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Sehnsucht nach Kultur ist groß

Digitaler Start der 38. Landesliteraturtage im Ettlinger Schloss

Nur ein dutzend Gäste erlebte coronabedingt den offiziellen Start der Landesliteraturtage im Schloss. Für alle anderen gab’s zum Trost einen Live-Stream ins Wohnzimmer .

Start im Schloss: Landtagsvizepräsidentin Sabine Kurtz, Rathauschef Johannes Arnold, Staatssekretärin Petra Olschowski und Kulturamtschef Christoph Bader eröffneten vor ein paar Gästen die Landesliteraturtage. (von links) Foto: Andrea Fabry

Danach hat man sich seit vielen Monaten gesehnt: Das Ettlinger Schloss wieder als Schauplatz von Kultur zu erleben. Am Dienstagabend gab es - wenn auch in kleiner Runde statt vor großem Publikum - einen Vorgeschmack darauf, wie es hoffentlich wieder bald sein wird.

Mit Musik der Jazzformation Jakob Bänsch Collective , wohl gesetzten Worten der Landes- wie Lokalpolitik, mit Poetry Slam von Natalie Friedrich und einer Lesung von Joachim Zelter („Imperia“) wurden die 38. Baden-Württembergischen Literaturtage im Epernaysaal eröffnet.

Eine Absage wäre für uns nicht in Frage gekommen.
Johannes Arnold, Oberbürgermeister

Wie der Start, so werden sich auch die Veranstaltungen im Mai nur im Live-Stream abspielen; nach dem Theatersommer im Schlosshof sollen dann aber bis ins Spätjahr hinein Autorenbegegnungen, Ausstellungen, Musik- und Tanzabende sowie eine literarische Schlosskulturnacht Menschen in die Stadt holen.

Oberbürgermeister Johannes Arnold (Freie Wähler) machte einmal mehr deutlich, dass eine Absage des Festivals rund ums Lesen und Vorlesen für Ettlingen „nicht in Frage gekommen“ wäre.

Ettlingen war schon einmal der Gastgeber

Endlich wieder Livemusik: Die Jazzer Jakob Bändsch Collective sorgten für den richtigen Ton zum Start der Literaturtage. Foto: Andrea Fabry

Nach 1999 freue sich die Stadt, zum zweiten Mal Ausrichter der Landesliteraturtage sein zu dürfen, auch wenn die Bedingungen 2021 ungleich schwerer seien. „Das Land dürstet nach Kultur“, so Arnold.

Künstler bräuchten eine Perspektive nach den langen Monaten ohne Auftrittsmöglichkeiten. Deshalb habe Ettlingen beim Land Konzepte für ein „sicheres Öffnen“ eingereicht und hoffe weiter, „unter den ersten zu sein, die auch öffnen dürfen“. An Kunststaatssekretärin Petra Olschowski (Grüne) richtete er die Bitte, in einigen wenigen Jahren erneut den Zuschlag für Literaturtage („dann am Stück“ ) zu erhalten.

Staatssekretärin hebt Stipendienprogramm für Autoren hervor

Preisgekrönt: Natalie Friedrich aus Malsch , U20-Meisterin der Poetry-Slammer im Land, gehörte die Bühne im Epernaysaal. Foto: Heidi Schulte-Walter

Olschowski hob das Engagement des Landes für „das geschrieben Wort“ hervor, insbesondere das 15 Millionen Euro Stipendienprogramm, „das wir in der Pandemie aufgelegt haben, um deren Folgen für Autoren, Literaten und andere Künstler abzufedern“. Sie erwähnte auch die Auszeichnung für 30 Buchhandlungen im Land, die ein besonders Augenmerk auf Kinder- und Jugendliteratur und damit der Leseförderung richten.

Literatur will gehört werden und Wirkung entfalten.
Sabine Kurtz, Landtagsvizepräsidentin

Die Vizepräsidentin des Landtags, Sabine Kurtz (CDU), unterstrich, dass das Land der Literatur „Orte und Räume, und den Autoren eine Bühne“ bieten wolle. Literatur wolle „gehört werden und Wirkung entfalten“. Zur Freiheit der Kunst gehöre auch, etwas zu machen, „was nicht allen gefällt“, sagte Kurtz in Anspielung auf die Kontroverse um die Aktion #allesdichtmachen.

Kräftig die Werbetrommel, für alles, was das Literaturjahr über noch geboten wird, rührte Kulturamtsleiter Christoph Bader. Die Stadt, so seine Hoffnung, solle „2021 Pilgerort für Geschichtenfans werden“. So wird am 15. September Elke Heidenreich erwartet, am 28. September erlebt man Markus Orths, am 22. Oktober Heiner Kondschak und am 26. November Arno Strobel sowie Oliver Bottini bei einem gemeinsamen Krimiabend. Neben einer literarischen Schlosskulturnacht am 9. Oktober ist am 5. Dezember ein Geschichtenfest im Schloss geplant.

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