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Mitarbeiter beenden Kurzarbeit

Freibäder in Ettlingen sollen zeitgleich am 1. Mai öffnen

Wie viele Leute in die Freibäder dürfen, das weiß die Ettlinger Bäderverwaltung noch nicht. Sie bereitet den Saisonstart vor. Düster sieht es für Hallenbad und Sauna aus.

Neustart am 1. Mai: Im Albgaubad laufen ab kommender Woche die Vorbereitungen für die Sommersaison an. Das Hallenbad ist weiterhin zu. Foto: Archiv Andrea Fabry

Daniel Daul macht Schluss. Schluss mit der Kurzarbeit in der Bäderverwaltung. „Am 22. März holen wir unsere ganze Mannschaft zurück“, sagt der Abteilungsleiter.

Denn dann soll die Vorbereitung auf die Freibadsaison in Ettlingen offiziell beginnen – sowohl im Albgaufreibad als auch im Waldbad Schöllbronn und am Badesee Buchtzig. Geplant ist, alle drei Bäder am 1. Mai zu öffnen und nicht, wie in „normalen“ Jahren, zeitlich versetzt.

Sechs Wochen Vorlauf seien erforderlich, um die Bäder so herzurichten, dass Gäste kommen können. Noch weiß Daul nicht, wie viele Besucher überhaupt gestattet sind.

Deshalb legt er pragmatisch die Zahlen von 2020 zugrunde, die da lauteten: maximal 750 Menschen im Waldbad, 1.000 im Albgaufreibad und 1.500 am Buchtzigsee. Ob das so kommt, „müssen wir abwarten“.

Die Sauna mit ihren 140 Plätzen ist seit einem Jahr zu

Eine, die sich „sehr darauf freut“, an ihren Arbeitsplatz zurückzukehren, ist Katharina Tretter. Die Fachangestellte für Bäderwesen ist den Sommer über im Waldbad Schöllbronn im Einsatz, während der Hallenbadmonate kümmert sie sich um den Saunabetrieb und macht dort die Aufgüsse.

Die Sauna im Ettlinger Hallenbad ist seit über zwölf Monaten wegen des Lockdown geschlossen. Die Mitarbeiter - hier Katharina Tretter und Peter Klingler - sind in Kurzarbeit. Foto: Heidi Schulte-Walter

Die Sauna freilich hat sie schon gut ein Jahr nicht mehr gesehen. Anders als das Hallenbad, das nach dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 im Oktober kurzzeitig wieder öffnete, um dann am 2. November wieder vor dem „Aus“ zu stehen, blieb die Sauna durchgängig zu. Bis heute.

Mit 40 erlaubten Gästen wäre das ein reines Zuschussgeschäft gewesen.
Daniel Daul, Ettlinger Bäderchef

„Wir hätten bei 140 Plätzen gerade mal 40 Leute reinlassen dürfen, das wäre ein reines Zuschussgeschäft gewesen“, argumentiert Daul. Erst bei einer Nutzung durch bis zu 80 Gäste „sind unsere Kosten gedeckt“.

Wie ihre Kollegen, die mit der Sauna zu tun habe, macht Katharina Tretter Kurzarbeit. Finanziell, sagt sie „komme ich über die Runden, aber mir fehlen die Kontakte und mein Alltag“. Deshalb sei sie froh, dass sich jetzt „zumindest was im Freibad tun soll“.

Corona zermürbt uns inzwischen alle.
Peter Klingler, Fachangestellter für Bäderwesen

Peter Klingler, der ebenfalls seit Jahren in der Bäderabteilung der Stadtwerke Ettlingen beschäftigt ist, sieht das ganz ähnlich. Er ist zwar nicht in dem Umfang von Kurzarbeit betroffen. Während des Lockdowns betreut er die beiden Auszubildenden weiter, deren Schwimmtraining im Lehrschwimmbecken und die Prüfungsvorbereitung. Trotzdem würde er gerne „möglichst bald das ganze Team wiedersehen“. Klingler wörtlich: „Corona zermürbt uns inzwischen alle.“

Kein Verkauf von Saisonkarten und Saisonschränken

Da kann Daniel Daul nicht widersprechen. Er vermisst eine Perspektive für den Bäderbetrieb, von einer Planungssicherheit ganz zu schweigen. „Wir können ja nicht einmal mit dem Kartenverkauf oder der Vermietung von Saisonschränken starten.“

Die andauernde Schließung des Hallenbades und die Einschränkungen in den Freibädern hätten 2020 ein zusätzliches Defizit von rund einer Million Euro bei den Stadtwerken als Betreiber verursacht. „Damit rechne ich, wenn sich nichts Entscheidendes ändert, auch in diesem Jahr.“

Nicht denkbar sei bei anhaltenden Corona-Beschränkungen ein paralleles Offenhalten von Albaufreibad und Hallenbad. Die Kombi-Lösung, die vor Corona immer gut funktionierte, scheitere schlicht daran, dass „wir ins Hallenbad viel weniger Leute reinlassen dürfen als ins Freibad. Wie sollen wir dann bei einem plötzlichen Wetterumschwung reagieren?“. Erst wenn die Besucherlimitierung aufgehoben werde, könne man zum alten System zurückkehren.

Kein Schulsport und keine Vereine im Lehrschwimmbecken

Was das Lehrschwimmbecken anbelangt, das zwar eine Verbindung zum Hallenbad hat, aber unabhängig genutzt werden kann, so herrscht dort für Vereine und Schulen weiter Zwangspause. Und auch Therapeuten können nichts anbieten.

Daul kündigt an, den Betrieb hochzufahren, „sobald wieder Schulsport möglich ist“. Abgebaut werden soll dann zudem die Warteliste, die die Bäderverwaltung während Corona für ihre Schwimmkurse hat. „Die Leute“, weiß der Bäderchef, „würden lieber heute als morgen buchen.“

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