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Mehr als 1.100 Unterschriften

Bürgerinitiative aus Bad Herrenalb will alten Baumbestand im Gebiet „Kullenmühle“ retten

Die Bürgerinitiative will erreichen, dass eine geplante Nachverdichtung am Waldrand geringer ausfällt als geplant und sieht das Waldgesetz auf ihrer Seite.

Unterschriften übergeben: Die Initiative „Waldrodung am Kirchenweg vermeiden“ mit dem stellvertretenden Herrenalber Bauamtsleiter Matthias Schulz (rechts). Foto: Heidi Schulte-Walter

Exakt 1.123 Unterschriften binnen vier Wochen gesammelt hat die Bürgerinitiative „Waldrodung am Kirchenweg vermeiden“ in Bad Herrenalb. Eine stattliche Zahl vor dem Hintergrund, dass die Kurstadt gerade mal 8.000 Einwohner hat.

Das fand auch der stellvertretende Bauamtsleiter Matthias Schulz, der die Listen am Freitagmorgen im Rathaus entgegennahm. Die Initiative um Sprecherin Uta Rothfuss wendet sich gegen die Rodung eines alten Baumbestandes, die nötig wird, um im Gebiet „Kullenmühle“ nachzuverdichten.

Der Bebauungsplan soll im vereinfachten Verfahren geändert werden, er lag jetzt vier Wochen offen, sodass die Initiative ihre Stellungnahme dazu abgeben konnte. Uta Rothfuss machte beim Termin im Rathaus klar: „Wir wollen nicht die Nachverdichtung an sich verhindern.“ Die sei in Ordnung.

Man wende sich aber dagegen, dass vier von maximal 35 Baufenstern so nah am Waldrand positioniert seien, dass dieser auf einer Länge von 80 Metern und einer Tiefe von 20 Metern verschwinden müsse.

Wir wollen nicht die Nachverdichtung an sich verhindern.
Uta Rothfuss, Sprecherin der Bürgerinitiative

Denn zwischen dem Wald und einer Bebauung sei ein Abstand von mindestens 30 Metern vorgeschrieben, zum einen wegen des Brandschutzes, zum anderen für den Fall, dass Bäume umstürzten. Die Baufenster sind für viergeschossige Häuser vorgesehen, es könnten nach Einschätzung von Matthias Schulz zwischen 30 und 40 Wohnungen entstehen.

„Es gibt aber noch keine konkreten Pläne und noch keinen Bauantrag“, so der Verwaltungsmitarbeiter. Die Bürgerinitiative regt an, die Baufenster weiter vom Wald entfernt auszuweisen, also einzurücken. Dadurch würden sie kleiner oder eines würde entfallen.

Der Naturschutz müsse berücksichtigt werden, meinte Rothfuss und ergänzte, sie sehe mit Sorge, was im Wald passiere. Allein im Landkreis Calw gehe es um bis zu 112 Windkraftanlagen, für alle „muss Wald gerodet werden“.

Stellvertretender Bauamtsleiter sieht Teil der Bebauung als verzichtbar

Schulz sagte, es freue ihn, dass sich die Bürger „bemerkbar machen“, das sei besser als „jede Bruddelei“ im Nachgang. Er versicherte auch, niemand müsse Angst haben, „dass in Kürze die Holzfäller anrücken“.

Für die 35 Baufenster gebe es eine hohe Zahl an Interessenten, es stelle sich aber die Frage, ob es für die vier kritischen Baufenster nicht Alternativen gebe. Er frage sich „ganz persönlich“, ob man am Kirchenweg nicht auf einen Teil der vorgesehenen Bebauung verzichten oder sie reduzieren könne. Die Unterschriften werde er Bürgermeister Klaus Hoffmann (parteilos) nach dessen Rückkehr vorlegen.

Planänderung im Gemeinderat?

Er gehe dann von einer neuerlichen Diskussion im Gemeinderat („ich halte einen Konsens für möglich“) und einer Planänderung und einem neuen Entwurf aus. Auch der komme dann in die Offenlage, und Bürger könnten sich dazu äußern.

Die Anregung einer Bad Herrenalberin, doch eine Bürgerinformation zu dem umstrittenen Vorhaben zu machen, griff Schulz auf. Tenor: Das sei eine gute Idee, um die Öffentlichkeit besser zu beteiligen.

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