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Forderung nach Öffnungsperspektive

FDP-Landesvorsitzender Michael Theurer spricht in Ettlingen mit Selbstständigen

Handel und Veranstalter sind vom Corona-Lockdown zunehmend zermürbt. Sie fordern eine „faire Entschädigung“ und eine Perspektive, wie es weiter gehen soll. Der FDP-Landesvorsitzende pflichtet ihnen bei.

Talk im „Erbprinz“: FDP-Landtagskandidatin Alena Trauschel (Mitte), Geschäftsfrau Petra Lorenz und der FDP-Landesvorsitzende Michael Theurer. Foto: Andrea Fabry

Die Teilnehmer der Talk-Runde, die sich am Montagabend im Ettlinger Erbprinz austauschten, waren sich dem Grunde nach einig: Wenn der staatlich verordnete Lockdown in dem Umfang noch lange so weitergeht, wird das der Mittelstand nicht ohne schwere Schäden überleben.

Der Mittelstand, darunter subsumierte Alena Trauschel, Landtagskandidatin der FDP im Wahlkreis Ettlingen Handel, Gastronomie, Selbstständige aus der Kulturszene und der Veranstaltungsbranche.

Sie moderierte die Stunde mit dem FDP-Landesvorsitzenden Michael Theurer, der Karlsruher Geschäftsfrau und Präsidentin des Handelsverbandes, Petra Lorenz, und dem im Bereich Veranstaltungen tätigen Jan Fierus. Bürgerinnen und Bürger konnten sich virtuell beteiligen und ihre Fragen stellen.

Wir hätten Click & Collect viel früher gebraucht.
Petra Lorenz, Präsidentin des Handelsverbandes

Fierus und Lorenz hielten als von den Corona-Beschränkungen massiv Betroffene mit ihrer Kritik nicht hinterm Berg. So sagte etwa Fierus, der sich 2018 selbstständig gemacht hat: „Ohne die Unterstützung meiner Eltern wäre es in der Krise nicht gegangen“. Seien im Frühjahr beim ersten Lockdown die Hilfen noch schnell gekommen („dafür ein großes Lob“), sehe es jetzt ganz anders aus. Er warte noch immer auf die Überbrückungshilfe II, habe „keinerlei Planungssicherheit“.

Petra Lorenz sprach von einer „ sehr frustrierenden“ Situation und davon, dass der Handel schon seit November leide, ohne eine Perspektive zu haben. Im Weihnachtsgeschäft „wurden wir von der Politik abrupt ausgebremst“, erst im umsatzschwachen Januar sei Click&Collect gekommen, das „hätten wir viel früher gebraucht“. Da konnte sich der FDP-Landesvorsitzende Michael Theurer die Bemerkung nicht verkneifen, dass im benachbarten Rheinland-Pfalz, wo „ die FDP mitregiert“, die Möglichkeit von Click&Collect schon viel länger besteht.

Kritik an bürokratischen Hilfen

Theurer meinte auf die Frage, wie man den Handel denn weiter unterstützen könne, die staatlichen Hilfen seien „zu wenig und zu bürokratisch“. Die Regierungsverantwortlichen hätten die Zeit zwischen dem ersten Lockdown im Frühjahr und dem Herbst einfach verstreichen lassen. So hätten sie sich keine Gedanken darüber gemacht, wie ein Schutz der Risikogruppen in den Alten- und Pflegeheimen aussehen könnte, „ohne dass wieder ein allgemeiner Lockdown verhängt wird“.

Zudem hätten sie nicht für eine Ausstattung der Schulen mit Lüftungsgeräten gesorgt. Viele Corona-Maßnahmen seien für die Bürger nur noch schwer nachvollziehbar. Eine Zuhörerin wollte von Fierus wissen, ob er denn damit rechne, dass es in absehbarer Zeit wieder größere Konzertveranstaltungen gebe. „Das wird sicher dauern“, so die Einschätzung des Selbstständigen. Er hofft, bald zumindest mit „kleineren Formaten“ wieder starten zu dürfen. Petra Lorenz appellierte, der Handel brauche eine „faire Entschädigung“ für die staatlich verordnete Schließung.

Am Ende ist niemand mehr bereit ein Geschäft aufzumachen.
Michael Theurer, FDP-Landesvorsitzender

Darauf Michael Theurer: „Basis kann hier nur der Rückgang des Betriebsergebnisses sein, das wäre eine echte Kompensation.“ Es dürfe nicht sein, dass Selbstständige ihre Altersvorsorge angreifen müssten, um den Lockdown zu überstehen. Wenn die Politik so weitermache, „ist am Ende niemand mehr bereit, ein Geschäft aufzumachen oder einen Laden zu übernehmen“.

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