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Vier Fragen an

Wie Pfarrer Weingartner das Jahr 2020 erlebt hat

„Corona erschwert meine Arbeit“, sagt Matthias Weingärtner, katholischer Pfarrer der Seelsorgeeinheit Bad Herrenalb, Dobel und Loffenau.

Matthias Weingärtner, neuer Pfarrer in Bad Herrenalb ab Ende 2019 Foto: Kirchengemeinde Herrenalb/Glaser

Nur eine einzige Trauung und zwei Taufen hatte Weingärtner seit Dezember 2019. Sein erstes Dienstjahr ist von der Corona-Pandemie überschattet gewesen.

Unser Mitarbeiter Dietmar Glaser sprach mit dem aus Ettlingen stammenden Seelsorger.

Mit Elan gingen Sie als neuer Pfarrer in Herrenalb an die Arbeit. Wie sieht Seelsorge in Corona-Zeiten aus?
Weingärtner

Seit dem 1. November habe ich keine hauptamtlichen Kollegen mehr an meiner Seite. Die Stellen der Gemeindereferentin und des Diakons fielen weg. Jetzt kommen alle Dinge zu mir. Ich bin deshalb sehr auf die Mitwirkung von Ehrenamtlichen angewiesen. ‘Kirche gemeinsam gestalten’ lautet jetzt um so mehr mein Motto.

Wie waren Ihre ersten Monate in der Kurstadt?
Weingärtner

Bis März 2020 lief alles gut. Dann schaufelte die Corona-Pandemie Sand ins Getriebe. Von Mitte März bis Mitte Mai waren Präsenz-Gottesdienste nicht mehr erlaubt. Danach nur mit erheblichen Einschränkungen und Hygienekonzept. „Weil Begegnungen nur sehr eingeschränkt möglich sind, Gemeindefeste und -nachmittage ausgefallen sind, erschwert das enorm meine Arbeit. Eine angedachte Laudato-Si-Gruppe, welche die Umwelt-Enzyklika des Papstes mit Leben füllen soll, konnte sich bisher noch kein einziges Mal treffen.

Kirchliches Leben ist auch bestimmt von Ritualen. Wie war das 2020?
Weingärtner

Im ersten Jahr meines Wirkens hatte ich nur eine einzige Trauung und zwei Taufen. Alles andere wurde verschoben. Beerdigungen finden zwar statt, sind aber beeinträchtigt. Die Aussegnung findet oft am Grab statt, weil sich in der Halle wegen der Abstandsregeln zu wenige Trauergäste versammeln können. In der Trauerbegleitung fehlt mir sehr, dass ich niemanden in den Arm nehmen darf. Nicht einmal die Hand darf ich geben. Es kostet mich sehr viel Überwindung, das nicht zu tun. Einen Corona-Toten musste ich noch nicht bestatten. Gott sei Dank!

Wie sieht kirchliches Leben 2021 aus?
Weingärtner

Unter Pfarrkollegen herrscht die Meinung, dass bis Ostern die weitreichenden Einschränkungen bleiben. Ob dann eine Woche nach Ostern die Erstkommunion stattfinden wird, ist fraglich. 2020 wurde der „Weiße Sonntag“ von März auf Oktober verschoben. Manche haben das Familienfest auf 2021 verlegt. Mit Videokonferenzen, digitalen Angeboten und Material für zu Hause müssen wir künftig die Kinder auf das Fest der Erstkommunion vorbereiten. Für die Allgemeinheit gibt es Telefon-Gottesdienste seit diesen Weihnachten.

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