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Drei Fragen an Reformationstag

Ettlinger Dekan zum Reformationstag: „Die Botschaft ist noch aktuell“

Hat der Reformationstag am 31. Oktober heute noch eine Bedeutung? Der evangelische Dekan Martin Reppenhagen aus Ettlingen hat dazu eine klare Position.

Hat der Reformationstag am 31. Oktober heute noch eine Bedeutung? Der evangelische Dekan Martin Reppenhagen aus Ettlingen hat dazu eine klare Position. (Symbolbild) Foto: picture alliance / Lino Mirgeler/dpa

Martin Reppenhagen ist evangelischer Dekan im Kirchenbezirk Karlsruhe-Land mit Sitz in Ettlingen. Er hält am Sonntag den Reformationsgottesdienst des Bezirks in Rußheim.

Welche Bedeutung hat der Reformationstag aktuell noch?
Reppenhagen

Die Botschaft von der Neuentdeckung eines dem Menschen zugewandten Gottes durch Luther 1517 ist aus meiner Sicht unverändert aktuell, denn die Menschen wollen auch heute angenommen und wahrgenommen werden von Gott. Die reformatorische Idee ist, wenn Sie so wollen, die DNA unserer evangelischen Kirche. Aus jedem Sonntagsgottesdienst sollen die Besucher eine Botschaft mitnehmen, was für sie in der kommenden Woche relevant und wesentlich sein könnte. Das Zugewandtsein, das wir von der Reformation her kennen, erleben wir ja auch in unserer kirchlichen Gemeinschaft. Im Alltag bedeutet Zugewandtsein nichts anders, als anderen Menschen wertschätzend zu begegnen und keine Gegenleistung dafür zu erwarten

Was erwartet die Besucher des Gottesdienstes in Rußheim?
Reppenhagen

Es wird insofern ein besonderes Ereignis, als wir 2021 auch 200 Jahre Union Badische Landeskirche feiern. Die Fusion der reformierten und der lutherischen Kirche in Baden fand 1821 statt, daran erinnern wir in Rußheim. Der Gottesdienst beginnt um 18 Uhr, die Predigt übernehme ich. Besucher erleben zudem ein Gespräch zwischen Zwingli und Luther bei einem Wurstessen. Dieses Wurstessen gab es tatsächlich, es war in Zürich und der Auftakt zur Reformation in der Schweiz. Zwingli nahm daran 1522 teil, Luther nicht. Es fand zu Beginn der Fastenzeit statt wo Wurstessen verboten war.

Wie halten Sie es mit den Corona-Regeln? 2G, 3G oder freier Zugang für alle?
Reppenhagen

In Rußheim wird es jetzt so sein, dass Maskenpflicht herrscht, Abstände eingehalten werden müssen und das übliche Corona-Hygienekonzept gilt. Die Kirche dort ist sehr groß, da haben rund 800 Menschen Platz. Wir werden aber nicht mehr als 100 zulassen und den Gottesdienst per Live-Stream übertragen für alle Interessierten. Die Landeskirche stellt es gemäß neuer Verordnung den Kirchengemeinden vor Ort frei, wie sie bei Gottesdiensten verfahren wollen, 3G oder 2G sind also durchaus eine Option. Man wird abwarten müssen, wie sich die Corona-Zahlen weiter entwickeln und verantwortlich damit umgehen. Für die Weihnachtsgottesdienste wird eine Empfehlung vorbereitet, ich gehe aber Stand heute davon aus, dass wir in diesem Jahr Präsenzgottesdienste erleben werden, die für viele Menschen unverzichtbar sind, weil sie ein Gemeinschaftsgefühl vermitteln, das online-Formate niemals bieten können.

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