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Keine Aktionen mit Glühwein und Bratwurst

Fertig verpackt oder zum selber Schlagen: Wo man in Ettlingen und Umgebung Weihnachtsbäume kaufen kann

Das Weihnachtsfest rückt immer näher - und damit nimmt das Geschäft mit den Christbäumen Fahrt auf. In und um Ettlingen gibt es mehrere Verkaufsstellen und eine Plantage, auf der man Bäume selber umsägen kann.

Hingucker: Beim Weihnachtsbaumverkauf am Seehof winkt ein übergroßer Nikolaus den Kunden zu. Verkäufer Fabian Pani präsentiert frisch geschlagene Nordmannstannen aus dem Odenwald. Foto: Werner Bentz

Weithin sichtbar grüßt der übergroße Weihnachtsmann am Ettlinger Seehof. Er steht inmitten unzähliger Weihnachtsbäume – in der Adventszeit herrscht Hochkonjunktur bei den Christbaumverkäufern. Seit Jahren ist ein Direktvermarkter aus dem Odenwald am Seehof präsent. „Wir sind sehr dankbar, dass wir gerade in dieser schwierigen Zeit wieder in Ettlingen sein können, unsere Stammkunden warten ja auf uns“, sagt Fabian Pani, der Schwiegersohn des Weihnachtsbaumproduzenten Karlheinz Bopp aus dem Odenwald.

Langsam kommen die ersten Käufer, um die besten Bäume zu ergattern. Viele sind tatsächlich Stammkunden. „Wir verkaufen hier nur noch Nordmannstannen“, erklärt Pani. „Die nadeln nicht so schnell und sehen obendrein noch gut aus.“

Etwa acht Jahre alt seien die Bäume, bis zur Erntereife bräuchten sie viel Pflege. „Das schlägt sich natürlich im Preis nieder, trotzdem können wir ihn auch in diesem schwierigen Jahr halten. Und wer bei uns einen Baum kauft, kann sicher sein, dass er frisch geschlagen ist“. 20 Euro kostet der geschlagene Meter am Seehof laut Simon Seidel, der dort ebenfalls Bäume verkauft, für eine rund zwei Meter hohe Tanne zahlt man also etwa 40 Euro.

Billigere Sonderangebote könnten schon mal sechs Wochen alt sein, sagt Fabian Pani. „Die Bäume kommen dann oft aus dem Ausland und können mit giftigem Triebregulierungsmittel gespritzt sein. Das ist bei uns in Deutschland verboten.“

Bäume zum selber Schlagen an der A5

Der Christbaumhof Frank aus Rüppurr bietet südlich der A5, nur wenige hundert Meter von der Seehof-Kreuzung entfernt, Weihnachtsbäume zum selber Schlagen. Freitags, samstags und sonntags können Besucher dort zwischen 10 und 16 Uhr ihre Wunschtanne fällen.

Über 90 Prozent der verkauften Bäume sind Nordmannstannen, erklärt Daniela Frank, aber auch „Alternativbäume“ wie Blaufichten seien mehr und mehr gefragt. Der Beratungsbedarf sei in diesem Jahr höher, sagt sie: „Es kommen viele, die zum ersten Mal einen Baum kaufen.“

Tannen aus dem Odenwald am Real-Markt

Beim Weihnachtsbaumverkauf auf dem Parkplatz des Real-Marktes in der Ettlinger Zehnwiesenstraße sind 80 Prozent der Käufer Stammkunden, berichtet Tino Kirschenlohr, der dort bereits seit 25 Jahren Bäume aus eigenem Anbau anbietet. Kirschenlohr betreibt in dritter Generation eine Christbaumzucht im Odenwald. 90 Prozent der Kunden entscheiden sich für eine Nordmannstanne, sagt er.

Wir haben unsere Verkaufsfläche verdoppelt.
Tino Kirschenlohr, Christbaumzüchter aus dem Odenwald

Mit ins Boot geholt hat Kirschenlohr den Lions Club Ettlingen, der normalerweise vor dem AfB-Shop im Industriegebiet Ettlingen-West Christbäume verkauft. Weil dies coronabedingt nicht möglich ist, läuft der Verkauf über die Mitarbeiter des Züchters aus dem Odenwald am Real-Markt. „Wir haben unsere Fläche verdoppelt“, erklärt Kirschenlohr. Der erste Samstag sei „super gut“ gelaufen. Seit 5. Dezember ist die Verkaufsstelle täglich von 9 bis 19 Uhr geöffnet.

Bäume für den guten Zweck: Auf dem Parkplatz am Real-Markt in der Ettlinger Zehntwiesenstraße kann man Gutscheine für Nordmannstannen einlösen. Der Erlös fließt in soziale Projekte. Foto: Julia Trauden

Erlös fließt unter anderem in BNN-Stiftung „Wir helfen“

Zahlreiche Kunden hätten bereits Gutscheine des Lions Club eingelöst, die in der Geschäftsstelle der BNN in Ettlingen erhältlich sind, erzählt Kirschenlohr. Für jeden Gutschein im Wert von 35 Euro bekommt man eine Nordmannstanne eigener Wahl.

Der Erlös aus der Aktion fließt in Projekte wie „Klasse 2000“, ein Programm zur Gesundheitsförderung an Grundschulen, das Hospiz Arista oder den Ettlinger Frauen- und Familientreff (effeff). Auch die BNN-Stiftung „Wir helfen“ wird bedacht. Michael Follner, Präsident des Lions Club, rechnet damit, dass durch den Christbaumverkauf rund 5.000 Euro zusammenkommen.

Obst- und Gartenbauvereine sagen Verkauf ab

Auf Einnahmen aus dem Weihnachtsbaumverkauf verzichten müssen in diesem Jahr dagegen die Obst- und Gartenbauvereine (OGV) Pfaffenrot und Schielberg. „Es ist uns zu gefährlich“, erklärt Karin Lehmeier, Vorsitzende des OGV Schielberg, warum man sich gegen die Verkaufsaktion entschieden hat. Normalerweise war diese mit dem Ausschank von Glühwein und Kinderpunsch verbunden, ein richtiges Event für Kinder und Familie und „ein schöner Abschluss des Jahres“, so Lehmeier.

CVJM Mutschelbach hält an Termin fest

Nicht auf seine Verkaufsaktion verzichten muss der CVJM (Christliche Verein junger Menschen) Mutschelbach: Vom Ordnungsamt hat er die Genehmigung erhalten, am Samstag, 12. Dezember, zwischen 9 und 13 Uhr auf dem Lindenplatz unter Einhaltung der Hygienevorgaben Christbäume zu verkaufen. Aber auch nur das: Glühwein, Kinderpunsch und Orangen, das alles gibt es dieses Mal nicht, erklärt der Vereinsvorsitzende Roni Lörch.

Service

Gutscheinkauf: Die BNN-Geschäftsstelle befindet sich in der Martinsgasse 8, sie ist geöffnet montags bis freitags von 8 bis 13 Uhr und samstags von 8 bis 11 Uhr.

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