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50 Jahre Knirsch Kraftfahrzeuge GmbH

Das Karlsruher Unternehmen Knirsch bietet mehr als Diesel

Die Knirsch Kraftfahrzeuge GmbH feiert 2020 ihr 50-jähriges Bestehen. Coronabedingt ist das Jubiläum verschoben. Das Unternehmen ist der größte Scania-Lastwagenhändler der Region.

Dreh- und Angelpunkt: In der Ohmstraße in der Nähe der Autobahn startete vor 50 Jahren der Betrieb der Firma Knirsch. Die Zeit danach war geprägt von Expansion. Foto: Foto: pr/Knirsch

Mit einer Werkstatt mit drei Stellplätzen hat alles begonnen: Vor 50 Jahren starteten Martin Knirsch, Adolf Schmidt und Kuno Seifried auf einem autobahnnahen Grundstück in der Ohmstraße 10 in Karlsruhe das Unternehmen Martin Knirsch KG. Heute ist die Firma einer der größten Scania-Händler Süddeutschlands.

Die fünf Jahrzehnte waren geprägt von Expansion. Mehr als 11.000 Neufahrzeuge und 10.000 Gebrauchtfahrzeuge hat die Firma Knirsch in der Zeit verkauft. „Das Gebäude in der Ohmstraße 10 ist im Laufe der Jahre mehrmals erweitert worden. 2003 konnte der Neubau in der Ohmstraße 6 bezogen werden.

In Baiersbronn eröffnete Knirsch 1980 eine Niederlassung, 1986 gab es die dritte am Standort Bühl“, erzählen die Geschäftsführer Andreas, Heiko Knirsch und Thomas Gesing. Derzeit baut Knirsch einen weiteren Standort in Schutterwald bei Offenburg.

In den 50 Jahren habe das Unternehmen mehr als 200 jungen Menschen einen Ausbildungsplatz geboten, sowohl im kaufmännischen als auch im technischen Bereich.

Bereits nächste Generation am Start

2008 wurde der Generationswechsel im Familienunternehmen vollzogen. Andreas und Heiko Knirsch sowie Thomas Gesing übernahmen. Jetzt steht mit den Geschwistern Lennart und Lena Knirsch bereits die nächste Generation in den Startlöchern.

Heute bietet die Martin Knirsch Kraftfahrzeuge GmbH mit ihren drei Standorten und etwa 180 Mitarbeitern neue und gebrauchte Scania Fahrzeuge, Lkw zur Miete sowie Werkstattservice und Kundendienst an.

So sah es vor fast 50 Jahren auf dem Betriebslände von Knirsch aus: Der erste Standort in der Ohmstraße in Karlsruhe Foto: pr/Knirsch

Ehrenrettung für den Dieselmotor

Der verstärkte Druck aus der Politik zum Umstieg auf alternative Antriebe macht Andreas Knirsch keine großen Sorgen: „Beim Dieselmotor ist fast alles ausgereizt. Scania ist im Vergleich zu anderen Lkw-Produzenten bei den alternativen Technologien aktuell der fortschrittlichste Hersteller.“

Es würden schon einige alternative Motoren angeboten, die auch wirtschaftlich seien. Gleichzeitig gibt Thomas Gesing eine „Ehrenrettung“ für den Diesel ab: Es sei untergegangen, dass gerade in den vergangenen fünf Jahren der Dieselverbrauch bei den Lkw pro Kilometer um 30 Prozent zurückgegangen sei. Und das, obwohl der Lastwagenverkehr enorm zugenommen habe.

Was man jetzt brauche, sei neue Lkw-Technologie. Im Stadtverkehr werde es in Zukunft andere Antriebsformen als im Fernverkehr geben. Auch noch in zehn Jahren würden einige Aufgaben im Lastwagenverkehr nur mit Dieselmotoren zu bewältigen sein, meint Gesing.

Knirsch weitet sein Lastwagengeschäft weiter aus: Die Geschäftsführer Heilo Knirsch, Andreas Knirsch und Thomas Gesing beim Gespräch in der Firmenzentrale. Foto: jcw

Tenor: Niemand will die Schnelligkeit der Lieferketten gefährden. Dabei spielten dann Methoden zur Gewinnung synthetischer Kraftstoffe wie Gas-to-Liquids (Gas zu Flüssigkeit) oder Power-to-Liquid (elektrische Energie zu Flüssigkeit) eine wichtige Rolle. Wasserstoff habe langfristig nur eine Chance, wenn man ihn aus grünem Strom herstellen könne. Optimal wäre aus Sicht der Geschäftsführer, wenn es gelänge, großflächig Kohlendioxid der Luft zu entziehen und in Treibstoff für Lastwagen umzuwandeln.

Zahl der Alternativen noch gering

Aktuell sei man allerdings noch bei 99 Prozent Diesel und einem Prozent anderen Antriebsenergien. In zehn Jahren werde der Dieselanteil vielleicht bei 60 bis 70 Prozent liegen. Vor Corona habe man pro Jahr rund 500 große Lastwagen mit Dieselmotoren verkauft und nur vier bis fünf mit Gasantrieb, berichtet Andreas Knirsch. Zudem würden Hybrid-Lkw angeboten. Unwirtschaftlich und nur für wenige Kunden geeignet seien Strom-Lkw. Scania sei allerdings an der Oberleitungsversuchsstrecke auf der Autobahn bei Darmstadt beteiligt.

Die drei Geschäftsführer sind stolz auf die vielen jungen Menschen, die an ihren verschiedenen Standorten eine Ausbildung absolviert haben. Ausgebildet wird aktuell bei Knirsch zum KfZ-Mechatroniker. Es gibt auch junge Frauen, die sich dazu ausbilden lassen. Ein weiterer Ausbildungsberuf ist Automobil-Kaufmann und Lagerlogistiker.

Berufe in der Kfz-Branche noch zu wenig attraktiv

Die Firma klagt darüber, dass die Politik bei der Qualifikation von Auszubildenden zum Berufskraftfahrer zu wenig voraussetzt. „Wir müssen die Berufe für die Facharbeiter in der Kfz-Branche generell attraktiver machen“, so alle drei unisono. Es sei völlig unproblematisch, für den neuen Offenburger Standort Führungskräfte zu finden.

„Da stapeln sich die Bewerbungen.“ Bei den Facharbeitern sehe dies anders aus. Der Markt sei fast leer gefegt. In Offenburg entstehen 30 neue Arbeitsplätze, und damit steigt die Zahl der Beschäftigten von 180 auf 210 Mitarbeiter.

Noch mehr sorgt Gesing, da spricht er für seine Kunden, dass die Ausbildung des Berufskraftfahrers nicht aufgewertet wird: „Gut Lastwagenfahren heißt nicht nur hinter das Steuer zu sitzen.“ Die Arbeit werde immer komplexer, und gutes technisches Wissen sei gewünscht. Mit Billiglöhnen in anderen europäischen Ländern werde die Sicherheit im Straßenverkehr nicht gesteigert.

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