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Neues aus dem Elternleben

Das etwas andere Pausenbrot: 150 Gramm Lyoner statt dem Lyonerbrot

Im Trubel des Familienalltags geht es zwischen Kita, Schule und Pandemie manchmal etwas wirr zu. So wie auch bei der Familie unserer Kinderkram-Autorin, die ihrem Kind ein ganz anderes Vesper mitgab, als geplant.

Kinderkram Foto: Dolgachov/Fotolia

Es hat lange gedauert, aber es ist vollbracht: Die Acht- und der Sechsjährige essen anständig. Einigermaßen jedenfalls. Wir schaffen es nun jedenfalls täglich und ohne Konsultation unseres Buches über japanische Kriegskunst, Nahrungsmittel aus jeder wichtigen Gruppe der Ernährungspyramide in die beiden reinzukriegen. Das Gemüsespektrum hat sich von zwei möglichen Komponenten auf eine starke zweistellige Zahl erweitert. Und die Erwähnung des Wortes „gesund“ stößt nicht mehr auf Würggeräusche, sondern zumindest Interesse.

Keine Chance gegen die Lyonerwurst

Nur in einer Sache haben wir nach wie vor keine Chance: Auf das Vesperbrot gehört für die beiden Lyoner. Und zwar ausschließlich Lyoner. Das gefällt uns zwar nicht, aber das Buch über japanische Kriegskunst sagt auch, dass man seine Schlachten weise wählen sollte.

Und so kaufen wir jeden Samstagmorgen brav 150 Gramm Lyoner beim Metzger unseres Vertrauens, um die Scheiben im Laufe der Woche auf Frühstücksbrote zu verteilen.

Ein vermeintlich normaler Tag

Leider hatten wir bei unserer Entscheidung eines nicht bedacht: die Außenwirkung. Eine Außenwirkung, deren Tragweite sich uns erst vor ein paar Wochen richtig erschloss. An jenem Montagmorgen war viel Trubel. Viel zu spät stand ich mit einem bejackten und beschuhten Sechsjährigen in der Küche und packte hektisch das vom Kindsvater gerichtete Vesper ein: eine Tüte Apfelschnitze, die Trinkflasche und eines der weißen Butterbrotpapierpäckchen, in denen wir die Lyonerbrote täglich transportierten. Dann starteten wir in einen vermeintlich normalen Tag.

Als ich am nächsten Morgen aus der Dusche stieg hörte ich den Kindsvater von unten rufen: „Warum liegt ein eingepacktes Lyonerbrot im Kühlschrank. Und wo ist die Lyoner?“.

Ich rannte nach unten und dachte gleichzeitig hektisch nach.

Wenn das Lyonerbrötchen hier war – hatte ich dem Kind dann etwa 150 Gramm pure Wurst mitgegeben?

Ich rief die Kita an: „Ja, der hatte gestern einen Haufen Lyoner dabei“, sagte die Erzieherin.

Hatte sie das nicht gewundert? „Wieso, die isst er doch jeden Tag!“

Ich fragte mit matter Stimme, wo der Rest war. „Welcher Rest?“, sagte sie kichernd, „er hat alles aufgegessen.“

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