Skip to main content

An Blutkrebs erkrankt

Typisierung für Emma aus Rheinstetten: 150 Menschen machen mit

Als Zeichen der Solidarität lassen sich im Rheinstettener Stadtteil Mörsch viele Menschen typisieren, um der fünf Monate alten Emma zu helfen. Sie braucht dringend einen Stammzellen-Spender, um zu überleben.

Emma braucht Hilfe: Sarah Neu (Bildmitte) und ihr Mann Daniel lassen sich in der Keltenhalle registrieren. Dahinter leitet Ramona Seilnacht die Typisierung an. Selbst die kleine Sophie (links), hat geholfen und wollte mit aufs BNN-Foto.
Emma braucht Hilfe: Sarah Neu (Bildmitte) und ihr Mann Daniel lassen sich in der Keltenhalle registrieren. Dahinter leitet Ramona Seilnacht die Typisierung an. Selbst die kleine Sophie (links), hat geholfen und wollte mit aufs BNN-Foto. Foto: Stefan Lumpp

Großer Andrang herrscht vor der Keltenhalle in Rheinstettens Stadtteil Mörsch am Sonntagmittag. Der Anlass dafür ist traurig: Die kleine Emma ist an Blutkrebs erkrankt. Und damit hat ein Wettlauf mit der Zeit begonnen.

Einen geeigneten Stammzellen-Zwilling zu finden gestaltet sich oft wie die Suche einer Nadel im Heuhaufen, ist jedoch für das fünf Monate alte Mädchen die fast einzige Chance auf Heilung.

Dafür machen Familienangehörige, Freunde und die Stadt Rheinstetten mobil – einmal den Mund öffnen und das Wattestäbchen kreisen lassen.

DKMS organisiert Registrierungsaktion für Emma

„Für uns ist es eine Herzensangelegenheit. Gerade Kindern, die wie Emma so klein sind und noch nicht viel vom Leben gesehen haben, muss geholfen werden“, meinen Sarah und Daniel Neu aus Rheinstetten. Für sie sei es selbstverständlich an der Typisierung teilzunehmen.

Die internationale Organisation DKMS (ehemals Deutsche Knochenmarkspenderdatei) hat die Registrierungsaktion für Emma organisiert. Am Sonntag ist aber kein DKMS-Mitarbeiter vor Ort. Die Familie hat mit Hilfe von Freunden alles selbst aufgebaut.

Sechs Tische stehen im Saal, und schnell wird klar: Das reicht nicht – die Schlange wird zu groß. „Ich bin erstaunt, wie gut die Aktion gestartet ist und wie viele bereits gekommen sind“, freut sich Saphira Seilnacht, die Tante von Emma.

Über 150 Menschen werden es am Ende des Tages sein. Die ganze Familie stehe in dieser schwierigen Zeit zusammen, „wir haben große Hoffnung und glauben daran, dass Emma wieder gesund wird“, so Saphira.

Typisierung findet in Rheinstetten

Wie einfach und schnell eine solche Typisierung abläuft erklärt Andreas Reimann, er ist der Nachbar von Emmas Opa und sitzt am Eingang. Wer sich typisieren lassen will muss an ihm vorbei und dabei drei Fragen beantworten: „Sind Sie zwischen 17 und 55 Jahren? Wie groß sind Sie? Wiegen Sie unter 140 Kilo?“

Dann geht es mit einer Peelpackung, die drei Wattestäbchen enthält, und einen Umschlag an einen der Tische. Die Typisierung findet unter Anleitung statt – zuallererst gelangt man über einen QR-Code an ein Formular der DKMS.

Dabei werden persönliche Informationen abgefragt um Personen, die nicht als Spender in Frage kommen, herauszufiltern. Wenn alles passt heißt es Wattestäbchen in den Mund und vielleicht mit ein bisschen Spucke ein Leben retten.

Emmas Familien sind berührt von der großen Anteilnahme

Für Markus Burkart ist die Typisierung eine spontane Aktion, im Gemeindeblatt habe er davon erfahren. Er ist selbst Familienvater und heute ist auch noch der fünfte Geburtstag von Sohn Maximilian. „Als Papa ist man da schon mehr sensibilisiert“, sagt er. Seinen Freund Max Kastner, der zur Geburtstagsfeier Gast ist, hat er zum Registrieren gleich mitgebracht.

Emmas Familie ist im Sportverein aktiv. Hier und auch über Freunde und die sozialen Netzwerke wurde der Typisierungsaufruf geteilt. „Der Zusammenhalt und die Teilnahmebereitschaft unter der Bevölkerung und bei Vereinen und Institutionen ist sehr groß“, beschreibt Markus Seilnacht, der Onkel von Emmas Mama. Er wolle für die Kleine kämpfen und helfen wo es nur geht.

„Rettet Herzstück Emma“

Unter dem Motto „Rettet Herzstück Emma“ findet am Samstag, 17. September in der Bernhardushalle Mörsch eine Benefizveranstaltung statt. Von 17 bis 18 Uhr kann man sich typisieren lassen. Es ist auch möglich sich von der DKMS ein Registrierungsset schicken zu lassen.

nach oben Zurück zum Seitenanfang