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Nach Querdenker-Demo

Corona-Protest in Ettlingen: Ehemaliger DGB-Ortsverbandschef erstattet Anzeige nach Attacke

Eine Gruppe von Teilnehmern eines „Montagsspaziergangs“ in Ettlingen habe ihn umzingelt, dann sei er zu Boden gestoßen worden und habe sich verletzt, berichtet Wolfgang Weber. Die Polizei überprüft die Vorwürfe.

Mit Kerzen gegen die Unzufriedenheit: Bei „Lichtermärschen“ protestieren in der Region regelmäßig Menschen gegen die Corona-Einschränkungen, wie hier Ende November vor dem Europabad in Karlsruhe. Foto: Peter Sandbiller

Strafanzeige wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung hat der ehemalige Vorsitzende des DGB-Ortsverbands Ettlingen/Malsch/Albtal, Wolfgang Weber, erstattet. Sie richte sich gegen Teilnehmer einer „Versammlung aus dem Querdenkerspektrum vor dem Rathaus in Ettlingen“ am Montagabend, teilte Weber den BNN mit.

Er habe die Polizei angerufen, nachdem er die rund 25 Personen dort gesehen hätte. Kurz darauf habe ihm ein Mann gedroht und versucht, das Handy wegzunehmen.

Auf dem Heimweg sei er dann von einigen Personen in der Kronenstraße bedrängt worden, die behauptet hätten, er habe Fotos von Einzelnen gemacht. Dabei habe er die Gruppe lediglich von Weitem gefilmt, so Weber.

Prellungen und Hautabschürfungen

Als er der Aufforderung, sein Handy herauszurücken, nicht folgte, sei er von einem Mann „erheblich attackiert und zu Boden gestoßen“ worden. Dabei habe er sich Prellungen und Hautabschürfungen zugezogen, zudem sei seine Jacke beschädigt worden.

Von den Verletzungen habe er Fotos. Ein junger Mann, der sich in die Auseinandersetzung einmischte, könne den Vorfall bezeugen.

Eine Polizeisprecherin bestätigt auf Nachfrage den Eingang der Anzeige. Von Gewaltanwendung bei einer Versammlung in Ettlingen hätten die Beamten, die am Montagabend im Einsatz waren, nichts übermittelt. Dass bei solchen Protestaktionen unbeteiligte Passanten attackiert würden, sei ungewöhnlich, die Vorwürfe würden überprüft.

Versammlung im Horbachpark wurde aufgelöst

Montags- oder Lichterspaziergänge finden als Protest gegen Corona-Maßnahmen regelmäßig auch an anderen Orten statt. In kleineren Gruppen ziehen die Teilnehmer dabei mit Kerzen oder Handy-Taschenlampen durch die Straßen.

Am Montag vor Weihnachten wurde, wie berichtet, eine Gruppe von rund 30 Personen im Ettlinger Horbachpark von der Polizei aufgehalten. Das Treffen hätte als Versammlung angemeldet werden müssen.

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