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Zuverdienst für Schüler

Ferienjobs in Ettlingen sind wegen Corona eher spärlich gesät

Kellnern, im Schwimmbad aushelfen, Waren ein- und ausräumen: Viele Schüler und Studenten nutzen die Ferien, um ihr Taschengeld aufzubessern. Dieses Jahr ist es für sie in Ettlingen allerdings schwieriger, einen Aushilfsjob zu finden. Das liegt auch an den Auswirkungen der Corona-Pandemie.

Zuverdienst in den Ferien: Die Schülerjobs sind in diesem Sommer in Ettlingen eher spärlich gesät. Gerade in der Gastronomie, wie hier im Eiscafé Tiziano, besteht nicht so viel Bedarf wie noch im vergangenen Jahr. Foto: Julia Trauden

Rasenmähen, den Monteuren bei der Arbeit helfen oder im Büro Listen führen: Bei den Stadtwerken Ettlingen finden sich für Ferienjobber normalerweise viele Tätigkeiten. Doch in diesem Jahr hat der Betrieb statt den sonst üblichen acht bis zwölf Aushilfen nur einen einzigen Ferienjobber angestellt. Er kontrolliert den Ein- und Auslass in den Ettlinger Bädern.

2020 sei es für ihn und seine Altersgenossen schwieriger gewesen, einen Ferienjob zu finden, sagt der 17-jährige Mika. „Ich bin ziemlich glücklich, dass ich hier anfangen konnte.” Von Montag bis Freitag steht er im Albgaubad und scannt die QR-Codes auf den Handys der Besucher. Den Code erhalten sie, wenn sie online eine Eintrittskarte für das Ettlinger Bad buchen.

Acht Stunden pro Tag arbeitet Mika hier, zwei Wochen lang. Was er mit dem Geld macht? „Für den Führerschein sparen, und für das erste eigene Auto”, sagt er. Schon im vergangenen Jahr hatte er in den Sommerferien für die Ettlinger Bäder gejobbt - damals half er bei Reinigungsarbeiten im Hallenbad.

Die Zusage für den Aushilfsjob bei den Stadtwerken kam kurzfristig, erzählt der Schüler. So wie bei vielen seiner Altersgenossen auch. „Man wusste lange nicht: Darf man oder nicht?” Einer seiner Kumpels arbeite beispielsweise am Band bei Daimler. Ein weiterer habe es ebenfalls bei den Stadtwerken probiert und eine Absage bekommen.

Stadtwerke haben weniger Arbeit

Weil im eingeschränkten Corona-Betrieb vieles erledigt werden konnte, was sonst liegen bleibt, sei der Bedarf nach Aushilfskräften einfach nicht so hoch, erklärt Harald Postl von der Personalabteilung der Stadtwerke. Zudem habe man sich wegen der Abstands- und Hygieneregeln dagegen entschieden, externe Mitarbeiter ins Haus zu holen. „Wir kochen in diesem Jahr auf ganz kleiner Sparflamme”, so Postl. Die Nachfrage sei indes vergleichbar mit den vergangenen Jahren.

Bei der Supermarktkette Lidl sind noch Schülerjobs für die Filialen in Ettlingen, Malsch und Karlsbad ausgeschrieben. Dort helfen Schüler ab 16 Jahren beim Backen, kassieren oder Wareneinräumen. In den Aldi-Filialen, den Real-Märkten sowie im Hagebau-Markt sind nach Angaben der Unternehmen keine Schüleraushilfen im Einsatz.

Höhere Nachfrage bei der Firma Bardusch

Um Bewerber für Aushilfstätigkeiten muss sich die Firma Bardusch aus Ettlingen generell keine Sorgen machen. 2020 sei die Nachfrage im Vergleich zu den Vorjahren nochmal um 20 Prozent höher, erklärt Christina Kirn von der Personalabteilung. „Wahrscheinlich benötigen andere Unternehmen coronabedingt keine oder nur weniger Unterstützung.” 42 Schüler und Studenten beschäftige ihre Firma in den Sommer- und Semesterferien. Corona habe die Planung für die Aushilfsjobs nicht beeinflusst.

Die Aushilfen sind zwischen 15 und 20 Jahre alt, kommen aus Deutschland sowie aus Frankreich und helfen etwa beim Sortieren und Verpacken von Wäsche. Bardusch versorgt Betriebe in Karlsruhe und Umgebung vom Standort Ettlingen aus mit Arbeits- und Schutzkleidung.

Gastronomie braucht weniger Personal

Nur halb so viele Ferienjobber wie sonst hat Claudio Colle vom Eiscafé Tiziano angestellt. Fünf Schüler helfen dem Geschäftsführer im Service aus - es sind die gleichen, die auch schon im vergangenen Sommer hier gearbeitet haben. Zusätzlich zu den Ferienjobbern zählt das Tiziano-Team rund 15 Teilzeit- und Vollzeitkräfte. „Mit dem Personal komme ich gut klar”, sagt Colle. Mehr Kräfte brauche er bei den beschränkten Öffnungszeiten und den derzeitigen Besucherzahlen nicht. Vor allem unter der Woche sei nicht so viel los wie in früheren Sommern.

Auch das Hotel Watthalden hat noch mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie zu kämpfen. Deshalb gibt es dort derzeit keine Ferienjobs. Die rund 100 Restaurant- und Hotelmitarbeiter seien noch in Kurzarbeit, erklärt „Front of House Manager” Sahin Bagoglu. „Da können wir darüber hinaus keine Stellen für Externe anbieten.”



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