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Start-up-Unternehmerin

Ettlingerin in Berlin mit einer Schwangerschafts-App erfolgreich

Sie hat die BNN ausgetragen, im Restaurant am Buchtzigsee gekellnert, im Jugendgemeinderat mitgemischt und wollte mit 14 Jahren Vorstandsvorsitzende bei Porsche werden. Dann legte sie 2009 als Jahrgangsbeste an der Wilhelm-Röpke-Schule Ettlingen das Abitur ab: Victoria Engelhardt. Jetzt ist sie Unternehmerin in Berlin.

Victoria Engelhardt, aufgewachsen in Ettlingen, lebt heute in Berlin und ist Geschäftsführerin von Keleya – einem App-basierten Gesundheitscoach für Schwangere. Foto: hei

Sie hat die BNN ausgetragen, im Restaurant am Buchtzigsee gekellnert, im Jugendgemeinderat mitgemischt und wollte mit 14 Jahren Vorstandsvorsitzende bei Porsche werden. Dann legte sie 2009 als Jahrgangsbeste an der Wilhelm-Röpke-Schule Ettlingen das Abitur ab: Victoria Engelhardt.

Aus dem Chefposten beim Sportwagenbauer in Zuffenhausen wurde (bislang) zwar nichts, dafür macht die heute 29-Jährige seit 2017 in der Hauptstadt Berlin ihr eigenes Ding. Und das recht erfolgreich. Zusammen mit der Yoga-Lehrerin Sarah Müggenburg hat Engelhardt die Firma Keleya Digital-Health Solutions UG gegründet. Keleya ist ein App-basierter Gesundheitscoach für werdende Mütter.

Stippvisite in alter Heimat

Mittlerweile sind in dem Start-up-Unternehmen an der Spree neun Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus sechs Nationen beschäftigt. „Wir haben jemanden aus England, aus Moldawien und aus Israel dabei“, erzählt Victoria Engelhardt bei einer Stippvisite in der „alten Heimat“. Nicht das Osterfest hat sie zur Familie nach Ettlingen geführt, sondern ein Termin mit dem Deutschen Hebammenverband in Karlsruhe. Dort hat sie Keleya präsentiert, die App vorgestellt und Werbung in eigener Sache gemacht.

100.000 registrierte Userinnen

Die App lotse werdende Mütter durch die neun Monate, mit Schwangerschaftsübungen, Yoga-Workouts, Meditationen, Ernährungstipps, Rezepten und vielem mehr. Gemeinsam mit erfahrenen Hebammen werden regelmäßig neue Videos für die App produziert, zu den wichtigsten Themen und Fragen rund um eine Schwangerschaft. „Wir haben 100.000 registrierte Userinnen“, sagt Victoria Engelhardt nicht ohne Stolz. Bewertungen und Rezensionen im Netz sind durchweg positiv, und auch die Ärztezeitung schrieb schon: „Die mit Abstand beste Schwangerschafts-App“.

Kooperation mit Krankenkassen

Während die Basisversion frei ist, muss – wer etwa einen online-Geburtsvorbereitungskurs belegen möchte – bezahlen. Jungunternehmerin Engelhardt – ihr BWL-Studium in Mannheim schloss sie vor Jahren mit dem Bachelor ab – hat mittlerweile die ersten gesetzlichen Krankenkassen dafür gewonnen, die online-Geburtsvorbereitung finanziell zu erstatten. Und sie hofft, dass „andere da nachziehen“.

Wie es zu der Idee kam

Auf die Idee mit der App sei sie eigentlich durch einen Zufall gekommen. Vor ein paar Jahren habe sie bei einer Schulfreundin miterlebt, welche Schwierigkeiten diese bei der Suche nach einer Hebamme und einem Platz im Geburtsvorbereitungskurs hatte. „Da habe ich mir gedacht, das ist doch ein Riesenthema, man sollte etwas online anbieten.“ Die Auszeit nach einem beruflichen Engagement in der Unternehmensberatung nutzte Victoria Engelhardt dazu, Recherchen anzustellen, schwangere Frauen im Wohnviertel Prenzlauer Berg anzusprechen und nach ihren Bedürfnissen, Ängsten und den Themen zu befragen, die sie in der Schwangerschaft am meisten interessieren.

Noch keine schwarze Zahlen

In Sarah Müggenburg, selbst Mutter zweier Kinder, fand die gebürtige Ettlingerin dann eine Geschäftspartnerin, die Lust hatte, inhaltlich mitzuwirken und die App an den Start zu bringen. Noch schreibe man keine schwarzen Zahlen, gibt Victoria Engelhardt zu, sie sei hier aber zuversichtlich: „Drei bis fünf Jahre Geduld braucht es für ein Start-up-Unternehmen schon“. Wachsen will Keleya durch weitere Vernetzung und durch Vergrößerung des App-Angebotes über die eigentliche Schwangerschaftsbegleitung hinaus bis etwa zum zweiten Lebensjahr des Kindes.

Und was ist nun mit der Vorstandsetage bei Porsche? Die junge Geschäftsführerin lacht: „Autos interessieren mich nicht mehr so sehr wie früher. Ich bin heute eher mit der Bahn unterwegs.“

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