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Geld für Soloselbständige und Familien

Bürgerstiftung Ettlingen will auch im zweiten Lockdown finanzielle Not lindern

Schnell hat sie im ersten Lockdown geholfen: Die Ettlinger Bürgerstiftung. Dank großer Spendenfreude in der Bevölkerung kann sie mit „Ein Herz für Ettlingen“ auch jetzt wieder Notlagen abfedern.

Große Freude: Die Bürgerstiftung finanzierte aus Mitteln der Ettlinger Familie Kast eine Trampolinanlage im Horbachpark. Im Sommer 2020 ging sie in Betrieb. Foto: Werner Bentz

Die Bürgerstiftung setzt ihr Engagement für Menschen in Not auch im zweiten Corona-Lockdown fort. Schon im Frühjahr hatte sie zusammen mit der Stadt die Aktion „Ein Herz für Ettlingen“ wiederbelebt und ein Spendenkonto eingerichtet, auf das rund 120.000 Euro eingingen (die BNN berichteten).

„Davon haben wir etwa 60.000 Euro ausgegeben, um Opfern der Corona-Krise schnell zu helfen“, berichtet der Stiftungsvorsitzende Josef Offele. Beispielhaft nennt er Ettlinger Familien mit wenig Geld, die Laptops für den digitalen Unterricht ihrer Kinder erhielten.

„Da sind wir zur AfB Ettlingen gegangen, die elektronische Geräte aufarbeitet und zu günstigen Preisen wieder verkauft.“

Offeles Vorstandskollege Robert Determann, der die Geschäfte der Bürgerstiftung führt, erzählt von einer Mutter, die der erste Lockdown insoweit besonders hart traf, weil „sie gerade einen neuen Job in einer Kantine annehmen wollte“. A

us dem beruflichen Neustart wurde zunächst nichts, dafür aber liefen ihr Kosten für Miete, Kleidung, Reparaturen davon. „Auch da haben wir einen Engpass überbrücken können.“

Wir werden weitere Einzelfallhilfe leisten.
Josef Offele, Vorsitzender der Bürgerstiftung

Das gleiche galt für Soloselbständige, Künstler und Theaterleute, denen die Bürgerstiftung unter die Arme griff, und so manchen Verein in finanzieller Klemme. „Wir werden weitere Einzelfallhilfe leisten, wenn wir angefragt werden“ sagt Offele. Der Aufwand für die Bürgerstiftung sei dabei nicht unerheblich. Denn die individuelle Bedürftigkeit müsse jeweils geprüft werden.

Weniger Projekte 2020 - weniger Geld ausgeschüttet

Über „Ein Herz für Ettlingen“ hinaus schüttete die 2003 gegründete Bürgerstiftung im abgelaufenen Jahr weniger Geld aus als in der Vergangenheit. Die Erklärung dafür ist einfach: Ein Großteil der Veranstaltungen und Projekte, die eigentlich aus Erträgen der Stiftung (das Kapital darf nicht verzehrt werden) gefördert werden sollten, fiel coronabedingt aus.

„Die Unterstützung ist nur aufgeschoben, sie kommt in diesem Jahr“, so Robert Determann.

Nachholeffekt in diesem Jahr

Fließen sollen zum Beispiel knapp 4.000 Euro für Live music now, einen Verein, der in Seniorenheimen musiziert. Oder die 6.000 Euro für die Teilnahme von Kindergartenkindern an den Schlossfestspielen. Weiter gehen soll die Förderung begabter Kinder mit einem Stipendium für den Musikschulunterricht in Ettlingen, den sich die betreffenden Familien finanziell sonst nicht leisten könnten.

Außerdem wird sich die Bürgerstiftung auch 2021 an Personalkosten beim Verein Kaffeehäusle beteiligen (2.400 Euro), und ein Graffitiprojekt an der Bahnunterführung Goethestraße mit 5.300 Euro bezuschussen. Geplant ist ferner, einen Obolus fürs Kinder- und Jugendprogramm der Landesliteraturtage im März beizusteuern.

Corona hin, Corona her, ein lang gehegter Wunsch der Stifterfamilie Kast aus Ettlingen hat sich 2020 erfüllt: der nach einem großen Spielgerät für Kinder und Jugendliche. 100.000 Euro aus dem Kast’schen Vermögen, das die der Bürgerstiftung seit vielen Jahren verwaltet, wurden in eine Trampolinanlage im Horbachpark investiert, die bei jungen Leuten auf viel Begeisterung stößt.

Weitere Bewegungs- und Spielgeräte seien angedacht, „am liebsten auch im Horbachpark“, sagt Josef Offele, der für das Engagement der Kasts „sehr dankbar“ ist.

Abnabelung von der Stadt Ettlingen

Genauso wie für ein Vermächtnis des Ettlinger Ehepaars Koltermann, das neben einem vermieteten Mehrfamilienhaus in Muggensturm ein Wertpapierdepot umfasst. Das Erbe versetzt die Bürgerstiftung nicht nur in die Lage, höhere Erträge auszuschütten, sondern es ist ihr damit auch möglich, Räume in der Badener-Tor-Straße zu mieten und eine 450-Euro-Bürokraft zu beschäftigen.

Die Abnabelung von der Stadt (früher war die Geschäftsstelle beim Kulturamt angesiedelt) sei sinnvoll, da man als eigenständig wahrgenommen werden wolle.

Für den (hoffentlich) coronafreien Sommer plant die Bürgerstiftung ein Ferienprogramm, das sie derzeit ausschreibt. Es soll kulturelle und kreative Angebote für Kinder umfassen, die nicht verreisen - vom Theaterspielen bis zum Bildhauen. Auf größere Veranstaltungen werde man 2021 dagegen noch verzichten.



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