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Bundessieg mit Cocktailsessel

Beste Jung-Raumausstatterin des Landes kommt aus Bad Herrenalber Betrieb

Larissa Gutwein polstert unter den Augen von Chef Christian Romoser einen Sessel neu auf, was in der Branche nicht mehr selbstverständlich ist. Foto: Ulrich Krawutschke

„Das macht uns mächtig stolz“, sagt Christian Romoser, Chef der Romoser-Raumausstattung in Bad Herrenalb. Sein Grund: Auszubildende Larissa Gutwein hat ihre Gesellenprüfung im Raumausstatter-Handwerk mit herausragenden Leistungen abgeschlossen, ist Kammersiegerin der Handwerkskammer Karlsruhe und ist im anschließenden Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks sowohl auf Landesebene als auch auf Bundesebene zur Siegerin gekürt worden.

Das kommt nicht wie von selbst, wie die 21-Jährige sagt. „Ich habe im Betrieb neben der eigentlichen Ausbildung auch alle Zeit zum Üben und zur Gestaltung meines Gesellenstückes – ein Cocktailsessel in einer Koje, die die Raumsituation darstellt – bekommen“, freut sich Gutwein und betont: „Ich bin froh hier zu sein, bin aber auch ein bisschen stolz auf meine eigene Leistung.“

Zunächst mal das Berufskolleg geschmissen

Larissa Gutwein stammt aus Durlach. Nach der mittleren Reife hatte sie ein Berufskolleg begonnen, „aber bald hingeschmissen, weil ich gerne handwerklich arbeiten wollte“. Ein Praktikum im Raumausstatter-Handwerk hat dazu geführt, dass sie „hängengeblieben“ ist, weil sie gespürt habe, „das ist doch was für mich“.

2017 begann sie bei Christian Romoser ihre Lehre, die sie jetzt mit Bestleistung abschloss. „89 von 100 Punkten sind in unserem Handwerk eine hervorragende Leistung, Larissa ist nicht umsonst Beste geworden“, so Romoser. „Darauf haben wir im Betrieb auch hingearbeitet, haben viel miteinander gesprochen, denn es war schnell klar, Larissa hat enorme Entwicklungschancen.“

Der Betrieb habe die Ausbildung mit gesteuert, sie unterstützt und zum Beispiel das Polstern – „das gibt es nicht mehr in allen Betrieben“ – intensiv gelehrt, so Romoser. Er sagt dies mit lachendem und weinendem Auge, denn Larissa Gutwein wird das Herrenalber Unternehmen Ende November verlassen und in einem Betrieb in Durlach anfangen. „Der tägliche Fahrweg ist einfach zuviel“, sagt sie, was Romoser durchaus verstehen kann, sie aber vermissen werde. „Weil es auch menschlich passt.“

Der Trend ist, dass es keine Trends mehr gibt

Und noch eine Änderung steht an: Larissa Gutwein will die achtmonatige Meisterausbildung absolvieren. Durch den Erfolg hat sie ein Stipendium für die Meisterschule bekommen.

Und mit was befassen sich Romoser und Gutwein, gibt es Trends für Raumausstatter? „Der Trend ist, dass es keine Trends gibt, alles ist möglich“, so Romoser. Früher, erinnert er sich, gab es mal zehn Jahre lang braune und orangene Farbtöne in Verbindung mit Samt, dann wieder zehn Jahre grau und lila.

Heute sind Trends viel kürzer. „Bei uns ist es inzwischen wie in der Modebranche, es wechselt zweimal jährlich“, erklärt er. „Social Media macht das deutlich, mal samt-golden, dann wieder ganz schlicht“, ergänzt Larissa Gutwein. Christian Romoser sucht nun wieder einen Azubi, „denn wir bilden weiter aus“, versichert er.

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