Skip to main content

Großprojekt vor Abschluss

7,5 Million Euro teure Halle in Ettlingen-Schöllbronn soll im Herbst fertig sein

Erst ein Rechtsstreit, dann Kostenüberschreitungen: der Neubau der Halle in Schöllbronn war nicht einfach. Jetzt steht das Großprojekt vor seinem Abschluss.

Im Oktober fertig: Die neue Halle, die Vereine und Grundschule künftig nutzen werden. Das Großprojekt im Höhenstadtteil kostete Ettlingen viel Geld. Foto: Stefan Lumpp

Die Vorgaben sind sportlich: Am 28. Oktober ist Termin für die Abnahme der neuen Halle in Schöllbronn. Ab dann sollen Schule und Vereine das Gebäude für sich nutzen können.

Nicht fertig sein werden bis dahin voraussichtlich die Außenanlagen und der Parkplatz mit seinen mehr als 60 Stellplätzen. Von Letztgenanntem profitieren auch Pflegeheim, Schule und Kita.

All diese Informationen und einige mehr hatte der Chef des Ettlinger Hochbauamtes, Jürgen Rother, bei einem Baustellentermin parat. Das sonst bei Bauprojekten übliche Richtfest war coronabedingt ausgefallen.

Juristische und finanzielle Hürden

Die neue Halle im Höhenstadtteil, die von Schule wie Vereinen seit vielen Jahren herbeigesehnt wurde, sorgte in mehrfacher Hinsicht für kommunalpolitischen Wirbel: Zum einen, weil sie mit 7,5 Millionen Euro Kosten (nur die Halle, kein Parkplatz, keine Außenanlagen) deutlich teurer wird, als ursprünglich mal geplant. Zum anderen, weil sie von einem Rechtsstreit begleitet war.

Zuschauer willkommen: Auf der Tribüne in der Zweifeldhalle finden 150 Gäste bei Turnieren einen Sitzplatz. Foto: Heidi Schulte-Walter

Ein Anwohner hatte wegen eines fehlerhaften Lärmschutzgutachtens geklagt und vor dem Verwaltungsgericht Karlsruhe erreicht, dass die Baugenehmigung einkassiert wurde. Daraufhin besserte die Stadt nach, es kam eine Nachtragsbaugenehmigung.

Plattgemacht worden war die alte, völlig marode Halle in Schöllbronn schon im Oktober 2018, die Bagger für den Neubau rollten dann vor rund zwei Jahren an.

Das neue Budget wird eingehalten.
Johannes Arnold, Oberbürgermeister

Aufgrund der schlechten Bodenverhältnisse wurden für die Gebäudegründung 90 schwere Bodenpfähle erforderlich, je vier Meter lang und mit jeweils 75 Zentimetern Durchmesser. Es musste mehr Stahl und Beton verbaut werden, die Abdichtung wurde aufwendiger – all das trieb die Kosten und sorgte dafür, dass der Gemeinderat im Oktober 2019 ein auf 7,5 Millionen Euro erhöhtes Budget genehmigte. „Das wird eingehalten“, sagte Oberbürgermeister Johannes Arnold (Freie Wähler) beim Rundgang über die Baustelle.

Nicht alle Wünsche werden gleich erfüllt

Auch deshalb, weil einige Wünsche der Hallennutzer nicht erfüllt beziehungsweise zurückgestellt wurden, etwa die Spiegelwand im 116 Quadratmeter großen Gymnastikraum, die zusätzliche Bestuhlung oder die mobile Arbeitsbühne. Summa summarum handelt es sich um einen Betrag von knapp 178.000 Euro, so Jürgen Rother. Definitiv gestrichen hat man eine Spielstandanzeige und eine Gläserspülmaschine. Einsparung: 5.500 Euro.

In der 18 auf 36 Meter großen und sieben Meter hohen Halle, die sich im Verhältnis zwei Drittel zu einem Drittel teilen lässt, werden ab dem Spätjahr der große TSV Schöllbronn und der Badminton-Club trainieren, beide nutzen derzeit Ausweichquartiere.

„Wir mussten immer ins Eichendorff-Gymnasium fahren, das war für unsere Leute nicht ganz einfach“, sagt Winfried Karcher vom BC. In Schöllbronn werde der Club jetzt „komplett neu anfangen“. Auch Ralf Stückler vom TSV ist froh, dass der Wanderzirkus für Turner, Tischtennis, Fußballer bald ein Ende hat.

Neue Halle bietet Platz für 150 Zuschauer auf der Tribüne

Auf einer Tribüne in der Halle können 150 Zuschauer Platz nehmen. Es gibt diverse Dusch- und Umkleidekabinen, dazu Geräteräume und eine Ausgabeküche. Über die Nutzung eines kleinen Vereinsraums ist noch nicht entschieden. Ein Aufzug stellt Barrierefreiheit sicher.

Zur Fasnachtskampagne 2022 wird auch die Narrenzunft Schöllbronn in der Halle Quartier beziehen für ihre immer gut gebuchten Zunftabende. Exakt 499 Leute sind bei Großveranstaltungen zugelassen. Deren Zahl ist Rother zufolge mit Rücksicht auf die Nachbarschaft auf zwölf im Jahr begrenzt. Einer, der sich auf viele Aktivitäten seiner Schülerinnen und Schüler im neuen Ambiente freut, ist der Leiter der Hebelschule, Jürgen Gegenheimer. Er hofft, ab Herbst ohne Corona-Einschränkungen loslegen zu können: mit Konzerten, Theateraufführungen und Festen.

nach oben Zurück zum Seitenanfang