Ettlinger Neuen Markt einen Informationsstand der AfD zur Landtagswahl.

Die Repräsentanten der Ettlinger AfD waren, wie einer Veröffentlichung eines Blogs der linksorientierten Karlsruher Antifa zu entnehmen ist, von der Aktion komplett überrascht worden.

Wie die Aktion aus Sicht der Antifa lief, ist deren Schilderung in dem Blog zu entnehmen: „Gemeinsam mit 20 AntifaschistInnen fuhren wir nach Ettlingen, um den AfD-Stand abzuschirmen und sie daran zu hindern, ihre Propaganda zu verbreiten. Gleichzeitig nutzten wir den Tag für verschiedene Aktionsformen.

AntifaschistInnen klebten in Ettlingen Plakate mit Parolen wie ‘Solidarität statt rechte Hetze’ oder ‘Gegen rechte Hetze – für eine solidarische Krisenlösung’ und hängten ein Transparent der Kampagne am Rand einer Straße auf.“

Die AfDler seien von der Störaktion sichtlich genervt gewesen. Es sei ihnen, so die Antifa-Leute weiter, weder möglich gewesen, Gespräche mit PassantInnen zu führen, noch sonst wie auf ihren Wahlkampf aufmerksam zu machen. Den Frust darüber hätten sie in verbalen Attacken gegen die Aktivisten ausgedrückt.

Ein älterer AfDler sei offenbar so frustriert gewesen, dass er erst versucht habe, eines der Transparente zu entwenden und, als dieser Versuch von Antifaschisten abgewehrt wurde, auf die Aktivisten eingeschlagen.

„Zum Abschluss der Aktion zogen wir mit einer Spontandemo selbstbestimmt durch die Ettlinger Innenstadt zurück zu Bahnhaltestelle.“ Dabei habe man die Innenstadt mithilfe von Sprühkreide und Graffitischablonen mit einigen Parolen gegen den rechten Wahlkampf verschönert.

AfD-Kandidat hat Angst um seine Familie

Während die Antifa in Ettlingen ihre Aktion als „Erfolg“ feiert, sieht dies AfD-Landtagskandidat Michael Blos, ehemaliges CDU-Mitglied, komplett anders: Es müsse in diesem Land ein politischer Diskurs möglich sein.

Er verwahre sich auch dagegen, als „Nazipest“ beschimpft zu werden, noch sei er ein Rechtspopulist. Er danke ausdrücklich der Polizei, die dafür gesorgt habe, dass die AfD-Vertreter nicht so sehr von den Antifa-Leuten bedrängt worden sein.

Dennoch hat Blos, der zu Beginn der Aktion noch einen Infostand in Pfinztal betreut hatte, Ängste. Durch Rufe wie „AfD, nieder mit der Nazipest“ fühlten er, seine Familie und Kollegen sich „persönlich gefährdet“ und forderten „entsprechendes Handeln zum Schutz“. Insgesamt zwölf Beamte sorgten schließlich dafür, so eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Karlsruhe, dass die Aktivisten aus Karlsruhe den gebotenen Abstand einhielten.

Aktion der Antifa war nicht angemeldet

Bürgermeister Moritz Heidecker, zuständiger Dezernent der Stadt Ettlingen, stellte fest, dass die Aktion der Karlsruher Aktivisten nach dem Versammlungsrecht hätte angemeldet werden sollen. Die Polizei habe einen guten Job gemacht.

Nach zweimaliger Aufforderung hätten sich die Antifa-Leute, die sich im Wesentlichen an die Corona-Regeln gehalten hätten, zurückgezogen. Geprüft werde von der Polizei aktuell noch die Auseinandersetzung zwischen einem AfD-Vertreter und einem Mitglied der Antifa, die Sprühaktionen der Antifa auf dem Weg zur Haltestelle und die Frage, wie es zu einem platten Reifen des Transportfahrzeugs der AfD gekommen sei.

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