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Tierkörper werden ausgegraben

Zwölf tote Schlittenhunde in Dobel – Verdacht auf Vergiftung

Noch am Abend toben 26 Schlittenhunde auf einer Wiese in Dobel. Für die Nacht kommen sie in Fahrzeugboxen. Am Morgen entdeckt die Besitzerin zwölf tote Tiere. Der Vorfall ereignete sich im Juli, wurde aber erst jetzt öffentlich. Die Polizei lässt die Tierkörper ausgraben. Im Raum steht eine Vergiftung.

Kommendes Rennen ist abgesagt: Spannende Schlittenhunderennen haben Tradition im Höhenort Dobel. Die Aufnahme zeigt eine Veranstaltung aus dem Jahr 2012. Foto: BNN-Archiv

In Dobel im Landkreis Calw sind zwölf Schlittenhunde getötet worden – nun ermittelt die Polizei wegen des Verdachts auf Tierquälerei.

Die Tierkörper seien am Dienstag „auf einem Grundstück im nördlichen Landkreis Calw“ ausgegraben worden, um die genaue Todesursache feststellen zu können, sagte ein Polizeisprecher. Es gehe dabei um einen Vorfall vom Juli. Was genau sich zugetragen haben soll, wer Anzeige erstattet hat und gegen wen sie sich richtet, wollte er aus polizeitaktischen Gründen nicht sagen.

Der Verband Deutscher Schlittenhundesport Vereine (VDSV) sagte ein für Dezember in Dobel geplantes Schlittenhunderennen ab. Am 2. September hatte er auf seiner Homepage die Absage der populären Veranstaltung in der 2.300-Einwohner-Gemeinde im Nordschwarzwald mitgeteilt und Stellung zu den Vorfällen genommen: Da die Tiere augenscheinlich vergiftet worden seien, könne die Sicherheit von Schlittenhunden im Rennort Dobel nicht gewährleistet werden, hieß es darin.

Insgesamt sind zwölf von 26 Tieren betroffen

Was genau passiert ist, ist zunächst noch offen. Nach der Mitteilung des Verbands hatte eine Schlittenhunde-Besitzerin die 26 Tiere gemeinsam mit weiteren Hunden nach Dobel gebracht, dort vorschriftsmäßig versorgt, auf einem Gelände herumlaufen lassen und für die Nacht „wie gewöhnlich auf Reisen“ in Boxen untergebracht.

Am nächsten Morgen habe sie zwölf der insgesamt 26 Hunde tot vorgefunden. Zwei Hunden sei es sehr schlecht gegangen, sie seien umgehend in eine Tierklinik gebracht und intensiv behandelt worden.

Die verstorbenen Hunde seien zwischen zehn Monaten und 13 Jahre alt gewesen. Auffällig ist aus Sicht des Verbandes, dass nicht nur Hunde in einem bestimmten Bereich des Transportfahrzeuges betroffen gewesen seien. Teilweise habe sich ein lebender Hund mit einem toten in der gleichen Box befunden.

Tierarzt vermutet Vergiftung als Todesursache der Schlittenhunde in Dobel

Die Verbandstierärztin hat der Stellungnahme zufolge den Behandlungsbericht der zwei medizinisch betreuten Hunde ausgewertet – und daraus gefolgert, dass es sich „höchstwahrscheinlich um eine Vergiftung gehandelt“ haben müsse. Genaueres lasse sich indes nicht feststellen.

Keiner der verstorbenen Hunde sei nämlich pathologisch untersucht worden. Allerdings gebe es Blutwerte, die einem verbandsfremden Tierarzt zur Verfügung gestellt worden seien. Laut dessen Bericht werde eine Vergiftung mit einer unbekannten Substanz vermutet. Sauerstoffmangel als Todesursache werde demnach ausgeschlossen.

Von den Ermittlungen der Polizei und der Absage des Rennens habe er erst aus der Presse erfahren, sagte der Bürgermeister von Dobel, Christoph Schaack. Eigentlich war das Rennen für das Wochenende des 11. und 12. Dezember geplant gewesen.

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