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Sommer 2020

Eintrittskarten fürs Ettlinger Albgaubad gehen weg wie warme Semmeln

Nur 1.000 Besucher dürfen ins Albgaubad: Durch diese geringeren Kapazitäten sind die Tickets schnell vergriffen.

Viel Platz auch an heißen Tagen: Im Albgaubad Ettlingen dürfen derzeit nur maximal 1. 000 Menschen gemeinsam planschen. Foto: Susanne Garcia

Von unserer Mitarbeiterin Susanne Garcia

Die Eintrittskarten für die Ettlinger Bäder gehen dieser Tage weg wie warme Semmeln. Oder, um wegen der neuen Online-Tickets einen treffenderen Vergleich zu wählen: Wie Karten für beispielsweise ein Konzert der Rolling Stones – „nur viel schneller“, lacht Daniel Daul, Leiter der Ettlinger Bäder. Kaum sind die verfügbaren Tickets für die kommenden Tage im Internet verfügbar, sind sie ruck, zuck auch schon wieder weg.

„Normalerweise wären um die 4.000 Badegäste hier im Albgaubad an so warmen Tagen. Aber weil die Besucherzahl auf 1.000 begrenzt ist, geht das tägliche Kontingent eben schnell weg.“ Schon am Mittwochmittag waren sämtliche Eintrittskarten für Donnerstag, Freitag und Samstag restlos ausverkauft.

Ein Umstand, der zwar bei den meisten auf Verständnis stößt – denn jedes Mal, wenn jemand das Bad wieder verlässt ist sofort wieder ein Ticket für einen neuen Badegast verfügbar; dennoch ist noch nicht überall vorgedrungen, dass es in dieser Saison keine Tageskasse vor Ort gibt.

Einzig sehen manche nicht ein, dass sie eine Maske im überdachten Bereich tragen müssen.
Michael Schulz / Mitarbeiter Albgaubad

„Wie, ich kann jetzt nicht rein?“, fragt eine Dame, die eben mit Badesachen zum Einlass gekommen ist. „Nur mit Online-Ticket“, erklärt Michael Schulz ihr in aller Ruhe. Er sitzt mit Maske am Eingang und scannt QR-Codes von ausgedruckten Online-Tickets oder Handybildschirmen ab. Schulz arbeitet seit rund 40 Jahren für die Ettlinger Bäder und bezeichnet sich selbst als ein „Urgestein“. In diesem Jahr sei eben alles ein wenig anders als sonst. Er nimmt es gelassen.

Maskenkauf vor Ort möglich

„Einzig sehen manche nicht ein, dass sie eine Maske im überdachten Bereich tragen müssen“, sagt er, und muss auch direkt einen jungen Mann zurechtweisen, der ohne Maske Einlass begehrt und sich lediglich das T-Shirt vors Gesicht gezogen hat. „T-Shirt ist keine Maske“, sagt Schulz streng. „Aber man kann welche kaufen bei uns, wenn man sie vergessen hat.“

Ilse-Marie Kunze aus Grünwettersbach hat ihre Maske nicht vergessen. Sie ist Stammgast im Albgaubad und alles in allem mit dem Konzept zufrieden. Vor allem die strickt getrennten Bahnen im Schwimmerbecken mit der vorgegebenen Richtung findet sie richtig gut. „Nur das mit dem Online-Ticket finde ich doof, weil ich das nicht kann. Ich bin zu alt für sowas und brauche da immer Hilfe.“ Sie lacht. „Aber ich schäme mich jetzt nicht dafür. Viele der Älteren können das nicht.“ Der Verzicht auf die Jahreskarte stößt ihr ziemlich auf. „Ich will meine Jahreskarte wiederhaben. Aber na ja, es geht ja jetzt auch so.“

Silke Willibald ist gerade mit ihren beiden Jungs zum Baden gekommen. Vom Corona-Konzept speziell der Ettlinger Bäder ist sie „richtig begeistert“ und findet: „Es ist ja sogar fast noch schöner, als in normalen Jahren. Man hat viel Platz, es ist nicht so voll, es ist alles total entspannt!“ Klar, man müsse halt schnell sein mit den Eintrittskarten. „Aber ich bin froh, dass offen ist!“

Aus Remchingen ist Nadine Kröner mit ihren Kindern zum Baden nach Ettlingen gekommen. „Es ist super, dass wenigstens die Rutschen offen sind und dass man den ganzen Tag bleiben kann. Bei uns in Wilferdingen ist das Baden zeitlich begrenzt, auf vormittags oder nachmittags. Wenn man den ganzen Tag bleiben will, muss man mittags raus.“ Sie findet es großartig, dass das in Ettlingen anders gehandhabt wird.

Es ist schon recht gemütlich dieses Jahr.
Gerrit Mainzer / Bademeister

Auch Bademeister Gerrit Mainzer ist „tiefenentspannt”. „Es ist schon recht gemütlich dieses Jahr – klar, nur ein Viertel der Leute, die normalerweise hier sind. Das macht es in vielen Punkten einfacher.“ Allerdings gebe es dafür mehr Redebedarf. „Man muss halt viel erklären, immer wieder auf die Maskenpflicht im Bereich der Umkleiden, Duschen und Toiletten hinweisen. Oder den Jugendlichen sagen, dass sie eben derzeit nicht springen dürfen im Schwimmerbecken.“ Aber es macht Mainzer nichts aus, dass er das alles gefühlte 100 Mal am Tag erklären muss.

Aufwändige Gerichte gestrichen

Für die Pächter des Kiosks, Antonino Mauceri und Antonio Recupero, ist die beschränkte Besucherzahl bitter. „Einbußen“, sagt Mauceri schlicht und zuckt mit den Schultern. „Normalerweise arbeiten wir im Hochsommer mit bis zu zehn Aushilfen“, sagt Mauceri. „Dieses Jahr machen wir alles alleine, zusammen mit unseren Frauen.“

Aufwändige Gerichte wie Maultaschen oder einige Salate haben sie von der Karte gestrichen. Zwar gehen Eis und Pommes immer – aber davon komme eben bei dreiviertel weniger Leuten lange nicht der Umsatz herein, den es eigentlich bräuchte. Das Wetter könne noch so bombig sein: „Es bleibt bei den 1.000 Besuchern pro Tag. So ist das nun mal.“

Bis Mitte der Woche zählte das Albgaubad nach Auskunft von Bäder-Chef Daul gerade einmal 28.000 Besucher für diese Saison. „Normalerweise haben wir zu diesem Zeitpunkt schon um die 70.000.“ Bis 20. September soll das Albgaubad geöffnet bleiben.

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