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Interview

Engländerin in Ettlingen über den Tod der Queen: „Eine Zäsur in unserem Land“

Der Tod der britischen Königin Elizabeth II erschüttert die Welt. Die Historikerin Katherine Quinlan-Flatter lebt seit vielen Jahren in Ettlingen. Im Gespräch erzählt sie, wie sie vom Tod der Monarchin erfuhr.

Frau
Katherine Quinlan-Flatter Foto: Quinlan-Flatter

Katherine Quinlan-Flatter (Foto: Katherine Quinlan-Flatter) ist Historikerin und freie Autorin. Die Engländerin lebt seit vielen Jahren in Ettlingen, wo sie sich in der stadtgeschichtlichen Kommission engagierte.

Was war Ihre erste Reaktion, als Sie vom Tod der Queen erfuhren?
Quinlan-Flatter

Ich hatte gerade ein Telefonat mit einer Studienfreundin in Bayern, die nebenbei den Fernseher laufen ließ. Plötzlich sagte sie mir, die Queen sei gestorben, das werde soeben gemeldet. Mein erster Gedanke war, das kann nicht wahr sein. Viele Engländer, und da gehöre ich auch dazu, dachten, die Königin lebt ewig. Man fand sie immer so präsent. Für mich war die Nachricht wirklich ein Schock, und bis man das alles so richtig begreift, vergehen sicher ein paar Tage.

Was sind aus Ihrer Sicht die Verdienste von Elizabeth II. ?
Quinlan-Flatter

Ich denke, dass sie politisch sehr aktiv und eine große Staatsfrau war, allerdings immer nur im Hintergrund. Geäußert zum Tagesgeschehen hat sie sich ja nicht. Bewundernswert finde ich an der Queen, wie sie die doch schwierige Royal Family in all den Jahrzehnten zusammengehalten hat. Das ist mit Sicherheit ein Verdienst. Sie hatte ein sehr profundes Wissen, kannte die großen Staatsmänner alle und hat sich im Interesse ihres Landes für weltweit gute Beziehungen eingesetzt.

Was erwarten Sie vom neuen König, Charles III?
Quinlan-Flatter

Er hat das Problem, dass er nicht so beliebt ist wie seine Mutter. Ganz ehrlich, ich hätte mir lieber William, seinen Sohn, auf dem Thron gewünscht. Ich glaube, König Charles wird sich politisch mehr einmischen. Er ist ja zum Beispiel im Umweltschutz sehr aktiv. Auf jeden Fall bedeuten diese Wochen für Großbritannien eine große Zäsur. Denn wir bekommen nicht nur einen neuen König, sondern haben gleichzeitig auch noch eine neue Premierministerin.

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