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Attraktiver für Radfahrer

Warum es in der Ettlinger Rheinstraße künftig weniger Parkplätze geben soll

Radfahrer sind der Stadt Ettlingen lieb und teuer. Nach Verbesserungen auf der Nord-Süd-Verbindung in der Innenstadt gibt es konkrete Überlegungen, die Rheinstraße sicherer und attraktiver zu machen.

Sollen weg: um den Schutzstreifen für Radler in der Rheinstraße zwischen Diesel- und Bunsenstraße breiter zu machen, sollen 20 Parkplätze weichen. Foto: Heidi Schulte-Walter

Weiter in mehr Sicherheit für Radfahrer investieren will die Stadt Ettlingen. Während am innerstädtischen Lückenschluss auf der Nord-Süd-Achse gerade gearbeitet wird, sind Verbesserungen auf der Ost-West-Achse zwischen der A5 im Westen und dem Bahnhof Busenbach erst im Planungsstadium.

Hier sind neuralgische Punkte die Albstraße in der Altstadt, da es hier zu Interessenskonflikten zwischen Fußgängern und Radfahrern kommen könnte, außerdem die Rheinstraße im Abschnitt zwischen dem Kreisel Dieselstraße und der Bahnunterführung nahe der Bunsenstraße.

Schutzstreifen ist mit 1,25 Metern sehr schmal

Grund: Die markierten Schutzstreifen sind sowohl von Ettlingen-West her stadteinwärts als auch stadtauswärts schmal, nämlich nur 1,25 Meter breit.

Hinzu kommt: Kurz vor der Bahnunterführung endet an einem Zebrastreifen die Radverbindung abrupt durch mehrere in die Fahrbahn hineinragende rot-weiße Barken, um dann einige Meter weiter in der Bahnunterführung fortgesetzt zu werden.

Die Rheinstraße hat eine hohe Bedeutung für den innerörtlichen und überörtlichen Radverkehr.
Wassili Meyer-Buck, Stadtplaner

Das soll sich ändern, aber nicht von heute auf morgen. Laut Stadtplaner Wassili Meyer-Buck ist beabsichtigt, die Schutzstreifen im Abschnitt zwischen der Diesel- und der Bunsenstraße auf beiden Seite auf 1,75 Meter zu verbreitern. Damit soll die Rheinstraße für Radler attraktiver werden, ohne dass die Autofahrspuren weniger Platz haben.

„Die Rheinstraße hat schon heute eine hohe Bedeutung für den innerörtlichen und überörtlichen Radverkehr“, sagt Meyer-Buck. Prognostiziert seien künftig 1.500 Radfahrer auf der Strecke, wenn diese aufgewertet und sicherer sei.

20 Stellplätze weniger an der Rheinstraße

Um breitere Schutzstreifen zu schaffen und außerdem die Gehwegsituation zu verbessern, sollen gemäß einer Planung des Büros Koehler und Leutwein in Karlsruhe 20 Pkw-Stellplätze auf der südlichen Fahrbahnseite, also der, die stadteinwärts führt, entfallen.

Stadtplaner Wassili Meyer-Buck sieht hier kein Problem: Er rechnet vor, dass im Wohngebiet Rheinstraße und Nebenstraßen (Daimler-,Draisstraße) knapp 150 öffentliche Stellplätze zur Verfügung stehen und darüber hinaus noch 400 auf privaten Grundstücken.

Zählungen hätten ergeben, dass diese weder tags noch nachts zu mehr als 63 Prozent ausgelastet seien. „Natürlich wird, wer im betroffenen Abschnitt der Rheinstraße wohnt, künftig einen etwas längeren Fußmarsch machen müssen, weil der Stellplatz nicht mehr direkt vor dem Haus ist“, so der Stadtplaner.

Kreisverkehr an der Rheinstraße/Bunsenstraße angedacht

An der Rheinstraße/Bunsenstraße ist angedacht, die derzeitige Kreuzung zu einem Kreisverkehr umzubauen, den Radfahrer und Autofahrer gemeinsam nutzen sollen, ähnlich wie den am Lauerturm.

Der Kreisel habe auch Bedeutung für die künftige Entwicklung auf dem alten Elba-Areal in Ettlingen-West. Klar sei, dass das Kreisel-Projekt deutlich kostspieliger werde als die Veränderung entlang der Rheinstraße.

Kosten müssen im Detail berechnet werden

Zunächst einmal hat Meyer-Buck das mehrheitliche Okay vom Ettlinger Gemeinderat, die angedachten Verbesserungen für Radler wie Fußgänger konkret zu planen; sodann müssen die Kosten detailliert berechnet werden.

Da die Finanzlage der Stadt angespannt ist, wird es wohl darauf hinauslaufen, dass bei dem Projekt abschnittsweise vorgegangen wird. Die Volksvertreter wünschen auch, dass untersucht wird, ob es Alternativen zum schmalen Radweg in der Bahnunterführung gibt und wenn ja, wie sie aussehen könnten.

Zudem wollen sie wissen, wie die Radwegesituation im Bereich Rheinstraße /Wasen künftig aussehen soll. Die sei ein „bislang ungelöstes Problem“, so Helmut Obermann (CDU).

Martin Keydel (FDP) erneuerte seine Kritik daran, dass das Barken-Provisorium am Zebrastreifen Rheinstraße einstweilen bleiben soll. Er bezeichnete den Zustand als unbefriedigend und sehr gefährlich für Radler. Die Verwaltung hielt dem entgegen, der Bereich sei nicht als Unfallschwerpunkt bekannt.

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