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Deutsch-französische Freundschaft

Besucher glänzen auf dem Champagnerfest in Ettlingen mit Fachwissen

Sechs Kellereien waren am Samstag beim Champagnerfest in Ettlingen zu Gast. Die Besucher beeindruckten dort mit ihrem Fachwissen.

Deutsch-französische Verkostung: Petra Roth (links) ist auf Champagner Rosé neugierig, Florence Dérouillat vom gleichnamigen Weingut hat ihn im Sortiment. Foto: Jürgen Hotz

„La France et l’Allemagne sont essentiellement l’Europe. L’Allemagne est le coeur, la France est la tête.“ Übersetzt: In der Hauptsache bilden Frankreich und Deutschland Europa. Deutschland ist das Herz, Frankreich der Kopf, wie kein Geringerer als Victor Hugo, der französische Schriftsteller und Politiker, 1871 festgestellt hat.

Europäischer Esprit wehte – neben den Trikoloren beider Länder an der Wand – auch am Samstagvormittag durch die Schlossgartenhalle.

Zum fünften Mal lud die Stadt Ettlingen zusammen mit ihrer Partnerstadt Epernay zum Champagnerfest, das seinen Auftakt bereits am Freitagabend in Ettlinger Restaurants feierte.

„Vor 14 Tagen noch an den Reben, wird jetzt im Keller gearbeitet“, sagte Oberbürgermeister Johannes Arnold (Freie Wähler). Dennoch seien in der arbeitsintensiven Jahreszeit sechs familiengeführte Champagnerkellereien an die Alb gereist, um ihre Spitzenerzeugnisse zu präsentieren.

Städtepartnerschaft zwischen Ettlingen und Epernay wird 2023 70 Jahre alt

„Etwas ganz Besonderes und ein großes Symbol“ sei die Jumelage, die zweitälteste deutsch-französische Städtepartnerschaft überhaupt, die 2023 ihr 70-jähriges Bestehen feiere, so Arnold an Rémi Grand gewandt. Der Vertreter von Bürgermeister Franck Leroy trug eine blau-weiß-rote Schärpe.

Der sichtlich gerührte Grand beschwor „une amitié solide“, eine feste Freundschaft also, die durch bürgerschaftliche Kontakte immer weiter gestärkt werde. Nicht zuletzt das neu eröffnete Museum für Champagner und Archäologie lohne einen Ausflug nach Epernay, so Arnold, bevor der Saal ein Ständchen auf Rémi Grands 65. Geburtstag anstimmte.

Kunden glänzen beim Ettlinger Champagnerfest mit Fachwissen

„Wir freuen uns, dass das Champagnerfest nach der Pandemie wieder stattfindet, und kaufen ein paar Kisten“ sagten Franziska und Heiko Hohmann.

Dann erklingt eine Valse Musette, denn Gisella geht mit ihrem Akkordeon und kecken Hütchen durch die Halle. „Wenn Natalie Lumpp über einen Champagner sagt, er schmeckt erdig, würde ich sagen, er schmeckt nach Keller“, sagte Besucherin Petra Roth amüsiert über das Weinsprech der Expertin. Als nächstes wolle sie einen Rosé probieren.

Am Stand von Luc und Florence Dérouillat, die schon beim ersten Mal dabei waren, ist der Rosé im Sortiment. „Die deutschen Kunden kennen sich sehr gut aus und sind neugierig auf Entdeckungen. Die Franzosen sind weniger direkt“, so Patron Dérouillat. Mit „großer Freude“ präsentierten sie sich beim Champagnerfest als einziger Veranstaltung in Deutschland.

Benjamin Rogge vom Weingut Rogge-Cereser fand das Fest „gesellig“ und bestätigte die Einschätzung seines Kollegen: „Die deutschen Kunden kennen die Unterschiede gut.“ Dann kredenzte er eine Assemblage aus Meunier-, Pinot- und Chardonnaytrauben. Darauf schwor auch das Ehepaar Grieb, denn das mag keinen „Industrie-Champagner“. Ein weiteres Paar mochte zwar den Champagner, monierte aber fehlende Cannapés zum Essen: „Insgesamt eine bescheidene Aktion für 15 Euro Eintritt.“

Ob beim Champagnerfest oder am deutsch-französischen Stammtisch: Kontakte müssen gepflegt werden.
Gilles Joyon

Sehr glücklich strahlte dagegen Jürgen Bachmann, ein frankophiler Bayer: „Ich bin Feinschmecker und koche jeden Abend – bin quasi ein Wiederholungstäter. Hier bei Guy Charbaut bekomme ich richtige Qualität ins Glas!“

Auch die Häuser Jaquinot & Fils, Michel Gonet und B. Hennequin boten ihre besten Flaschen auf. Mit Benoit Hennequin und Gilles Joyon kam man schnell ins Gespräch über verschiedene Cuvées. Joyon, der mit einer Ettlingerin verheiratet ist und hier lebt, bekräftigte: „Ob beim Champagnerfest oder am deutsch-französischen Stammtisch: Kontakte müssen gepflegt werden.“

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