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Mehr Solidarität der Pandemie-Profiteure

DGB-Menschenkette in Ettlingen: Kämpferische Parolen am Tag der Arbeit

Tag der Arbeit, den nutzte der DGB in Ettlingen erstmals zu einer Menschenkette. Unter dem Motto „Solidarität ist Zukunft“ wurde unter anderem bessere Behandlung von Pflegekräften gefordert. Dabei gab es auch eine klare Absage an rechtsextreme Kräfte und Querdenker.

Coronagerecht, mit Masken und Abständen, ging es in der Ettlinger Innenstadt bei der DGB-Veranstaltung unter dem Motto „Solidarität ist Zukunft“ zu. Foto: Klaus Müller

Zwei Konstanten sind in der Ettlinger Region seit Jahr und Tag zum 1. Mai unverrückbar verankert: dass der DGB-Ortsverband Ettlingen/ Malsch/ Albtal zur 1. Mai-Kundgebung aufruft, und dass dessen Vorsitzender, Wolfgang Weber, kämpferische Parolen jenseits von DGB-Mainstream-Reden unters Volk bringt.

Nein, auch von einer Corona-Pandemie ließen sich Weber und Co. nicht davon abhalten, die Faust gegen den Himmel zu recken, kampfesmutig – verbal wohlgemerkt - gegen Arbeitgeber, Politik und Co. aufzubegehren. Schauplatz der diesjährigen Kundgebung war die Ettlinger Innenstadt.

Einen Tag vor dem eigentlichen Tag der Arbeit organisierte der örtliche DGB eine Mahnwache, eine Art Menschenkette – ohne Berührungen, versteht sich - zwischen dem Rathaus und dem Schloss. Coronabedingt war eine klassische Mai-Kundgebung nicht möglich.

Gut 100 Teilnehmer aus vielen politischen Lagern und Organisationen, oftmals ausgerüstet mit ihren politischen Bannern, folgten dem Aufruf. Ordner, unter den Augen von einigen Polizeistreifen, sorgten dafür, dass die Corona-Regeln eingehalten wurden. Ums gleich vorwegzunehmen: Alles lief glatt über die Bühne. Sogenannten Querdenkern, die möglicherweise die Veranstaltung als Plattform hätten nutzen können, wurde von Anfang an eine klare Absage erteilt.

DGB übt in Ettlingen Kritik an Amazon, Pharmariesen und Discountern

Ganz dem diesjährigen DGB-Motto folgend, „Solidarität ist Zukunft“, zeigten die Veranstaltungsteilnehmer die sprichwörtliche Flagge. Einziger Redner war Wolfgang Weber, Vorsitzender des DGB-Kreisverbandes, der, und das überraschte kaum, auf besagtes Motto noch so manche kämpferische Ansage drauf setze. „Solidarität ist Zukunft! Nicht auf unserem Rücken! Wir zahlen nicht für eure Krise!“, tönte er ins Megafon.

„Wir wollen, dass diejenigen zur Kasse gebeten werden, die sich bisher durch und während der Pandemie dumm und dämlich verdient haben.“ Für den DGB-Mann sind das unter anderem die Pharmakonzerne, Discounter oder Amazon.

„Dazu gehören auch die DAX-Konzerne, die von der Kurzarbeit, finanziert über die Arbeitslosenversicherung, profitieren. Die aber gleichzeitig Zeter und Mordio schreien, wenn es um eine Vermögensabgabe geht.“

Mehr Unterstützung für Hartz-IV-Bezieher und Pflegekräfte in der Corona-Krise

Ins Visier nahm Weber auch die gestiegenen Rüstungsausgaben – „über 44 Milliarden Euro“ – in Deutschland. Auf der anderen Seite sei angeblich kein Geld vorhanden, um Hartz-IV-Beziehern unentgeltlich FFP2-Masken zur Verfügung zu stellen. Unter dem Begriff Solidarität subsumierte er auch die Forderung, Pflegekräften nicht nur vom Balkon aus zu applaudieren, sondern sie endlich einmal gut zu bezahlen.

„Und wir stehen hier auf der Straße gegen Rechts, gegen Rassismus, gegen Querdenker und gegen Ausgrenzung“, rief Weber in die „Flüstertüte“, aus der dann ebenso der Ruf nach internationaler Solidarität, nach der Freigabe von Impfpatenten, nach Frieden und Abrüstung, nach Klimagerechtigkeit dran.

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